Weißenbrunn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Weißenbrunn
Weißenbrunn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weißenbrunn hervorgehoben
Koordinaten: 50° 12′ N, 11° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kronach
Höhe: 330 m ü. NHN
Fläche: 26,41 km2
Einwohner: 2886 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 109 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 96369, 96317
Vorwahlen: 09261, 09264, 09223
Kfz-Kennzeichen: KC, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 76 185
Gemeindegliederung: 29 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bergstraße 21
96369 Weißenbrunn
Website: www.weissenbrunn.de
Bürgermeister: Egon Herrmann (SPD)
Lage der Gemeinde Weißenbrunn im Landkreis Kronach
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Über dieses Bild
Jungferkättlbrunnen
Altes Rathaus
Evangelische Dreieinigkeitskirche

Weißenbrunn ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern. Sie liegt südöstlich von Kronach an der Bundesstraße 85 in Richtung Kulmbach.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weißenbrunn liegt am südwestlichen Rand des Frankenwaldes im Tal des Leßbachs an der Bier- und Burgenstraße (B 85) zwischen Kronach und Kulmbach. Es ist von bis zu 500 Meter hohen, dicht bewaldeten Bergen eingerahmt.

Kurz hinter Gössersdorf entspringt der Leßbach, der sich durch Weißenbrunn, Reuth und Hummendorf schlängelt. Wildenberg liegt hoch über Weißenbrunn und dem Rodachtal; Thonberg breitet sich hauptsächlich in einer Hanglage über Reuth aus.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weißenbrunn hat 29 amtlich benannte Gemeindeteile.[2]

  • Böhlbach
  • Buch
  • Eichenbühl
  • Flöhberg
  • Friedrichsburg
  • Gössersdorf
  • Grün
  • Hohenwart
  • Holzhaus
  • Hummendorf
  • Kaltbuch
  • Neuenreuth
  • Neutennig
  • Obertennig
  • Plösenthal
  • Rangen
  • Reuth
  • Rucksgaße
  • Rucksmühle
  • Sachspfeife
  • Schaufel
  • Schleyreuth
  • Schlottermühle
  • Sorg
  • Thonberg
  • Untertennig
  • Weißenbrunn
  • Wildenberg
  • Wustung

Eigenständige Gemeinden waren:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bronzehelm der Urnenfelderzeit aus Thonberg im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg

Bis zur Gründung der heutigen Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die politische Gemeinde Weißenbrunn entstand bei der bayerischen kommunalen Gebietsreform 1971 bis 1978. In dieser Zeit schlossen sich die ehemals selbstständigen Gemeinden Eichenbühl, Gössersdorf, Hummendorf, Reuth, Thonberg und Wildenberg der größeren Kommune Weißenbrunn an. Bis auf Gössersdorf waren die anderen Gemeindeteile über Jahrhunderte durch die überwiegende Grundherrschaft des Rittergeschlechts derer von Redwitz und der mit ihnen stammesverwandten Marschalk von Ebneth zu Wildenberg geprägt. Auch in Gössersdorf hatten die von Redwitz beziehungsweise das adelige Rittergut Weißenbrunn Besitz.

Bis auf Gössersdorf, das zur evangelischen Pfarrei Kirchleus gehört, und Hummendorf, das damals zur Pfarrei Küps gehörte, sind die übrigen Orte schon seit vorreformatorischer Zeit kirchlich der Pfarrei Weißenbrunn (1557 reformiert) zugeordnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg richteten sich die katholischen Neubürger 1946 einen Betsaal im Saal der Gastwirtschaft Paradies ein. In Thonberg wurde 1948 eine katholische Kirche gebaut, die heute von den Katholiken des Gemeindegebietes besucht wird. Die Kirche ist eine Filiale der katholischen Pfarrei Küps.

Auf einer Terrasse über der Rodach bei Hummendorf konnten ergiebige steinzeitliche Bodenfunde, die zwischen 50.000 und 20.000 v. Chr. datiert werden, gesichert werden.

Um 1900 wurden bei Wildenberg Waffen und Schmuck gefunden, die in der Vor- und Frühgeschichtlichen Staatssammlung in München ausgestellt werden. Es wird vermutet, dass sie aus einem Hügelgrab der frühesten Bronzezeit um 1500 v. Chr. stammen. Der spätere Fund einer Lanzenspitze wurde in die Frühhallstattzeit, etwa um 1200 v. Chr. datiert. Beachtenswert ist auch der sogenannte Thonberger Helm, ein bronzener Kappenhelm, der im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg ausgestellt ist. Eine Nachbildung wird in einer Vitrine im Rathaus Weißenbrunn gezeigt. Der Helm wurde 1906 in einer Sandgrube beim Thonberger Ortsteil Sachspfeife gefunden und wird in die Zeit um 1200 v. Chr. datiert. Dies dürften lediglich Spuren einer frühen Begehung durch Jäger und Sammler oder Relikte durchziehender Krieger gewesen sein, sicherlich nicht aber Zeugnisse einer so frühen Besiedlung, da dafür weitere Funde und Belege fehlen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Reuth eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kam Eichenbühl hinzu. Thonberg folgte am 1. Januar 1972, Hummendorf am 1. Juli 1972.[3] Gössersdorf gehört seit dem 1. Juli 1976 zu Weißenbrunn. Schließlich kam am 1. Januar 1978 Wildenberg hinzu.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Einwohner
6. Juni 1961 3361
27. Mai 1970 3201
31. Dezember 1989 3096
31. Dezember 1990 3144
31. Dezember 1991 3172
31. Dezember 1992 3224
31. Dezember 1993 3230
31. Dezember 1994 3242
31. Dezember 1995 3228
31. Dezember 1996 3212
Datum Einwohner
31. Dezember 1997 3222
31. Dezember 1998 3216
31. Dezember 1999 3222
31. Dezember 2000 3210
31. Dezember 2001 3193
31. Dezember 2002 3195
31. Dezember 2003 3152
30. Juni 2004 3131
30. Juni 2005 3106
31. Dezember 2006 3091
Datum Einwohner
31. Dezember 2007 3091
31. Dezember 2008 3062
31. Dezember 2009 3031
31. Dezember 2010 3011
31. Dezember 2011 3000
31. Dezember 2012 2969
31. Dezember 2013 2936
31. Dezember 2014 2913
31. Dezember 2015 2919
31. Dezember 2016 2921

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

2002 2008 2014
CSU 05 05 05
SPD 06 06 06
Freie Wähler 05 05 05
Gesamt 16 16 16

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. März 2002 wurde Egon Herrmann (SPD) mit 53,70 Prozent der gültigen Stimmen zum Ersten Bürgermeister der Gemeinde Weißenbrunn gewählt. Er wurde am 2. März 2008 mit 89,49 Prozent ohne Gegenkandidaten wiedergewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Gespalten von Silber und Rot; vorne nebeneinander ein aufrecht stehender grüner Hopfenzweig und eine grüne Ähre; hinten eine nackte silberne Nixe mit blauem Schuppenschwanz, den sie mit der Linken hält.“

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weißenbrunn liegt in Oberfranken, der nördlichsten Region Bayerns an der Landesgrenze zu Thüringen. Über Fernstraßen bestehen Anfahrtsmöglichkeiten aus Richtung Nürnberg (A 9 oder B 173), Berlin (A 9), Chemnitz (A 72), Erfurt (erst A 4, dann B 85 oder A 9) und Dresden (A 4, dann A 72). Aus Richtung Kronach (6 km) oder Kulmbach (15 km) gelangt man dann über die B 85 nach Weißenbrunn. Weißenbrunn liegt an der 1995 stillgelegten Bahnstrecke Neuses–Weißenbrunn, auf der hauptsächlich Güterzüge verkehrten. Von 1947 bis 1954 gab es auch Personenzugverkehr, eine Fahrt nach Kronach dauerte 30 Minuten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Barnickel, Peter Jurczek: Weißenbrunn, Landkreis Kronach|Strukturanalyse u. Ortsgestaltung, München 1987.
  • Jürgen Hacker, Helmut Schuberth, Wolfgang Bouillon: Die Evang.-Luth. Kirchengemeinde Weißenbrunn. Perspektiven einer oberfränkischen Dorfgemeinde, Weißenbrunn 1998.
  • Dieter Runzer: Weißenbrunn und seine Gemeindeteile Eichenbühl, Gössersdorf, Hummendorf, Reuth, Thonberg, Wildenberg, Horb am Neckar 2010. ISBN 9783865953629
  • Dieter Runzer: 725 Jahre Weißenbrunn, Weißenbrunn 2010.
  • Monika Segerer, Jörg Maier: Möglichkeiten und Chancen der wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinde Weißenbrunn in Verbindung mit neuen Konzepten und Strategien der Dorferneuerung unter besonderer Berücksichtigung eines Nachbarschaftsladens bzw. eines dörflichen Informations- und Fortbildungszentrums, Bayreuth 1993.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Weißenbrunn in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 501.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 690.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weißenbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien