Richard Wettstein

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Richard Wettstein auf der 50-Schilling Banknote (1962)

Richard Wettstein, Ritter von Westersheim (* 30. Juni 1863 in Wien; † 10. August 1931 in Trins, Tirol) war ein österreichischer Botaniker. Er war der Vater von Otto Wettstein, Fritz von Wettstein und Wolfgang Wettstein. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Wettst.“.

Leben[Bearbeiten]

Richard Wettstein studierte ab 1881 Naturwissenschaften und Medizin an der Universität Wien, wo er 1884 zum Dr. phil. promovierte. Er war Schüler, Assistent und Schwiegersohn von Anton Kerner von Marilaun. 1886 wurde er Dozent für Botanik und 1888 Adjunkt am Botanischen Garten und Museum in Wien. Ab 1892 war er ordentlicher Professor für Botanik und Direktor des Botanischen Gartens und Instituts der Universität Prag. 1899 wurde er zum ordentlichen Professor für Systematische Botanik an die Universität Wien berufen, wo er als Direktor auch dem von ihm erneuerten Botanischen Garten der Universität Wien und dem Institut für Botanik vorstand. Garten und Institutsgebäude wurden unter seiner Leitung 1904/05 neu errichtet. Ab 1901 war er Präsident der Wiener Zoologisch-Botanischen Gesellschaft. Forschungsreisen führten ihn 1901, als Teilnehmer einer botanischen Expedition der Wiener Akademie der Wissenschaften, nach Brasilien und 1929/30 mit seinem Sohn Fritz nach Süd- und Ostafrika. Ab 1910 war er Mitglied der Akademie der Wissenschaften und 1919 deren Vizepräsident. 1913/14 war er Rektor der Universität Wien.

Wettstein arbeitete vor allem als Pflanzensystematiker; er begründete die Systematik der Pflanzen nach Wettstein und stellte die Pseudanthien-Theorie auf. Für das Werk Die natürlichen Pflanzenfamilien von Adolf Engler in Band 4 Nummer 3b bearbeitete er die Pflanzenfamilien „Nolanaceae, Solanaceae, Scrophulariaceae, Globulariaceae, Myoporaceae“ (1891–1895).

Wettstein wurde 1917 zum Mitglied des Herrenhauses im österreichischen Reichsrat ernannt. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte er der 1919 gegründeten österreichisch-deutschen Arbeitsgemeinschaft an, deren Mitglieder sich für einen Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich einsetzten.[1]

Ehrungen[Bearbeiten]

Die Pflanzengattungen Wettsteinia Petrak und Wettsteiniola Suesseng. sind nach ihm benannt worden.

Sein Konterfei ist auf der 50-Schilling Banknote von 1962 zu sehen.

Im Jahr 1942 wurde in Wien Floridsdorf (21. Bezirk) die Wettsteingasse nach ihm benannt.

Werke[Bearbeiten]

  • Grundzüge der geographisch-morphologischen Methode der Pflanzensystematik, 1898
  • Botanik und Zoologie in Österreich 1850-1900, 1901
  • Der Neo-Lamarckismus und seine Beziehungen zum Darwinismus, 1903
  • Handbuch der systematischen Botanik, 2 Bände, 1901-08; 3. Auflage 1924, 4. Auflage 1933–1935 (von seinem Sohn Fritz von Wettstein herausgegeben)

Quellen[Bearbeiten]

  •  Robert Zander, Fritz Encke, Günther Buchheim, Siegmund Seybold (Hrsg.): Handwörterbuch der Pflanzennamen. 13. Auflage. Ulmer Verlag, Stuttgart 1984, ISBN 3-8001-5042-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Richard Wettstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Richard Wettstein – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.landtag-noe.at/service/politik/landtag/Abgeordnete/ZAbgW/Wettstein.pdf