Rinjani

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Rinjani
Kleinerer Ausbruch des Gunung Rinjani (1994)

Kleinerer Ausbruch des Gunung Rinjani (1994)

Höhe 3726 m
Lage Lombok, Indonesien
Dominanz 1601 km → Kinabalu
Schartenhöhe 3726 mfd2
Koordinaten 8° 25′ 0″ S, 116° 28′ 0″ OKoordinaten: 8° 25′ 0″ S, 116° 28′ 0″ O
Rinjani (Kleine Sundainseln)
Rinjani
Typ Schichtvulkan
Letzte Eruption 2010
Insel Lombok mit dem Vulkan Rinjani

Insel Lombok mit dem Vulkan Rinjani

pd3
pd5

Der Rinjani ist ein Schichtvulkan auf der indonesischen Insel Lombok und nach dem Kerinchi der zweithöchste Vulkan des Landes.[1]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rinjani ist ein Inselbogen-Vulkan und gehört zu den Vulkanen des Sundabogens. Der Inselbogen entstand durch die Subduktion ozeanischer Kruste, die zur Indo-Australischen Platte gehört. Die Vulkane des Sundabogens sind zum größten Teil hochexplosiv. Nicht weit vom Rinjani entfernt befindet sich der Mount Tambora, der 1815 mit einem VEI der Stärke 7 eruptierte.

Aufstieg zum Rinjani (Video, 8m 12s)
Karte der Vulkane in Indonesien

Durch den Gunung Rinjani Nationalpark, der 1997 gegründet wurde, ist der Berg geschützt. Von hier aus wird auch der Zugang zum Krater organisiert. In der 6 x 8,5 km großen Caldera liegt der 230 m tiefe Kratersee Segara Anak. Mehr als 20 Dörfer liegen um den von den Bewohnern als heilig verehrten Berg herum. Zu den Flüssen, die am Rinjani entspringen, zählt unter anderem auch der Jangkok.

Eruptionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Untersuchungen eines internationalen Forscherteams[2] ist der Ausbruch des Samalas im Rinjani-Vulkankomplex im Jahr 1257 dafür verantwortlich, dass der darauf folgende Sommer 1258 in Europa von Dauerregen und Missernten geprägt war und als „Jahr ohne Sommer“ in die Geschichte einging. Belegt wird dies durch Bohrkernanalysen aus Grönland und der Antarktis, die den gewaltigen Vulkanausbruch Mitte des 13. Jahrhunderts nachweisen. Durch einen Vergleich des Bohrkernmaterials mit den Ablagerungen in der Umgebung des Vulkans konnte der Ausbruch dem Berg Samalas zugeordnet werden. Im Ergebnis des Vulkanausbruchs wurde nach der auf Palmblättern verfassten Chronik Babad Lombok Pamatan, die Hauptstadt des Königreichs Lombok, vollständig zerstört. Der Ausbruch hatte die Stärke 7 und wird auf den Zeitraum Mai bis Oktober 1257 datiert. Die Höhe der Rauchsäule wird auf 43 Kilometer und das Auswurfvolumen auf 40 Kubikkilometer geschätzt.[2][3] Wahrscheinlich kein anderer Vulkanausbruch der letzten 2000 Jahre schwächte derart die Strahlung der Sonne durch Schwefeldioxidemissionen ab.[4] Es wird vermutet, dass diese und einige nachfolgende Eruptionen durch Rückkopplungseffekte auch langfristig zu einer kühleren Episode der Nordhemisphäre, zur sogenannten Kleinen Eiszeit, beitrugen.[5]

Die letzten größeren Eruptionen waren im Mai 2009 und im Mai 2010.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mount Rinjani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liste bei Peakbagger
  2. a b Franck Lavigne et al.: Source of the great A.D. 1257 mystery eruption unveiled, Samalas volcano, Rinjani Volcanic Complex, Indonesia (Abstracts). 4. September 2013, abgerufen am 2. Oktober 2013 (englisch).
  3. Kälteeinbruch im Jahr 1258: Forscher legen Lösung für Vulkan-Rätsel vor. Spiegel Online, 1. Oktober 2013, abgerufen am 2. Oktober 2013.
  4. M. Sigl u. a.: Timing and climate forcing of volcanic eruptions for the past 2,500 years. In: Nature. 2015, doi:10.1038/nature14565.
  5. Gifford H. Miller u. a.: Abrupt onset of the Little Ice Age triggered by volcanism and sustained by sea-ice/ocean feedbacks. In: Geophysical Research Letters. Band 39, Nr. 2, Januar 2012, doi:10.1029/2011GL050168.
  6. vulkane.net/blogmobil Rinjani Aufruf am 4. Juni 2010 19:04 CEST