Russisches Kriegsschiff, f*** dich …!

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Русскій воєнний корабль, іді …!
Die Briefmarke mit den Nennwert W für den Versand innerhalb der Ukraine.
Die Briefmarke mit den Nennwert F für den Versand in das Ausland.
Ausgabe
Land Ukraine
Nominalwert F und W[1]
Ersttag 12. April 2022
Abmessungen F: 40,6 mm × 26 mm
W: 40,5 mm × 30 mm
Gestaltung
Bildmotiv Ein ukrainischer Soldat im Vordergrund mit dem Umriss des russischen Kriegsschiffs Moskwa im Hintergrund.
Farbe Der gelbliche Boden der Insel ergibt mit dem Blau des Meeres die ukrainische Nationalflagge.
Entwurf Boris Groh
Druckart Offsetdruck
Perforation Zähnung
Besonderheiten Anlässlich des Widerstands gegen den russischen Angriff auf die Schlangeninsel
Auflage
Auflage 1 Million

Russisches Kriegsschiff, f*** dich …! (ukrainisch Русскій воєнний корабль, іді …! Russkij wojennyj korabl, idi …!, von russisch Иди на хуй, deutsch wörtlich Geh zum Schwanz, sinngemäß Fick dich) ist eine Sondermarke der ukrainischen Post, Ukrposhta. Sie wurde am 12. April 2022 in Erinnerung an einen Vorfall während des russischen Überfalls auf die Ukraine vorgestellt und herausgegeben.[2][3]

Die Briefmarke zeigt einen ukrainischen Soldaten, der dem russischen Kriegsschiff Moskwa den Stinkefinger zeigt. Auf einem Sonderstempel und einem Umschlag ist der Anfang des Spruches „Russisches Kriegsschiff, fick dich“ zu lesen. Die Moskwa sank zwei Tage nach Herausgabe der Briefmarke am 14. April 2022.[4]

Hintergrund und Herausgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Demonstration im polnischen Posen am 26. Februar 2022. Ein Schild präsentiert den Spruch auf Englisch.

Am 24. Februar 2022 hatten sich der Lenkwaffenkreuzer Moskwa und das Patrouillenboot Wassili Bykow der ukrainischen Schlangeninsel im Schwarzen Meer genähert. Die ukrainischen Soldaten auf der Insel lehnten eine Kapitulation ab, stattdessen antwortete der ukrainische Soldat Roman Hrybow über Funk auf Russisch: Русский военный корабль, иди на хуй![5] (sinngemäß „Russisches Kriegsschiff, fick dich!“). Der Spruch wurde in der Folge äußerst populär, z. B. wurde er auf Demonstrationen verbreitet sowie auf T-Shirts und Werbeplakaten abgedruckt.

Am 8. März 2022 startete die ukrainische Post auf Facebook und Instagram einen Wettbewerb, in dem der Entwurf des Künstlers Boris Groh die meisten Stimmen erhielt.[6][2][7] Zwanzig Entwürfe waren vorgelegt worden; an der Abstimmung nahmen schließlich 8000 Menschen teil. 1700 Stimmen gingen an den Entwurf von Groh.[8] Am 11. März 2022 veröffentlichte die Post den Siegerentwurf auf Facebook.[9]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Briefmarke bildet die Zeichnung eines ukrainischen Soldaten mit Gewehr ab. Seine rechte Hand zeigt den Stinkefinger in Richtung eines Kriegsschiffes. Auf dem Schiff ist die Zahl 121 erkennbar, wie auf der Moskwa, und die russische Flagge weht dort.

Der Sonderstempel zur Briefmarke beinhaltet die Umrisse der Schlangeninsel. Dort und auf dem dazu passenden Umschlag steht der Anfang des Spruches: Русскій воєнний корабль, іді… ![10] Hinzu kommt auf dem Umschlag eine Darstellung der Akustikwelle des Spruches.

Wert und Vertrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sonderbriefmarke gibt es in einer Version für den Versand von Inlandsbriefen mit den Nennwert „F“ und einer für Auslandsbriefe mit den Nennwert „W“.[1] Vertrieben wurde sie über alle Poststellen sowie den Online-Shop der ukrainischen Post.[11]

Die Auflage ist auf insgesamt eine Million Exemplare limitiert (Nennwert „F“ und „W“ jeweils 500.000 Stück). Zudem wurden 20.000 Ersttagsbriefe mit einem Ersttagsstempel in Form eines Landkartenumrisses der Ukraine herausgegeben.

Laut Ihor Smilyanskyi von der ukrainischen Post war die Briefmarke am 15. April in Kiew ausverkauft. Wegen russischer Luftangriffe auf die entsprechende Fabrik habe man noch nicht die geplante Menge drucken können.[12] Bereits am 18. April 2022 hat der Online-Shop der ukrainischen Post die Briefmarke in beiden Ausführungen als ausverkauft markiert.[13][14]

Maße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Maße der Briefmarke mit dem beschrifteten Nennwert „F“ beträgt 40,6 mm × 26 mm und jene mit dem Nennwert „W“ sind 40,5 mm × 30 mm.[1]

Präsentation und Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Soldat, von dem der Funkspruch mit der groben Antwort stammen soll, heißt Roman Hrybow und wurde am 29. März 2022 für seine Tapferkeit mit einem Orden geehrt.[15] Er und der Chef der ukrainischen Post, Ihor Smeljansky, haben die ersten Sonderbriefumschläge mit den Marken im Kiewer Hauptpostamt signiert.[16]

Die Ukrposhta verlieh der Marke nicht nur einen ukrainischen, sondern auch einen englischsprachigen Titel, sie gab ihn entweder als „Russian warship, go …!“ oder „Russian warship, f***k you…!“ wieder.[1][2][17] Präsident Wolodymyr Selenskyj ließ sich mit den Briefmarken fotografieren und kommentierte, russische Kriegsschiffe sollten nur in eine Richtung fahren.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d On 12.04.2022 Ukrposhta issues postage stamps „Russian warship, go …!“ In: ukrposhta.ua. 11. April 2022, abgerufen am 17. April 2022 (ua, Der Tarif mit den Nennwert „F“ beträgt 23 Hrywnja und entspricht dem Tarif für den Versand eines Einschreibens innerhalb der Ukraine. Der Tarif mit den Nennwert „W“ beträgt 1,50 US-Dollar und ist der Tarif eines einfachen Briefes auf dem Landweg ins Ausland. Stand: 2022).
  2. a b c Ukrposhta issued one million postage stamps „Russian warship, f***k you…!“ In: ukrposhta.ua. 14. April 2022, abgerufen am 14. April 2022 (englisch).
  3. Stinkefinger für die Russen: Ukrainische Post bringt neue Briefmarke heraus. In: rnd.de. Redaktionsnetzwerk Deutschland, 12. April 2022, abgerufen am 14. April 2022.
  4. „Moskwa“: Russland gibt zu, Flaggschiff ist gesunken. In: Spiegel Online. Der Spiegel, 14. April 2022, abgerufen am 14. April 2022.
  5. Ukrainische Briefmarke zeigt dem russischen Kriegsschiff Moskwa den Mittelfinger. In: derstandard.at. 15. April 2022, abgerufen am 16. April 2022.
  6. The sketch for the postage stamp „Russian warship, fuck you!“ chosen. In: ukrposhta.ua. 12. März 2022, abgerufen am 18. April 2022 (englisch).
  7. Chris Michael: Ukraine reveals ‘Russian warship, go fuck yourself!’ postage stamp. In: theguardian.com. The Guardian, 12. März 2022, abgerufen am 14. April 2022 (englisch).
  8. Erinnerung an Kriegshelden: Ukrainische Post bringt Briefmarken mit Stinkefinger für Russen raus. In: businessinsider.de. Business Insider, 13. April 2022, abgerufen am 15. April 2022.
  9. Claudia Spiess: Neue Briefmarke der ukrainischen Post: „Go f**k yourself“. In: mimikama.at. 16. März 2022, abgerufen am 15. April 2022.
  10. a b Jörg Heinrich: Ukraine-Post: Briefmarken zeigen Russland den Mittelfinger. In: wuv.de. Werben & Verkaufen, 13. April 2022, abgerufen am 14. April 2022.
  11. Ukrainische Briefmarke zeigt dem russischen Kriegsschiff Moskwa den Mittelfinger. In: Der Standard. 15. April 2022, abgerufen am 15. April 2022.
  12. Ukrainische Kriegs-Briefmarke wird zum Sammlerstück. In: dw.com. 16. April 2022, abgerufen am 17. April 2022.
  13. Марка «Русскій воєнний корабль, іді…! Героям слава!» F/2022. In: ukrposhta.ua. Abgerufen am 18. April 2022 (ua, Wasserzeichen „продано“ für Ausverkauft).
  14. Марка «Русскій воєнний корабль, іді…! Слава Україні!» W/2022. In: ukrposhta.ua. Abgerufen am 18. April 2022 (ua, Wasserzeichen „продано“ für Ausverkauft).
  15. DW News: Russian warship ‘Moskva’ sinks in Black Sea: What does it mean? auf YouTube, abgerufen am 15. April 2022 (englisch).
  16. Ukrainische Post zeigt Russland mit neuer Briefmarke den Stinkefinger. In: Focus Online. Focus, 13. April 2022, abgerufen am 14. April 2022.
  17. sowohl in der Variante f**k als auch f***k