Robert Folk

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Dieser Artikel behandelt den Filmmusikkomponisten Robert Folk, des Weiteren gibt es den US-amerikanischen Molekularbiologen Dr. Robert L. Folk, Entdecker der Nanobakterien in der Erdatmosphäre.

Robert Folk (* 5. März 1949 in New York, N.Y.) ist ein US-amerikanischer Filmmusikkomponist, Songwriter und Musikproduzent.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Robert Folk begann seine Musik-Karriere schon im jugendlichen Alter als Songwriter und Bandmitglied bei verschiedenen „East-Coast Rock-Bands”. Nach einigen Jahren entdeckte er aber zusehends seine Leidenschaft für die klassische Musik, so dass er sich für ein Studium an der renommierten Juilliard School of Music in New York entschloss (an der u.a. auch John Williams studierte), die als weithin beste amerikanische Schule für angehende Komponisten gilt. Nach dem Erwerb eines Magister- und eines Doktorgrades unterrichtete er zunächst selbst noch einige Jahre an der Fakultät, bevor er schließlich in den frühen 1980er Jahren, über einen befreundeten Regisseur, die ersten Kontakte zur Filmindustrie knüpfen konnte und letztendlich nach Hollywood ging.

Inzwischen hat Robert Folk über 70 verschiedene Fernseh- und Kinofilme vertont. Seine Kompositionen, die er auch immer selbst orchestriert und dirigiert, kann man unter anderem in vielen bekannten Major- und Independentfilmen wie „The NeverEnding Story II” (1990), „Toy Soldiers” (1991) oder „Loaded Weapon 1” (1993) hören. Viele seiner Scores wurden auch direkt in Deutschland aufgenommen, so entstanden die Aufnahmen für „Beastmaster 2” im Jahre 1991 in Ost-Berlin mit dem Berliner-Rundfunkorchester, während andere Partituren, wie z.B. „Honeymoon Academy“ oder „The NeverEnding Story II”, mit verschiedenen Orchestern (u.a. Münchner Symphoniker, Bayerisches Staatsorchester) in München eingespielt wurden.

Bislang wurden nur die wenigsten seiner Arbeiten auf (offiziellen) Soundtrack-CDs veröffentlicht – dies gilt auch für seine mit Abstand bekanntesten Filmpartituren, den Scores zur „Police Academy”-Serie, obwohl Robert Folk dazu in einem Interview anmerkte: "Ich bedauere, dass ausgerechnet diese Scores am populärsten sind [...] man kann doch nur schwerlich einen dieser Filme als sehenswert bezeichnen. Es hat mir jedoch Spaß gemacht, weil ich Musik mit Marsch-Charakter für großes Orchester schreiben durfte [... außerdem ist] der Produzent ein guter Freund von mir, dem ich stets gern einen Gefallen erweise. Wäre es nicht so, ich hätte wahrscheinlich nach dem ersten Teil keinen Score mehr für die Serie geschrieben.” [1]

Robert Folk ist ein Mitglied der „Academy of Motion Picture Arts and Sciences” – neben seiner Filmmusikarbeit ist er gelegentlich auch noch als Konzertkomponist tätig. Seine eigene Ballett-Komposition „To Dream Of Roses” (1990), entstanden für das American Ballet Theatre und aufgenommen mit dem London Symphony Orchestra, dürfte hierbei das bekannteste und erfolgreichste Werk sein.

Kompositionen (Auswahl)[Bearbeiten]

Filmmusiken[Bearbeiten]

Konzertmusiken[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

Für die Horrorkomödie „Tremors – Im Land der Raketenwürmer” wurde Robert Folk kurz vor dem Kinostart gebeten, den Score des Komponisten Ernest Troost komplett zu ersetzen, da die Produzenten des Films mit dessen Arbeit nicht zufrieden waren – Folk hatte für seinen symphonischen Ersatz-Score (der vor allem in der zweiten Filmhälfte zu hören ist) aber gerade einmal fünf Tage Zeit und konnte daher nur die Hälfte der Musik von Troost ersetzen, die andere Hälfte seines Scores ist nach wie vor im Film zu hören.

Robert Folks Name sucht man in den Credits des Films jetzt allerdings vergeblich. In einem Interview erklärte er dazu: „... das liegt daran, dass Troost einen Vertrag hatte, der ihm zugestand, dass, wenn irgend ein Teil seiner Musik im Film Verwendung fände, sein Name auf jeden Fall in den Credits zu nennen sei. Es ist etwas anderes, wenn z.B. Jerry Goldsmith der ursprüngliche Komponist gewesen wäre, dann hätte man sicherlich die Nennung geteilt. Aber bei einem Komponisten ohne Reputation habe ich entschieden, dass mein Name besser nicht zusammen mit seinem genannt werden sollte. Jeder hier in Hollywood kennt diese Geschichte.” [2]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Der Deutsche Filmmusik-Dienst Nr. 18 / September 1991 – Interview mit Robert Folk – von Thomas Karban, S. 14 rechte Spalte
  2. Der Deutsche Filmmusik-Dienst Nr. 18 / September 1991 – Interview mit Robert Folk – von Thomas Karban, S. 14 linke Spalte