Rudolf Henneberg (Maler)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Rudolf Friedrich August Henneberg (* 13. September 1825 in Braunschweig; † 14. September 1876 in Braunschweig) war ein deutscher Maler.

Leben[Bearbeiten]

Henneberg studierte Rechtswissenschaft in Göttingen, wo er sich dem Corps Brunsviga anschloss, und in Heidelberg, wo er Mitglied des Corps Vandalia wurde. Anschließend arbeitete er ein Jahr als Auditor in Braunschweig. Im Frühjahr 1850 jedoch ging er nach Antwerpen, um sich in der Malerei auszubilden, und beschloss endlich, nachdem er die dortige Akademie anderthalb Jahre besucht hatte, den Staatsdienst ganz aufzugeben.

Er ging nach Paris, arbeitete dort kurze Zeit im Atelier Coutures und begann eigene Kompositionen auszuarbeiten, wobei er großen Wert auf landschaftliche Studien legte. 1857 trug ihm sein wilder Jäger (1856, Berliner Nationalgalerie) nach Bürger auf der Pariser Ausstellung eine Medaille ein. Mit diesem Gemälde betrat er erstmals sein eigentliches Stoffgebiet einer wilden, leidenschaftlich-düsteren Romantik. Von einem ähnlichen Geist erfüllt ist der Verbrecher aus verlorner Ehre nach Schillers Novelle (1860, Berliner Nationalgalerie).

Rudolf Henneberg: Die Jagd nach dem Glück (1868)

Ab 1861/62 hielt sich Henneberg in Italien, vor allem in Rom, auf und entfaltete sein Kolorit durch das Studium Tizians zu größerem Reichtum. 1863-65 war er in München, 1866-73 in Berlin. Die Jagd nach dem Glück (1868, Nationalgalerie in Berlin), seine reifste Komposition, machte seinen Namen populär. Durch die Ereignisse von 1870/71 angeregt, malte er einen Zyklus von Wandgemälden patriotischen Inhalts für die Warschauersche Villa in Charlottenburg. 1873-76 ging er wieder nach Rom, wo er eine Reihe von Reiter- und Jägerbildern mit dem Hintergrund der römischen Campagna schuf. Neben seiner Neigung zum Phantastischen und zur Romantik reizte ihn die Darstellung des Pferdes, worin er große Meisterschaft erreichte. Im Kolorit anfangs von Rubens und Tizian ausgehend, arbeitete er sich zuletzt zu einer sonnigen Klarheit und heiteren Ruhe durch.

Henneberg starb am 14. September 1876 in Braunschweig. Er wurde auf dem Martinifriedhof beigesetzt.

In seiner Geburtsstadt ist der Rudolfplatz nach ihm benannt. Die Hennebergstraße in Braunschweig trägt den Namen seiner ihm eng verbundenen älteren Schwester Wilhelmine Henneberg.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rudolf Henneberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn du den Artikel so weit überarbeitet hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dies belegt ist und er den heutigen sprachlichen Anforderungen genügt.

Um danach auf den Meyers-Artikel zu verweisen, kannst du {{Meyers Online|Band|Seite}} benutzen.