Riedbergpass

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

xx

Riedbergpass
Blick vom Riedbergpass zum Riedberger Horn im Nordwesten;Schild mit falscher Höhenangabe

Blick vom Riedbergpass zum Riedberger Horn im Nordwesten;
Schild mit falscher Höhenangabe

Himmelsrichtung Westen Osten
Passhöhe 1407 m ü. NHN
Bundesland Bayern
Wasserscheide Bolgenach Schönberger Ach
Talorte Hittisau Fischen im Allgäu
Ausbau Straße
Erbaut 1961
Sperre keine
Besonderheiten Höchste befahrbare Passstraße Deutschlands
Profil
Ø-Steigung 3,1 % (531 m / 17 km) 7,1 % (621 m / 8,7 km)
Max. Steigung 16 % 16 %
Karte
Riedbergpass (Bayern)
Riedbergpass
x x
Koordinaten 47° 26′ 13″ N, 10° 10′ 38″ OKoordinaten: 47° 26′ 13″ N, 10° 10′ 38″ O
k
Riedbergpass: Blick zur Beslergruppe im Südsüdosten; Schild mit falscher Höhenangabe

Der Riedbergpass ist mit 1407 m ü. NHN[1] der höchste befahrbare Gebirgspass in Deutschland. Er liegt nahe dem namensgebenden Riedberger Horn (1787 m) in den Allgäuer Alpen an der Kreisstraße OA 9 zwischen Obermaiselstein und Balderschwang im bayerischen Landkreis Oberallgäu.

Besonderheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lediglich die Roßfeldhöhenringstraße, die unter den Gebirgsstraßen am Ahornbüchsenkopf östlich von Berchtesgaden eine Sonderstellung aufweist, und einige Sackgassen, zum Beispiel am Grünten, führen in Deutschland auf noch höhere Stellen als am Riedbergpass. Dies sind allerdings keine tatsächlichen Passstraßen, sondern im Gegensatz zu einem Pass, der zwei Auffahrten hat, lediglich Rundstraßen bzw. Bergankünfte. Höher ist unter anderen noch der Schrofenpass, der aber nur zu Fuß bzw. per Mountainbike passierbar ist.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Riedbergpass liegt als eine der westlichsten Stellen der Bayerischen Alpen in den Allgäuer Alpen im Südwesten des Landkreises Oberallgäu im deutschen Land Bayern. Südwestlich schließt sich der Bregenzerwald an, der sich unter anderem im österreichischen Land Vorarlberg ausbreitet.

Der Gebirgspass befindet sich in der Hörnergruppe zwischen dem Riedberger Horn im Nordwesten, dem Wannenkopf (1712,2 m) im Nordosten, dem Besler (1679,4 m) im Südosten, dem Schafkopf (1627 m) im Süden, den Gauchenwänden (1479 m) mit dem jenseits davon befindlichen Piesenkopf (1629,6 m) im Südwesten und dem Hochschelpen (1552 m) im Westen. Sie liegt zwischen Obermaiselstein (nordwestlich von Oberstdorf) im Osten und Balderschwang (an der Grenze zu Vorarlberg) im Westen. Bis zur Eröffnung der Straße war die kleinste bayerische Gemeinde, Balderschwang, für den Kraftfahrzeugverkehr nur über Vorarlberg erreichbar.

Der Riedbergpass ist zwar der niedrigste Straßenpass zwischen Obermaiselstein und Balderschwang, aber etwa 650 m südsüdwestlich des Passes und 250 m westnordwestlich der Schönbergalpe (1330 m) liegt das Schönbergjoch (ca. 1345 m) als niedrigstes Joch zwischen dem Riedberger Horn und dem Besler; etwa 250 m südwestlich des Jochs befindet sich eine 1360 m hohe Erhebung.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ siehe auch Abschnitt Naturräumliche Zuordnung des Artikels Riedberger Horn

Der Riedbergpass gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Flyschalpen (Nr. 94), in der Haupteinheit Vorarlberger und Westallgäuer Flyschalpen (940) und in der Untereinheit Nördliche Vorarlberger und Westallgäuer Flyschalpen (940.0) zum Naturraum Riedberghorngruppe (940.00).[2]

Rhein-Donau- und europäische Hauptwasserscheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über das nordwestlich des Riedbergpasses gelegene Riedberger Horn und den südlich des Passes befindlichen Schafkopf verläuft die Rhein-Donau-Wasserscheide, die Teil der europäischen Hauptwasserscheide ist:

Das Wasser der (westlichen) Bolgenach, die 3,8 km südsüdöstlich vom Riedberger Horn und 1,9 km südlich des Passes am Südfuß des Schafkopf entspringt, erreicht durch die Weißach, die Bregenzer Ach, den Bodensee und den Rhein in überwiegend nordwestlicher Richtung die Nordsee.

Dementgegen läuft das Wasser der Weiler Ach, die 4,4 km ostnordöstlich aus ihren beiden Quellbächen, der linken (östlichen) Bolgenach und der rechten, wenige Meter westlich am Pass vorbei fließenden Schönberger Ach entsteht, durch die Iller und die Donau in hauptsächlich ostsüdöstlicher Richtung in das Schwarze Meer; die Quellbäche entspringen nördlich bzw. südlich des in Passnähe liegenden Bergkamms zwischen Riedberger Horn im Westen und Wannenkopf im Osten.

Passhöhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Passhöhe des Riedbergpasses liegt auf 1407 m[1] Höhe. Auf dem Gebirgspass befindet sich ein Schild mit der falschen Höhenangabe „Paßhöhe 1420 m ü.NN“. Ein trigonometrischer Punkt nahe dem Pass liegt auf 1405,9 m[1] Höhe. Der mit 1407 m höchste Punkt der Riedbergpassstraße befindet sich aber nicht auf der Wasserscheide, die etwa 900 m weiter Richtung Balderschwang auf 1380 m Höhe liegt.

Passstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ist die Passstraße zu Beginn noch kurvenarm, so wird die Straßenführung ab Obermaiselstein recht kurvig und steil. Die Zufahrtsstraße zum Riedbergpass zweigt in Deutschland bei Fischen von der Bundesstraße 19 und in Österreich bei Hittisau von der Hittisauer Straße (Landesstraße 205) ab. Die im Unterhalt sehr aufwändige Straße ist auf deutscher Seite bisher als Kreisstraße OA 9 klassifiziert, wegen der Verkehrsbedeutung auch als kürzeste Verbindung der österreichischen Exklave Kleinwalsertal zu ihrer Bezirks- und Landeshauptstadt Bregenz fordert der hierfür zuständige Landkreis die Einstufung als bayerische Staatsstraße. Auf österreichischer Seite führt die als Balderschwanger Straße bezeichnete L 5 bis zur Staatsgrenze bei Balderschwang.

Die Passstraße führt aus Richtung Osten von Fischen (761 m) entlang der Schönberger Ach über Obermaiselstein (849 m) westwärts hinauf zum Riedbergpass. Jenseits davon verläuft sie westnordwestwärts bergab durch das Tal der Bolgenach hinab nach Balderschwang (1044 m), wobei sie durch die Ortsteile Schwabenhof (1071,2 m), Wäldle, Balderschwang, Gschwend und Schlipfhalden (1043,6 m) führt. Im dortigen Balderschwanger Tal kreuzt die Straße rund 10,5 Straßenkilometer westlich des Passes an der Südwestflanke der sich nördlich von ihr erhebenden Nagelfluhkette die westlich von Schlipfhalden liegende deutsch-österreichische Grenze (1052 m);[3] dort ist der kleine Doserbach überbrückt, der vom nahen Samstenberg (1513,4 m) kommt und nach Süden in die Bolgenach fließt. Von der letztlich in Hittisau (790 m)[4] endenden Passstraße zweigen abgesehen von der nach Sibratsgfäll führenden Sibratsgfäller Straße bis zum Erreichen des Hittisauer Ortsgebiets lediglich ein paar Sackgassen ab, beispielsweise westlich des Passes in Richtung Norden zur Grasgehrenalpe (ca. 1450 m).

Die Passstraße weist auf beiden Rampen bis zu 16 % Steigung bzw. Gefälle auf,[5] wobei von Fischen bis Balderschwang rund 16 km Wegstrecke zurückzulegen sind; bis Hittisau sind dies sogar 28 km. Von Fischen zum Gebirgspass sind 646 m Höhenunterschied zu bewältigen, vom Pass nach Balderschwang 363 m und vom Pass (durch Balderschwang) bis nach Hittisau 617 m.

Zwischen Obermaiselstein und Balderschwang besteht in beide Richtungen ein Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 19 Tonnen. Die maximale Durchfahrtshöhe des 60 m langen Tunnels unter dem Burgschrofen in Obermaiselstein beträgt 3,8 m.[6] Ein Fuß- und Radweg umgeht diesen Tunnel.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Riedbergpass – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Hansjörg Dongus: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 187/193 Lindau/Oberstdorf. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1991. → Online-Karte (PDF; 6,1 MB)
  3. BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)
  4. Austrian Map online, auf austrianmap.at
  5. Steigung und Gefälle laut Schildern an der Passstraße
  6. Maximale Durchfahrtshöhe laut Schildern an den Tunnelportalen