Roland Geyer

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Roland Geyer (* 29. Dezember 1952 in Wien) ist ein österreichischer Kulturmanager und Opernintendant. Seit 2006 ist er Intendant des Theaters an der Wien.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geyer studierte Wirtschaftsmathematik an der TU Wien und Sportwissenschaften an der Universität Wien.[1][2] Ab 1977 war er fünf Jahre lang als EDV-Analytiker in einer Computerfirma und als EDV-Ausbilder am Wiener Wirtschaftsförderungsinstitut (Wifi) tätig. Geyer schrieb auch vier Lehrbücher über Software-Design und Programmierung. Danach absolvierte er den Studiengang Musikmanagement an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und wurde Leiter des städtischen Kultur- und Sportwesens von Amstetten. 1983 gründete er die Amstettener Sommerfestspiele.

Jeunesse Musicale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1987 bis 1996 war Geyer Generalsekretär der Jeunesse Musicale und organisierte in dieser Zeit mit rund sechzig Mitarbeitern rund 3.500 Konzerte österreichweit. 1987 gründete er gemeinsam mit dem Dirigenten Manfred Honeck das Wiener Jeunesse Orchester und 1990 rief er das jährliche internationale Herbstfestival der "Jeunesse" in Wien ins Leben. Daneben war er als Kuratoriumsmitglied der Jeunesses Musicales International tätig, von 1995 bis 1997 auch als Präsident des "Jeunessen Musicales Weltorchesters".

KlangBogen und Oster Klang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geyer trat 1996 trat seine Stelle als Wiener Musikintendant an und war für jährlich rund siebzig Veranstaltungen (Konzerte und Musiktheater-Produktionen) verantwortlich. Außerdem fungierte er als Vorstandsmitglied beim Festival Wien Modern, bei den Wiener Symphonikern und beim Gustav Mahler Jugendorchester. Auch die Funktion als Musikintendant absolvierte Geyer zehn Jahre lang: Er verhalf dem Sommerfestival KlangBogen, welches Opernproduktionen im Theater an der Wien zeigte, zu internationaler Anerkennung[3] und gründete den OsterKlang, ein Festival in der Karwoche, welches spirituellen Werken der Musikliteratur gewidmet war.

Theater an der Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Wien verkraftet drei Opernhäuser nur, wenn es eine kluge Positionierung gibt“. Dieser Satz Geyers prägte und prägt seine Intendanz des Theaters an der Wien, die er Anfang 2006, im Mozartjahr, übernahm. Einerseits die Staatsoper als täglich spielender Repertoirebetrieb, andererseits die Volksoper als Vierspartenhaus mit Oper, Operette, Musical und Ballett, und zu guter Letzt das Theater an der Wien als Stagione-Opernhaus für ein Musiktheater „offener Grenzen“ mit dem Schwerpunkt auf Barock einerseits, Opern des 20. und 21. Jahrhunderts andererseits. Geyer gelang es, weltbekannte Musiker und Sänger, Regisseure und Ausstatter – wie Nikolaus Harnoncourt und Edita Gruberová, Claus Guth und Christian Lacroix – ans Haus zu verpflichten, errang den Zuspruch des Publikums, der internationalen Presse und der Kollegenschaft.

„Außerdem muss man auch dem Rechnung tragen, was im Theater an der Wien passiert. Das ist in der letzten Zeit wirklich beachtlich.“

Gerard Mortier: Im Gespräch mit Joachim Lange, Paris, 18. Juni 2009[4]

Seit September 2012 steht auch die Wiener Kammeroper unter Geyers Gesamtleitung.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gabriela Schnabel: Roland Geyer: "Mein Job ist mein Leben, das kleine Forsthaus ist mein Lebenselexier" format.at, 14. September 2009
  2. ORF: Ein Multitalent mit ungewöhnlicher Karriere, 14. Juli 2007
  3. Bis 2005 wurde das Theater überwiegend mit Musicals bespielt. Amüsanterweise gibt es zwar einen englischen und italienischen Artikel in Wikipedia über das Festival KlangBogen, aber bislang noch keinen deutschsprachigen.
  4. Joachim Lange: Online Musik Magazin, abgerufen am 12. Februar 2015