Rolf Spinrads

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Rolf Spinrads (* 5. Dezember 1942 in Bayern; † 28. März 1987 in Düsseldorf) war ein deutscher Fernseh-Redakteur, Regisseur und Autor.

Leben[Bearbeiten]

In den Kriegswirren gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Rolf Spinrads in Bayern geboren und lebte dort mit seiner Mutter - getrennt vom Vater - bei Verwandten auf dem Land. Erst mit einiger Verzögerung traf sich die versprengte Familie gegen Kriegsende wieder in Düsseldorf, wo er dann auch bis zu seinem Tod lebte. Schon zu Schulzeiten interessierte er sich stark für Kunst, insbesondere Fotografie und Malerei. Nach dem Abitur hatte Rolf Spinrads eigentlich eine Karriere als Kunstlehrer angestrebt. Er begann ein Studium an der Kölner Universität. Durch Studentenjobs und ein Volontariat kam er aber zum WDR, wo er schnell sein Faible für dieses neue wachsende Medium entdeckte. Das führte dazu, dass er als damals jüngster Redakteur im gesamten WDR eine Festanstellung fand. So konzentrierte sich sein Leben und Schaffen ganz auf die Entwicklung und Gestaltung neuer Sendungen (heute "Formate") - vornehmlich im Bereich der Unterhaltung.

Leistungen[Bearbeiten]

Er arbeitete in der Redaktion des Jugendmagazins Baff Ende der 1960er Jahre; einer Sendung, die teilweise bewusst irritierend und provozierend gestaltet wurde. Hier wurde z. B. die erste Frau mit freiem Oberkörper in einem solchen Sendeformat gezeigt.

Rolf Spinrads schuf eine Vielzahl von Unterhaltungsformaten, die ihrer Zeit zum Teil voraus waren, u. a. eine der allerersten Dating-Shows: "Spätere Heirat nicht ausgeschlossen" mit Reinhard Münchenhagen. Die anarchistisch chaotische Plattenküche, das Musik und Sketchformat Bananas[1] und als Nachfolge die Show Känguru[2] für die er Hape Kerkeling entdeckte.

Er hat vielen bekannten deutschen Künstlern ein erstes Forum im deutschen Fernsehen gegeben, indem er so genannte Personality-Shows mit ihnen produzierte. Zu diesen Persönlichkeiten gehörten u. a. Vicky Leandros (Die Show gewann die Bronzene Rose von Montreux 1971), Marius Müller-Westernhagen, Udo Lindenberg und Otto.

Nach dem Bruch mit Hape Kerkeling entwickelte er noch das Nachfolgeformat zu Känguru: Frankobella mit Frank Zander und Isabel Varell. Von Frankobella wurde nur eine Folge produziert, da Rolf Spinrads während der Produktion verstarb.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. tv-kult.de Abgerufen am 19. Mai 2012
  2. Alexandra Reinwarth: Hape - Auf den Spuren des lustigsten Deutschen. Riva Verlag, 2011, ISBN 978-3-86413-061-8. Abgerufen am 19. Mai 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rolf Spinrads – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien