Schwarzbachwacht

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Schwarzbachwacht
Passhöhe mit Hinweisschild, Blickrichtung Süden, im Hintergrund das Wirtshaus Wachterl

Passhöhe mit Hinweisschild, Blickrichtung Süden, im Hintergrund das Wirtshaus Wachterl

Himmelsrichtung Nord Süd
Passhöhe 868 m ü. NN
Landkreis Landkreis Berchtesgadener Land, Bayern
Talorte Ramsau bei Berchtesgaden Schneizlreuth
Ausbau B 305
Gebirge Berchtesgadener Alpen
Karte
Schwarzbachwacht (Bayern)
Schwarzbachwacht
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Koordinaten 47° 38′ 18″ N, 12° 51′ 14″ OKoordinaten: 47° 38′ 18″ N, 12° 51′ 14″ O
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Die Schwarzbachwacht, häufig auch Schwarzbachwachtsattel und im Volksmund „Wachterl“ genannt, ist ein 868 m hoch gelegener Gebirgspass in Ramsau bei Berchtesgaden (Landkreis Berchtesgadener Land) in den Berchtesgadener Alpen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pass liegt südlich des Lattengebirges und östlich der Reiter Alpe und verbindet das Tal der Saalach bei Schneizlreuth im Nordwesten mit dem Tal der Ramsauer Ache bei Ramsau bei Berchtesgaden im Südosten. Nordöstlich des Schwarzbachwachtsattels befindet sich der Karspitz (1640 m), südwestlich der Edelweißlahnerkopf (1953 m). Über den Sattel, der im Biosphärenreservat Berchtesgaden liegt, bildet die B 305 ein Teilstück der Deutschen Alpenstraße und der Deutschen Ferienroute Alpen-Ostsee. An der Nordwestflanke des Passes entspringt der Schwarzbach, der in Richtung Nordwesten fließt und im Ortsteil Unterjettenberg der Gemeinde Schneizlreuth in die Saalach mündet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namenspatron war der 500 Meter Luftlinie westlich entspringende Schwarzbach. Die Schwarzbachwacht bildete eine Grenze der Fürstpropstei Berchtesgaden – daher auch der Namensbestandteil „Wacht“. Nachdem das Gebiet der bis 1803 selbständigen Fürstpropstei nach einigen Wechseln 1810 Teil des Königreichs Bayern wurde, stellte der Pass die wichtigste Verkehrsverbindung ins angrenzende Königreich dar.

Auch die erste, 1817 erbaute Soleleitung von Berchtesgaden nach Bad Reichenhall führte über die Schwarzbachwacht und nicht über den Hallthurm. Dort musste nämlich der so genannte Hallthurmer Spitz, ein Gebietsstreifen der bis 1851 zu Österreich gehörte, durchquert werden. Erst seit 1961 führt eine neue Soleleitung über den niedrigeren Hallthurm-Pass, der später auch zur ausgebauten Hauptverkehrsverbindung Richtung Bayern wurde.

Windwurfschäden durch Kyrill[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sturmschäden und Schutzzaun im Bereich Weißwand (B 305)

Die Passstraße war - zwischen dem Gasthof Wachterl (Ramsau) und der Abzweigung nach Oberjettenberg - nach dem Orkan Kyrill vom 18./19. Januar bis 4. Juli 2007 gesperrt, um die großen Windwürfe oberhalb der Straße aufarbeiten zu können. Es dürfte sich dabei um die längste durch Kyrill verursachte Sperre eines Verkehrsweges gehandelt haben. Der Sturm wütete auf ca. 65 ha und zerstörte dabei bis zu 200 Jahre alte Fichtenbestände. Zum größten Teil konnte das Holz nur mit Hilfe von Hubschraubern abtransportiert werden, da das Gelände für Fahrzeuge so gut wie gar nicht zugänglich ist. Zum Schutz vor der durch die Windwürfe vergrößerten Steinschlaggefahr wurde kurz darauf ein Steinschlagschutzzaun errichtet.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landratsamt Berchtesgadener Land: Pressemitteilung zu Windwurfschäden am Wachterl vom 24. Jan. 2007. (PDF-Datei; 33 kB)