Reudern

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Reudern
Wappen von Reudern vor der Eingemeindung
Koordinaten: 48° 37′ 44″ N, 9° 23′ 11″ O
Höhe: 361 (310–369) m
Fläche: 2,83 km²
Einwohner: 2707 (2012)
Bevölkerungsdichte: 957 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Oktober 1974
Postleitzahl: 72622
Vorwahl: 07022
Karte
Lage von Reudern in Nürtingen

Reudern ist ein Stadtteil der Großen Kreisstadt Nürtingen im Landkreis Esslingen (Baden-Württemberg).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reudern ist im Norden, Osten und Süden überwiegend von Wäldern umgeben. Im Westen grenzt es an Äcker und (Streuobst-)Wiesen. Die Ortschaft liegt auf 365 m ü. NN, höchste Stelle auf der Gemarkung ist das Bölle, nahe der Kelter, mit 391 m ü. NN. Gegenüber seinen Nachbarortschaften liegt es deutlich erhöht. Reuderns Markungsfläche beträgt 283 ha.

Durch Reudern fließen vier Bäche, die auch hier entspringen: Marbach, Riedbach, Klingerbach und ein namenloser Nebenarm des Talbachs. Die Wälder um Reudern bestehen vor allem aus Rotbuche, Eiche und Fichte.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an Reudern, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Oberboihingen (3 km nördlich), Lindorf (3 km nord-östlich), Kirchheim unter Teck (5 km östlich), Dettingen unter Teck (7 km Ost-Südost) und Nürtingen (4 km westlich).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reudern wird erstmals 1338 urkundlich genannt (Rudern) und ist eine wohl grundherrschaftliche Rodesiedlung im westlichen Grenzgebiet der hochadeligen Herrschaft Teck. Wahrscheinlich kam Reudern 1299 mit dem teckischen Anteil von Nürtingen an die Grafen von Württemberg. Ob der Ort während des Dreißigjährigen Krieges unbewohnt war, ist nicht eindeutig nachzuweisen.

Die ersten Häuser befanden sich in der heutigen Reuderner Straße (früher: Nürtinger Straße) und Hülenbergstraße, auch Unterweiler genannt. Das älteste noch existierende Haus Reuderns befindet sich in der Hülenbergstraße.

Reudern 1683, Forstlagerbuch von Andreas Kieser

1751 bauten die Reuderner eine neue Kirche, nachdem fast 200 Jahre keine Kapelle mehr im Ort bestand – so ist auch auf der Abbildung von Andreas Kieser (vgl. Weblinks) keine Kirche zu sehen.

Nach einem Streit mit Nürtingen um die Nutzung der Nürtinger Kelter wurde 1817 in Reudern eine eigene Kelter erbaut, die noch erhalten ist.

Am 1. Oktober 1974 wurde Reudern in die Stadt Nürtingen eingegliedert.[1]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse

Datum Einwohner
1834 604
1843 637
1852 617
1861 593
1871 655
1885 613
1895 652
1900 698
1905 703
Datum Einwohner
1910 726
1919 718
1925 725
1933 802
1939 814
1946 1213
1950 1189
1961 1273
1970 1760

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Grün ein stehender silberner Hirsch mit schwarzem Geweih. Von diesem Wappen leitet sich auch der Spitznamen der Reuderner – „Hirsche“ – ab. Das Wappen wurde 1929 angenommen.

Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Evangelische Kirchengemeinde Reudern hat rund 1.450 Mitglieder (Stand 2006), Gemeindepfarrerin ist Kornelia Stysch.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schultheißen, Bürgermeister und Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtszeit Name Titel
1853–1889 Johannes Georg Baisch (Schultheiß)
1888–1912 Gottlieb Wischuf (Schultheiß)
1912–1920 Eugen Salzmann (Schultheiß)
1920–1923 Metz (Schultheiß)
1923–1933 August Weinland (Schultheiß)
1933–1936 Karl Stoll (Bürgermeister)
1936–1945 Johannes Haußmann (Bürgermeister)
Juni 1945–1946 Gottlieb Besemer (kommissarischer Bürgermeister)
1946–1948 Karl Haug (Bürgermeister)
1948–1950 Johannes Haußmann (Bürgermeister)
Jan. 1950–Juni 1950 Kirschbaum (Amtsverweser)
1950–1954 Hugo Veyhl (Bürgermeister)
1954–1980 Karl Braun (Bürgermeister bis 1974 und Ortsvorsteher)
Jun.1980–Nov.1980 Ernst Hiller (kommissarischer Ortsvorsteher)
1980–2007 Herbert Benker (Ortsvorsteher)
2007–2010 Matthias Ruckh (Ortsvorsteher)
Mai 2010 – Dez. 2010 Gert Besemer (kommissarischer Ortsvorsteher)
Jan. 2011 – April 2015 Marietta Weil (Ortsvorsteherin)
Seit Mai 2015 Bernd Schwartz (Ortsvorsteher)

Ortschaftsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortschaftsrat besteht aus 10 Personen

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtische Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergärten Hofäcker und Marbach
  • Grundschule Reudern
  • Gemeindehalle (Turn- und Festhalle)
  • Sportplatz (3 Fußball- und 4 Tennisfelder, Bolzplatz, Bikerparcours und Leichtathletikeinrichtungen)

Kirchliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelisches Gemeindezentrum (Friedenskirche Reudern)
  • Katholische Teilkirchengemeinde St. Wendelin (gehört zur Pfarrei St. Johannes Nürtingen)
  • Neuapostolische Kirche

Vereine und Gruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonnenwendfeuer 2009

Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sportverein Reudern e. V. hat rund 1.000 Mitglieder und besteht aus den Abteilungen Fußball, Leichtathletik, Fahrrad, Ski und Tischtennis.

Musikalische Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größter musikalischer Verein ist der Musikverein Reudern e.V. Er besitzt eine eigene Trachtenkapelle.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 297 von Tübingen nach Schwäbisch Gmünd führt in West-Ost Richtung direkt durch Reudern hindurch und teilt den Ort in zwei Hälften. Über diese Straße ist Reudern an der Anschlussstelle (56) Kirchheim-Teck-West direkt mit der A8 StuttgartMünchen verbunden. Auf Höhe des Landgasthofs Linde zweigt die Kreisstraße 1250 nach Oberboihingen in nördlicher Richtung von der B 297 ab. Seit Februar 2007 verbindet eine neue Kreisstraße Reudern direkt mit dem Klinikum Kirchheim-Nürtingen „Auf dem Säer“ und den anliegenden Berufsschulen. In 3 km Entfernung von Reudern befindet sich der Segelflugplatz Hahnweide bei Kirchheim unter Teck, von dem allerdings nur gelegentlich größere Maschinen starten, die nicht dem Personenverkehr zuzuordnen sind. Der nächste größere Flughafen ist der etwa 20 km entfernte Flughafen Stuttgart.

Über die Omnibuslinie 166 des VVS ist Reudern mit Nürtingen und Kirchheim unter Teck sowie den dortigen Bahnhöfen verbunden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 461.
  2. Evangelische Kirchengemeinde Reudern

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Schwenkel: Heimatbuch des Kreises Nürtingen. Band 2. Triltsch, Würzburg 1953, ZDB-ID 2428400-2, S. 1051–1062.
  • Der Landkreis Esslingen Band 2. Herausgegeben vom Landesarchiv Baden-Württemberg. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, S. 292–294 (Baden-Württemberg – das Land in seinen Kreisen).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]