Rhaphiolepis

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Rhaphiolepis
Rhaphiolepis umbellata

Rhaphiolepis umbellata

Systematik
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Spiraeoideae
Tribus: Pyreae
Untertribus: Kernobstgewächse (Pyrinae)
Gattung: Rhaphiolepis
Wissenschaftlicher Name
Rhaphiolepis
Lindl.

Rhaphiolepis ist eine Pflanzengattung in der Untertribus der Kernobstgewächse (Pyrinae) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die 9 bis 15 Arten der Gattung s. str. sind in Ostasien und Südostasien verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration von Rhaphiolepis umbellata
Laubblätter und Blüten von Rhaphiolepis umbellata
Früchte von Rhaphiolepis indica
Die Sorte Rhaphiolepis delacourii ‘Enchantress’
Die Sorte Rhaphiolepis indica ‘Ballerina’

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rhaphiolepis-Arten wachsen als immergrüne Sträucher oder kleine Bäume.

Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind kurz gestielt. Die ledrigen Blattspreiten sind einfach. Die Blattränder sind glatt oder gesägt. Die pfriemförmigen Nebenblätter fallen früh ab.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blüten stehen in endständigen, traubigen oder rispigen Blütenständen zusammen.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Blütenbecher (Hypanthium) ist glockenförmig oder röhrig. Die fünf Kelchblätter sind aufrecht oder zurückgekrümmt. Die fünf kurz genagelten Kronblätter sind weiß oder rosafarben. Es sind 15 bis 20 Staubblätter vorhanden. Die zwei unterständigen Fruchtblätter enthalten jeweils zwei aufrechte Samenanlagen. Die zwei oder drei Griffel sind nur an ihrer Basis verwachsen.

Früchte und Samen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Gattung innerhalb der Pyrinae sehen die Früchte wie kleine Äpfel aus. Die kleinen, fast kugeligen Apfelfrüchte färben sich bei Reife bläulich bis purpurfarben-schwarz und enthalten nur ein oder zwei Samen. Die früh abfallenden Kelchblätter hinterlassen einen kranzförmigen Ring oben an der Frucht. Die relativ großen, fast kugeligen Samen besitzen eine dünne Samenschale und der Embryo besitzt zwei verdickte, plano-konvexe oder halbkugelige Keimblätter (Kotyledonen).

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Rhaphiolepis wurde 1820 durch John Lindley in Botanical Register; consisting of coloured ..., 6, S. 468[1] aufgestellt, dort Raphiolepis geschrieben. Typusart ist Rhaphiolepis indica (L.) Lindl. ex Ker.[2]

Die Gattung Rhaphiolepis gehört zur UntertribusPyrinae aus der Tribus Pyreae in der Unterfamilie Spiraeoideae innerhalb der Familie Rosaceae.[3]

In der Gattung Rhaphiolepis s. str. gibt es 9 bis 15 Arten, die in Ostasien und Südostasien verbreitet sind. In China kommen sieben Arten vor, drei davon nur dort.

Arten (Auswahl):

Liu et al. 2020 haben entsprechend molekulargenetischer Untersuchungen die Arten der Gattung Eriobotrya in die Gattung Rhaphiolepis eingegliedert.[6][7]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Sorten werden als Zierpflanzen in Parks und Gärten der warm gemäßigten bis subtropischen Gebieten verwendet.

Die Früchte von Rhaphiolepis indica besitzen einen Durchmesser von etwa 8 mm und können gegessen werden.[8] Aus den Samen von Rhaphiolepis umbellata wurde in großen Notzeiten ein Mehl hergestellt.[9]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lindley 1820: Erstveröffentlichung mit Tafel eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  2. Rhaphiolepis bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis.
  3. a b Rhaphiolepis im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  4. a b c d e f g h Gu Cuizhi (Ku Tsue-chih), Stephen A. Spongberg: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 9 – Pittosporaceae through Connaraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und Saint Louis, 1. Mai 2003. ISBN 1-930723-14-8. Rhaphiolepis, S. 141–143 – textgleich online wie gedrucktes Werk.
  5. a b Fan Qiang, Liao Wen-bo, Miau Ru-huai: A New Species of Rhaphiolepis (Rosaceae) from Hainan Island, China. In: Novon, Volume 17, Issue 4, 2007, S. 429. doi:10.3417/1055-3177(2007)17[429:ANSORR]2.0.CO;2 PDF.
  6. Bin-Bin Liu, Guang-Ning Liu, De-Yuan Hong, Jun Wen: Eriobotrya Belongs to Rhaphiolepis (Maleae, Rosaceae): Evidence From Chloroplast Genome and Nuclear Ribosomal DNA Data. In: Frontiers in Plant Science, Volume 10 (1731), 2020, S. 1–14. doi:10.3389/fpls.2019.01731
  7. Bin-Bin Liu, Yu-Bing Wang, De-Yuan Hong, Jun Wen: A synopsis of the expanded Rhaphiolepis (Maleae, Rosaceae). In: Phytokeys, Issue 154, August 2020, S. 19–55. doi:10.3897/phytokeys.154.52790 online.
  8. Rhaphiolepis indica bei Plants For A Future
  9. Rhaphiolepis umbellata bei Plants For A Future

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rhaphiolepis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien