Rheinkassel

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Dorfplatz mit Kirche in Rheinkassel

Rheinkassel ist ein kleiner Teil des Stadtteils Köln-Merkenich im Stadtbezirk Chorweiler.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wuppermündung in den Rhein

Rheinkassel grenzt im Osten an den Rhein, auf der anderen Rheinseite befindet sich die Wuppermündung. Südlich von Rheinkassel befindet sich Kasselberg und im Norden die Ortschaft Langel, beide ebenfalls zum Stadtteil Köln-Merkenich gehörend. Im Westen grenzt Rheinkassel an das Gewerbegebiet Köln-Feldkassel, hinter dem sich der Fühlinger See erstreckt. Durch den Ort führt die Alte Römerstraße, die schon zu römischer Zeit das damalige CCAA (Köln) sowie Novesia (Neuss) verband.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antike und Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname Rheinkassel (rincasele, Rinkassel, Rhein-Kastell, lateinisch: rhenocastellanorum), lässt vermuten, dass sich hier zur römischen Zeit ein römisches Kastell befunden hat. Der Fund zweier römischer Sarkophage neben der katholischen Kirche St. Amandus unterstreicht diese Annahme. Dafür spricht ebenfalls die strategisch wichtige Lage gegenüber der Wuppermündung. Zum ersten Mal schriftlich erwähnt, wurde Rheinkassel in der Chronik von Merheim, heute Köln-Weidenpesch im Jahre 670. Der Gründungsbau der romanischen katholischen Pfarrkirche St. Amandus stammt aus dem 9. oder 10. Jahrhundert. Im Jahre 1156 war das Kollegiatsstift St.Gereon in Köln Grundherr von Rheinkassel (rincasle). Die St. Hubertus-Schützenbruderschaft Rheinkassel-Langel-Kasselberg wurde im Jahre 1468 erstmals in einer Chronik der katholischen Pfarrei Reusrath genannt. Politisch wurde Rheinkassel gemeinsam mit Langel seit dem Mittelalter als ein Kondominium vom Kurfürstentum Köln und dem Herzogtum Jülich-Berg gemeinsam verwaltet.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Köln-Rheinkassel, Hochwasser (1988)

Das älteste Kirchenbuch von Rheinkassel begann 1560, es wurde 1945 bei den Kriegshandlungen zerstört. Immer wieder wurde der Ort von schlimmen Hochwassern heimgesucht, so 1684 und im Winter 1783/84. 1794 besetzten französische Revolutionstruppen das kleine Dorf und Rheinkassel wurde ein Teil der Mairie Worringen im Kanton Dormagen im Arrondissement Cologne im Département de la Roer. Im Jahre 1797 verbrannten die französischen Soldaten das Pfarrhaus mit der Dorfchronik des Ortes. 1815 kam Rheinkassel an die Bürgermeisterei Worringen im Landkreis Köln. Im Jahre 1849 wurde der Friedhof an seiner heutigen Stelle eröffnet, er war auch für Köln-Fühlingen zuständig. Im Jahre 1857 erhielt Rheinkassel eine Schule. Beim Hochwasser von 1882 durchbrach der Rhein zwischen Rheinkassel und Langel den Damm.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amandus-Siedlung von Gottfried Böhm

Am 1. April 1922 wurde die Bürgermeisterei Worringen mit Rheinkassel, Langel und Kasselberg in die Stadt Köln eingemeindet. Am 1. Januar 1926 wurde Rheinkassel abermals von einem Hochwasser heimgesucht. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die St.Hubertus-Schützenbruderschaft verboten. Im März 1945 wurde Rheinkassel zum Kriegsgebiet, am 5. März 1945 besetzten amerikanische Truppen den Ort. Das Pfarrhaus wurde durch deutsches Artilleriefeuer, das von der rechten Rheinseite abgeschossen wurde, zerstört. Seit dem 15. Juli 1954 waren Rheinkassel, Langel, Kasselberg und Feldkassel dem Stadtteil Fühlingen zugeteilt gewesen, da sie zu klein für einen eigenen Stadtteil waren. Allerdings war die Gemeinschaft mit Fühlingen nur vorübergehend. Seit dem 7. Oktober 1963 gehören die Orte Rheinkassel, Langel, Kasselberg und Feldkassel zum Stadtteil Köln-Merkenich. Seit 1975 sind Rheinkassel, Langel, Kasselberg und Feldkassel ein Teil des Stadtbezirks Chorweiler. Am 4. April 1976 erfolgte die Grundsteinlegung des neuen, heutigen Pfarrheimes. Im Jahre 1978 erfolgte der Bau der Amandus-Siedlung, einer Reihenhaussiedlung mit 52 Häusern im heutigen Dorfzentrum nach Plänen von Gottfried Böhm.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 31. Dezember 2000: 1.000 Einwohner
  • 31. Dezember 2006: 1.069 Einwohner

Kultur und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabkreuz Bürgermeister Heinrich Bender

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bürgerverein Rheinkassel, Langel, Kasselberg
  • Dorfgemeinschaft
  • St. Hubertus Schützenbruderschaft
  • Freiwillige Feuerwehr Köln – Löschgruppe Langel-Rheinkassel
  • Jugendfeuerwehr Langel - Rheinkassel
  • Karnevalsgesellschaft Schloppkrade
  • DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg) Stamm Gilwell

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Amandus

Katholische Pfarrkirche St. Amandus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einschiffige Saalkirche stammt aus dem 10. Jahrhundert und wurde in eine dreischiffige Basilika umgewandelt. Die Kirche wurde relativ qualitätvoll erbaut, da sie dem wohlhabenden Stift St. Gereon in Köln unterstand. An der Westseite ist der Kirche ein quadratischer Turm von der Breite des Mittelschiffs vorgesetzt worden. Der Vierkantturm der Kirche wurde um 1200 errichtet. Das Obergeschoss des Turmes wurde im 17. Jahrhundert abgetragen. Dadurch wirkt der Kirchturm heute sehr gedrungen und ähnelt einem Wehrturm und trägt einen gotischen Knickhelm. Das staufische Gewölbe des Mittelschiffs wurde als zu schwer empfunden und im 17. Jahrhundert durch ein gotisches Rippengewölbe ersetzt.

Barbarakapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese kleine Wegekapelle wurde um 1880 errichtet. Der Backsteinbau enthält ein Gefallenenmahnmal.

Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1849 wurde der Friedhof an der Alten Römerstraße als Nachfolge des alten Kirchhofs an der katholischen Kirche St. Amandus eröffnet. Er diente zunächst nicht nur den drei Rheindörfern Langel, Rheinkassel und Kasselberg, sondern auch der Ortschaft Fühlingen. Auf dem Friedhof befinden sich auch vier Grabstätten für Gefallene des Zweiten Weltkrieges. Außerdem befindet sich hier die Grabstätte des früheren Bürgermeisters von Worringen, Heinrich W. Bender (1796–1883) und seiner Frau, Gertrud geborene Simon (1806–1863), die zeitlebens in Fühlingen wohnten.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule, Nebenstelle der Grundschule Merkenich, nur vom 1. bis zum 4. Schuljahr
  • Freiwillige Feuerwehr Köln - Löschgruppe Langel-Rheinkassel
  • Briefkasten auf der Amandusstraße
  • Bauernladen

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich von Rheinkassel befindet sich die Leverkusener Autobahnbrücke der Bundesautobahn 1, die über eine Auffahrt entweder in Merkenich oder durch das Gewerbegebiet Feldkassel rasch erreicht werden kann. Ebenfalls durch das Gewerbegebiet Feldkassel kann die Bundesstraße 9 befahren werden, die nach Köln-Stadtmitte bzw. nach Dormagen läuft.

ÖPNV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Rheinkassel fährt die Linie 121 der Kölner Verkehrs-Betriebe.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Löcherbach: Verzeichnis der Kirchenbücher der Rheinprovinz, Köln 1934.
  • Toni Jägers: Köln-Worringen in Geschichte und Geschichten, Dormagen, 1985
  • Paul Clemen: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz Bd.4, Der Landkreis Köln, Düsseldorf 1897, Nachdruck Düsseldorf 1983, ISBN 3-590-32118-0, S.168–173
  • Hans Erich Kubach, Albert Verbeek: Romanische Kirchen an Rhein und Maas, Rheinischer Verein für Denkmalpflege Jahrbuch 1970/1971, Neuß 1971, S. 354 sowie Abb. 137

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Köln-Rheinkassel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 2′ N, 6° 56′ O