Rosenau (Adelsgeschlecht)

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Die Ritter von Rosenau waren ein Adelsgeschlecht, das in Oeslau am Stadtrand von Rödental und in Coburg begütert war. Die Familie hatte spätestens ab dem 15. Jahrhundert das Münzmeisteramt in Coburg inne.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

von Rosenau bei Siebmacher
Schloss Rosenau bei Oeslau, hervorgegangen aus dem Stammsitz der Rosenauer
Rosenauer Burg in Coburg
Münzmeisterhaus in Coburg

Das Rosenauer Geschlecht ist als Ritter von Rosenawe seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts urkundlich nachweisbar. Obwohl das Schloss Rosenau bei Oeslau erst 1439 als Besitz der Edelherren von Rosenawe erstmals in einer Sonnefelder Urkunde erwähnt wird, ist davon auszugehen, dass es bereits vor 1430 bestand, als die Rosenauer durch den Erwerb von Gütern um Coburg in Erscheinung traten. Da es für ein Adelsgeschlecht üblich war, sich nach ihrem Stammsitz, hier also der Rosenau, zu benennen, wird bei Oeslau zumindest ein Gutshof oder eine Kemenate dieses Namens bereits existiert haben.

Der 1394 bekundete Münzmeister Friedrich von Ouwe aus einem Rittergeschlecht, das in Bamberg schon 1250 dieses Amt innehatte, zählt wahrscheinlich zur Stammlinie von Rosenawe. 1374 wurde das Geschlecht unter den Teilnehmern eines Turniers in Esslingen genannt. Der auch in Südthüringen und im Raum Gotha reich begüterten Familie gehörte ab 1410 das Coburger Münzmeisterhaus, das die Rosenauer 1444 als dreigeschossiges Wohnhaus des Münzmeisters neu errichten, ab 1425 das Wasserschloss Mitwitz, 1451 das Wasserschloss Oeslau, 1489 Gauerstadt sowie eine Reihe von Gutshöfen im Coburger Land. 1501 kamen Dorf und Schloss Ahorn dazu. 1516 wurde ein Anton von Rosenau auf Schloss Eichhof genannt.

Die Münzmeister Heinz und Günter von Rosenawe, deren Adelsprädikat bis 1433 vorübergehend wegen unschicklicher Lebensführung aberkannt worden war, erwarben 1432 für 6.000 Rheinische Gulden von Herzog Sigismund von Sachsen mehrere Güter bei Coburg und erbauten 1434 die Rosenauer Burg als Wasserschloss unweit der äußeren Befestigungsanlage der Stadt Coburg. In dieser Zeit wurde den Brüdern das Recht verbrieft, Coburger Münzen zu schlagen. 1456 wurde Sylvester von Rosenau mit Ottenwein und Neida belehnt. Seine Nachkommen erwarben später die Güter in Thüringen. 1500 zählte Merten von Rosenau zur stolbergischen Ritterschaft. Lucas v. R. war 1520 Kanoniker zu Mainz, Worms und Würzburg und starb 1531 in Mainz. Sylvester II., Heintze und Valentin von Rosenau waren um die Mitte des 16. Jahrhunderts Hofgerichts-Beisitzer zu Coburg.

Drei Jahrhunderte lang war der Name derer von Rosenau, deren Reichtum auf landwirtschaftlichen Gütern aufgebaut war, eng mit dem Schloss Rosenau am Steilufer der Itz verbunden. Im so genannten Frühkapitalismus ab Ende des 16. Jahrhunderts bekamen die Großgrundbesitzer die Folgen, die das Aufblühen des Fernhandels in Verbindung mit industriellem Verlegertum mit sich brachten, zu spüren. Die wirtschaftlichen Erträge gingen für die Rosenauer beängstigend zurück, was zur fortschreitenden Verschuldung der umfangreichen Familienbesitzungen führte.

Martin von Rosenau verkaufte die Rosenauer Burg in Coburg 1556 als letzter Besitzer aus dem Rittergeschlecht an Christoph von Hessberg, von dem 1611 Herzog Johann Casimir das verschuldete Anwesen erwarb. Sylvester von Rosenau, Freund Luthers und Melanchthons, vererbte seinem Sohn Hans Berthold Schloss Rosenau und die Güter bereits hoch verschuldet. Auch dieser konnte das Erbe zu keiner neuen Blüte führen, so dass sein Nachfolger Adam Alexander von Rosenau notgedrungen das alte Schloss an Herzog Johann Casimir veräußern musste, den Verkauf jedoch 1637 wieder rückgängig machen konnte. 1664 verstarb hier Adam Siegmund von Rosenau als coburgischer Landesmajor und Kriegscommissar.

1704 ging die Rosenau der gleichnamigen Familie endgültig verloren. Der österreichische Freiherr Ferdinand Adam von Pernau, seit 1690 in Diensten des Herzogs Albrecht, erwarb das Schloss Rosenau samt Nebengebäuden als Sommersitz und Studienplatz für seine vogelkundlichen Forschungen. Zu dieser Zeit bestand das eher burgähnliche Anwesen aus dem Palas mit daran gestelltem Rundturm, den Resten der ursprünglichen Ringmauern mit zwei Wehrturmruinen und der Vorburg mit Stallungen, das Ganze umgeben von einem weitläufigen, verwilderten Park. Im Inneren des Palas befand sich ein nach Osten hin offener Arkadenbau aus dem 17. Jahrhundert, Ehrenhof genannt, den der italienische Baumeister Giovanni Bonalino mit gotischen Elementen gestaltet hatte.

Das Rittergut Rosenau bei Oeslau gehörte dem Ritterkanton Baunach an, in dem das Geschlecht von Rosenau von dessen Erwerbung an immatrikuliert war. 1713 trat ein v. Rosenau als Dänischer Generalmajor in Jütland in Erscheinung. Der letzte Rosenauer verstarb 1825 auf einem Gut in Sülzenbrücken bei Gotha.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Silber und Rot der Länge nach geteilt und rechts wie links drei übereinander gestellte Rosen in jeweils gewechselter Farbe. Die Helmzier besteht aus zwei silbernen offenen Büffelhörnern mit je drei roten Rosen bestückt, die Helmdecke ist silbern mit roter Innenseite.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walther Heins: Schloss Rosenau und seine Geschichte. In: Aus Coburg Stadt und Land. 1954, ZDB-ID 1256305-5, S. 34–40 (Wiederabdruck in: Herbert Ott (Red.): 800 Jahre Oeslau. Gemeinde Oeslau, Oeslau 1962, S. 47–53).
  • Fritz Mahnke: Schlösser und Burgen im Umkreis der Fränkischen Krone. Druck- und Verlagsanstalt Neue Presse GmbH, Coburg 1974, S. 64–68.
  • Norbert H. Ott: Schloss Rosenau. Ein Adelssitz in Nordfranken. Neue Presse Coburg, Coburg 1970.
  • Richard Teufel: Bau- und Kunstdenkmäler im Landkreis Coburg. Herausgegeben vom Landkreis Coburg. Riemann, Coburg 1956.
  • Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, 1861, Band 7, Seite 582

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]