Rolf Spinrads

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Rolf Spinrads (* 5. Dezember 1942 in Bayern; † 28. März 1987 in Düsseldorf) war ein deutscher Fernseh-Redakteur, Regisseur und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Kriegswirren gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Rolf Spinrads in Bayern geboren und lebte dort mit seiner Mutter – getrennt vom Vater – bei Verwandten auf dem Land. Erst mit einiger Verzögerung traf sich die versprengte Familie gegen Kriegsende wieder in Düsseldorf, wo er dann auch bis zu seinem Tod lebte. Schon zu Schulzeiten interessierte er sich stark für Kunst, insbesondere Fotografie und Malerei. Nach dem Abitur 1962 am Humboldt-Gymnasium Düsseldorf hatte Rolf Spinrads eigentlich eine Karriere als Kunstlehrer angestrebt. Er begann ein Studium an der Kölner Universität. Durch Studentenjobs und ein Volontariat kam er aber zum WDR, wo er schnell sein Faible für dieses neue wachsende Medium entdeckte. Das führte dazu, dass er als damals jüngster Redakteur im gesamten WDR eine Festanstellung fand. So konzentrierte sich sein Leben und Schaffen ganz auf die Entwicklung und Gestaltung neuer Sendungen (heute "Formate") – vornehmlich im Bereich der Unterhaltung.

„Er hatte ja seine feste Crew, das waren alles fest angestellte WDR-Leute, mit denen er gearbeitet hat, aber die waren anderes drauf als der Rest vom WDR.“

Karin Zahn, Regie-Assistentin[1]

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolf Spinrads arbeitete in der Redaktion des Jugendmagazins Baff Ende der 1960er Jahre; einer mitunter bewusst irritierend und provozierend gestaltete Sendung. Sie zeigte z. B. die erste Frau mit freiem Oberkörper in einem solchen Sendeformat.

Spinrads schuf eine Vielzahl von Unterhaltungsformaten, die ihrer Zeit zum Teil voraus waren, u. a. eine der allerersten Dating-Shows: "Spätere Heirat nicht ausgeschlossen" mit Reinhard Münchenhagen. Die anarchistisch chaotische Plattenküche, das Musik- und Sketchformat Bananas[2] und als Nachfolge die Show Känguru[3], für die er Hape Kerkeling entdeckte.

„Er war ja ein sehr kreativer Mensch. Er war erst einmal - glaube ich - der jüngste Redakteur beim WDR mit 22 Jahren. Und er war auch anders als die anderen, sag ich mal ganz blöde.“

Hans Herbert Böhrs, Darsteller in Bananas[4]

Spinrads hat vielen bekannten deutschen Künstlern ein erstes Forum im deutschen Fernsehen gegeben, indem er so genannte Personality-Shows mit ihnen produzierte. Zu diesen Persönlichkeiten gehörten u. a. Vicky Leandros (Die Show gewann die Bronzene Rose von Montreux 1971), Marius Müller-Westernhagen, Udo Lindenberg und Otto.

Nach dem Bruch mit Hape Kerkeling entwickelte er noch das Nachfolgeformat zu Känguru: Frankobella mit Frank Zander und Isabel Varell. Von Frankobella wurde nur eine Folge produziert, da Rolf Spinrads während der Produktion verstarb.

Fernsehdokumentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lachgeschichten – Plattenküche, ein Film von Winni Gahlen, 45 Min., WDR und RBB, 2011
  • Lachgeschichten – Bananas, ein Film von Winni Gahlen, 45 Min., WDR, 2013
  • Chaos im Dritten – Die legendäre Plattenküche, ein Film von Oliver Schwabe, 45 Min., WDR, 2019

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karin Zahn in Lachgeschichten – Bananas
  2. tv-kult.de Abgerufen am 19. Mai 2012
  3. Alexandra Reinwarth: Hape - Auf den Spuren des lustigsten Deutschen. Riva Verlag, 2011, ISBN 978-3-86413-061-8. Abgerufen am 19. Mai 2012
  4. Hans Herbert Böhrs in Lachgeschichten – Bananas

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]