Rose Marie Stuckert-Schnorrenberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Rose Marie Stuckert-Schnorrenberg (* 22. März 1926 in Düsseldorf) ist eine deutsche Malerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rose Marie Stuckert-Schnorrenberg wuchs in Düsseldorf auf und hatte bereits in ihrer Kindheit den Wunsch zu malen.[1] Von 1947 bis 1951 absolvierte sie die Landeskunstschule in Hamburg unter Erich Hartmann und zwischen 1952 und 1955 bekam sie ein Stipendium an der Akademie der Bildenden Künste in Düsseldorf. Sie wurde Meisterschülerin von Macketanz.

1955 kam sie an den Bodensee, wo sie ihre Düsseldorfer Künstlerkollegen wiedertraf, die sich in den politisch sehr schwierigen Jahren unter Hitler bereits auf die Höri am Untersee geflüchtet hatten, da ihre Malerei damals als entartet galt und sie mit ihren Familien die nahe Schweizer Grenze suchten. Dort hatte sich die Künstlergruppe der Höri-Maler gebildet, die in der dritten und wichtigsten Phase ihren Höhepunkt erreichte.[2]

Namentlich zu nennen wären Curth Georg Becker, Otto Dix, Erich Heckel, Ferdinand Macketanz, Jean Paul Schmitz, Rudolf Stuckert, Gertraud und Walter Herzger, Helmuth Macke, Walter Kaesbach und Max Ackermann. Stuckert-Schnorrenberg gehörte zu dieser Gruppe der Hoeri-Maler und lebte und arbeitete in deren Mitte.

1967 heiratete sie Rudolf Stuckert und bekam 1972 eine gemeinsame Tochter mit ihm. Im gleichen Jahr gründeten sie auch die Galerie Stuckert in Konstanz, deren Geschäftsführerin sie war.

Sie zogen von Wangen in ein Atelierhaus, in dem sie beide fortan arbeiteten. Es herrschte unter der Künstlergruppe weiterhin ein angenehmer und herzlicher Kontakt.[3]

1986 hatte ihre Tochter einen schweren Unfall und 2002 starb ihr Gatte, den sie bis zum Tod pflegte.

Trotz der vielen familiären Pflichten, die sie zeitlich sehr beanspruchten, hörte Rosa Marie Stuckert-Schnorrenberg nie auf, im Atelier zu arbeiten. Von 1976 bis 1994 arbeitete sie darüber hinaus als Kunsterzieherin an der evangelischen Internatsschule Schloss Gaienhofen.

In den letzten Jahrzehnten war sie intensiv in der süddeutschen Kunstszene präsent. In ihrem letzten Lebensabschnitt findet ihre Kunst auch im Ausland Verbreitung und Zuspruch. Ihr Malstil wird als überwiegend expressiv realistisch bis leicht abstrahiert eingeordnet mit dynamischem Duktus bis zu mehrheitlich sensibler feiner Pinselführung.

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stuckert-Schnorrenberg hat allen schwierigen Umständen zum Trotz in der süddeutschen Kunstszene viel durch ihr Schaffen und Wirken bewegt.

Im Alter von 86 verbreitet sich ihre Kunst über die nationale Grenze hinaus mit Ausstellungen in Italien, Frankreich und in der Schweiz.

Hauptsächlich malt sie Landschaftsausschnitte, häufig in Form von Fensterbildern. Hier zeigen sich die Einflüsse von Macketanz, der selbst von der Gruppe Der Blaue Reiter beeinflusst war und bis zu Matisse zurückgeht: „Die Farbe wird aus der Funktion der Gegenstandsbezeichnung gelöst und hat hinsichtlich der formalen Bildorganisation den Blick aus dem Fenster.“

Beachtlich ist ferner ihr Engagement im sozialen Bereich mit vielen von ihr initiierten Zontaprojekten[4], sowie der Behindertenförderung, die ihr ein besonderes Anliegen ist.[5] Die Druckerpresse, welche Erich Heckel ihrem Gatten vererbt hat, hat sie allen Kunstschaffenden in ihrem Landkreis zugänglich gemacht.[6]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BSK, Pressenews, Kunstpreis für Menschen mit Behinderung 31. März 2009
  • Südkurier, Vernissage zur Ausstellung, 4. Februar 2011
  • Kunstverein Radolfzell, Ein Forum für zeitgenössische Kunst, 2010
  • Volkmar Dietsch: Eine künstlerische Partnerschaft, S 55ff AQ Verlag Saarbrücken 2004/ 7)
  • Andrea Hofmann:Künstler auf der Höri. Friedrich Bahn Verlag, 1989
  • Ketterer Kunstlexikon: Die Höri Maler
  • Stuckert Schnorrenberg : Ausstellungskatalog 2013/ Mailand
  • Städtisches Kunstmuseum Singen: Höri-Maler, 17. August 2011

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interview mit der Künstlerin am 5. Februar 2013 in Hemmenhofen, Galerie Ballarini, Ausstellungskatalog Mailand 2013
  2. Ketterer Kunstlexikon, die Hörimaler/ Andrea Hofmann, Künstler auf der Höri, Friedrich Bahn Verlag, 1989
  3. Helga und Volkmar Dietsch, Seht die Farben, die ich trage, AQ- Verlag, 2004
  4. Brikada, Magazin für Frauen, Rose Marie Stuckert mit Verdienstkreuz geehrt, Ministerium für Arbeit und Soziales 4. Oktober 2007
  5. BSK, Pressenews, Kunstpreis für Menschen mit Behinderung 31. März 2009
  6. Südkurier, Vernissage zur Ausstellung, 4. Februar 2011