Reuth (Weißenbrunn)

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Reuth
Gemeinde Weißenbrunn
Koordinaten: 50° 12′ 12″ N, 11° 19′ 30″ O
Höhe: 309 m ü. NHN
Einwohner: 211 (1987)[1]
Eingemeindung: 1. April 1971
Postleitzahl: 96369
Vorwahl: 09261
Gasthaus Roth in Reuth
Gasthaus Roth in Reuth

Reuth ist ein Ortsteil der Gemeinde Weißenbrunn im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt etwa fünf Kilometer südlich von der Kreisstadt Kronach. Der Leßbach, ein linker Zufluss der Rodach, fließt durch Reuth. Die Kreisstraße KC 5, von Neuses über Hummendorf nach Weißenbrunn, führt durch den Ort und kreuzt mit einer Gemeindeverbindungsstraße nach Eichenbühl.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reuth wurde im Jahr 1434 erstmals erwähnt, als Heinrich von Redwitz zu Tüschnitz vier Sölden an Klaus von Redwitz zu Theisenort verkaufte. Nach einer Liste des Karmelitenkloster Bamberg gehörte die Siedlung, in der sieben Familien lebten, im Jahr 1520 zur Pfarrei Weißenbrunn. Im Jahr 1532 besaß Wolf Christoph von Redwitz zu Theisenort im Ort elf Seldengüter.[2]

1600 ging Reuth im Erbfall an die von Redwitz zu Küps über. Später übten das Rittergut Küps-Theisenort der Herren von Redwitz zu Küps und das Rittergut Schmölz-Theisenort der Herren von Redwitz zu Schmölz gemeinsam die Dorf- und Gemeindeherrschaft aus. 1734 gehörten den Herren von Redwitz zu Schmölz im Ort sechs Fronsölden, ein Gütlein und zwei Häuser.[2]

Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses ging Reuth Anfang des 19. Jahrhunderts in den Besitz des Kurfürstentums Bayern über. 1818 wurde die Ruralgemeinde Reuth eingerichtet. Sie bestand aus zwei Orten, dem Dorf Reuth und der Einöde Schaufel.[2]

1862 wurde die Landgemeinde Reuth in das neu geschaffene bayerische Bezirksamt Kronach eingegliedert. 1871 zählte der Hauptort 130 Einwohner. Die evangelische Pfarrei war 2,0 Kilometer entfernt in Weißenbrunn, die evangelische Bekenntnisschule im 1,5 Kilometer entfernten Hummendorf.[3] Im Jahr 1900 hatte die 93 Hektar große Landgemeinde 115 Einwohner, von denen 104 evangelisch und 11 katholisch waren. Reuth zählte 111 Einwohner und 18 Wohngebäude.[4] Im Jahr 1916 wurde Reuth mit der Bahnstrecke Neuses–Weißenbrunn an das Streckennetz der Eisenbahn angeschlossen.

1925 lebten im Dorf in 23 Wohngebäuden 129 Personen. Die katholischen Einwohner gehörten zur 6,5 Kilometer entfernten Pfarrei in Kirchlein.[5] 1950 hatte Reuth 239 Einwohner und 27 Wohngebäude. Mehrheitlich gehörten die Einwohner zur evangelische Pfarrei in Weißenbrunn, wo sich auch die Schule befand. Die katholischen Einwohner waren nach Theisenort eingepfarrt.[6] Im Jahr 1970 zählte das Dorf 194 Einwohner.[7] 1987 lebten 211 Einwohner in 82 Wohngebäuden mit 56 Wohnungen.[1]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Reuth am 1. April 1971 nach Weißenbrunn eingegliedert.[2] 1995 wurde die Eisenbahnstrecke stillgelegt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reuth (Weißenbrunn) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 312 (Digitalisat).
  2. a b c d Dieter Runzer: Reuth mit Ortsteil Schaufel
  3. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1062, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  4. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1057 (Digitalisat).
  5. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1091 (Digitalisat).
  6. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 941 (Digitalisat).
  7. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 160 (Digitalisat).