Rudolph Elvers

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Johann Friedrich Rudolph Elvers (* 6. September 1825 in Göttingen; † 30. Mai 1891 in Wernigerode) war ein deutscher Jurist und Verwaltungsbeamter. Er war Regierungs- und Konsistorialrat im Dienst von Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode und Landrat des preußischen Kreises Wernigerode.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elvers stammte aus Mecklenburg. Sein Vater war der Richter Christian Friedrich Elvers (1797–1858). Er war verheiratet mit Mathilde (1833-) und hatte mit ihr einen Sohn und eine Tochter. E. besuchte Gymnasien in Kassel und Rostock. 1846–49 studierte E. Rechtswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg, Heidelberg und Berlin. Während seines Studiums wurde er im 1846 Mitglied der Alten Heidelberger Burschenschaft Frankonia. 1848 meldete er sich als Freiwilliger und wurde Mitglied des vom Kommandeur Kano Graf zu Rantzau befehligten 2. Freicorps. Als solcher nahm er am „väterlichen Freiheitskampf für die Herzogthümer Schleswig-Holstein“ im Jahre 1848 teil. 1850 wurde er Referendar beim Obergericht Kassel, sieben Monate diente er im Schleswig-Holsteinischen 5. Jäger-Corps und wurde 1851 als Fähnrich entlassen. Im Jahr 1851 promovierte E. zum Dr. Jur. und habilitierte 1852. Bis 1855 war E. Privatdozent für Römisches Recht in Göttingen, 1856 Kreisrichter in Höxter, 1862 Dirigent der Kreisgerichtsdeputation in Wernigerode, 1864–76 Regierungsrat und Konsistorialrat der Gräflichen Regierung in Stolberg-Wernigerode und schließlich 1876–90 Landrat in Wernigerode.

E. wurde 1885 Mitglied im Hauptausschuss des Deutschen Vereins für Armenpflege und Wohltätigkeit. E. beschäftigte sich intensiv mit dem Landstreicherwesen und der Reform der vorherrschenden Praktiken, was ihm den Spottnamen "Wernigeröder Vagabunden-Elvers einbrachte." Seine Konzepte wurden teilweise in den bodelschwinghschen Arbeiterkolonien aufgegriffen.

Elvers wurde Dirigent der Königlichen und Gräflichen Kreisgerichts-Deputation zu Wernigerode und stieg bis zum Kreismeister auf. Als solcher erklärte er sich bereit, ab 1. Oktober 1864 in den Dienst des Grafen Otto zu Stolberg-Wernigerode zu treten und die Funktion eines Rats der Regierung und des Medizinalkollegiums sowie des Vorsitzenden des Konsistoriums Wernigerode zu übernehmen. Am genannten Tag erfolgte seine Bestellung zum gräflich-stolbergischen Regierungs- und Konsistorialrat.

Im Oktober 1876 wurde er kommissarisch mit der Verwaltung des Landratsamtes Wernigerode betraut. Im gleichen Jahr wurde er Nachfolger von Regierungsrat von Rosen im Amt des Direktors der Magdeburgischen Land-Feuersozietät.

Am 2. November 1876 erfolgte offizielle seine Einführung als Landrat. Gleichzeitig übergab er den Vorsitz im gräflichen Konsistorium Wernigerode an den Kammerdirektor von Hoff. Mit Genehmigung des Ministeriums des Innern zu Berlin übernahm er im Mai 1877 wieder die Funktion des Vorsitzenden im gräflichen Konsistorium als Nebentätigkeit.

Elvers war konservativ und ging zum 1. Oktober 1890, unmittelbar nach dem letzten Tag der Gültigkeit des Sozialistengesetzes, in Pension. Graf Otto bedauerte dies mit ganzem Herzen und teilte ihm mit: Euer Hochwohlgeboren haben als erster königlicher Landrath mit solchem Verständnis für die geschichtliche Entwicklung und mit solcher Rücksicht auf die thatsächlichen Verhältnisse die Geschäfte geleitet und die erforderlichen Organisationen vorgenommen, daß Ihnen mein wärmster Dank dafür gebührt. Nur wenige Monate später starb Elvers in Wernigerode.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elvers bekam 1890 von Kaiser Wilhelm II. (als König von Preußen) den Roten Adlerorden III. Klasse mit der Schleife verliehen. Nach Elvers wurde der Elversstein bei Hasserode benannt, der in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen ist.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Unterstützungswohnsitz und das Landarmenwesen mit Rücksicht auf die vagabundierende Bettelei. (= Schriften des DV H. 3/1882).
  • Zur Vagabondenfrage. (= Zeitfragen. H. 12). Berlin 1882, OCLC 36903231.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]