Sächsische Kohlenstraße

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Schlaegel und Eisen nach DIN 21800.svg

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Das Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge und der Förderverein des Museums haben die Idee einer Sächsischen Kohlenstraße entwickelt.

Intension[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel ist es, die Geschichte des sächsischen Steinkohlenbergbaues erlebbar zu machen. Neben dem Steinkohlenbergbau an sich, möchten die Akteure auch die Bedeutung als „Brot der Industrie“, die Veränderungen der Landschaft und alle mit dem Steinkohlenbergbau verbundenen Facetten der Industriekultur im Bewusstsein halten. Die Ausarbeitung der geologischen Gegebenheiten, der Geschichte jedes einzelnen Bergbaugebietes und nicht zuletzt auch der Bedeutung der Steinkohle und aller mit ihr gekoppelten Berufszweige ist den Beteiligten ein Anliegen.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfangs ist die Entwicklung als virtuelle Route geplant. Unterlegt werden soll diese durch ein Netzwerk verschiedener kultureller und touristischer Partner und eine gemeinsame Bekanntmachung des für die industrielle Entwicklung Sachsens so wichtigen Industriezweiges.

Das Bergbaumuseum hat zusammen mit seinem Förderverein einen Fachbeirat gegründet, welchem Berglaute, Traditionsvereinsmitglieder, Regionalhistoriker und weitere Interessenten angehören.

Geplant ist eine eigene Internetseite, auf welcher neben der Route selbst auch Ausarbeitungen zur Geschichte der verschiedenen Fördergebiete, zur Fördertechnik, zum Nutzen und zum Absatz (auch Eisenbahnstrecken) der Steinkohle präsentiert werden sollen. Ins Auge gefasst werden zudem eine Sächsische Steinkohlen-Biografie und -bibliografie. Nicht wenige sächsische Persönlichkeiten haben sich um die Steinkohle verdient gemacht, beispielsweise auch Richard Hartmann, ohne den der sächsischen Steinkohlenbergbau nicht leben konnte und der selbst wiederum auch nicht ohne die sächsische Steinkohle wirtschaften konnte.

Der Sächsische Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Martin Dulig, hat die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen.

Die Route[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industriearchitektur, Bergbauwege und -lehrpfade und weitere Traditionspunkte, die sich bis heute erhalten haben, sollen über die rund 240 km lange Route – zunächst abstrakt – verbunden werden. Allein im einstigen Lugau-Oelsnitzer Revier gibt es über vierzig solcher Punkte. Fast alle sind bereits in einen Steinkohlenweg, einen Bergbaulehrpfad, einen Bergbaurundweg und einen Haldenerlebnispfad integriert.

Zunächst soll die Route zwischen Zwickau und Oelsnitz/Erzgebirge entwickelt werden und später weiter über Chemnitz, Flöha, Oederan, Hainichen, Freiberg (Bergakademie), Olbernhau, Brandov und Freital bis nach Dresden führen. Die Idee für die „Sächsische Kohlenstraße“ besitzt eine historisch belegte Grundlage: Bereits früher gab es in Sachsen Kohlenstraßen, über die aus den Kohlenrevieren die Schwarzen Diamanten vor allem in die wirtschaftlichen Zentren Chemnitz, Zwickau und Dresden gebracht wurden. So sind zwei längere Routen zweifelsfrei nachzuweisen: Zunächst „Die Kohlenstraße“ als Verbindung des Zwickauer Revieres über das spätere Lugau-Oelsnitzer Revier mit Chemnitz. Der zweite, eigentliche Abschnitt einer namentlichen, historischen „Kohlenstraße“ befindet sich im Döhlener Becken zwischen Hänichen und Dresden.

Die einzelnen sächsischen Steinkohlenreviere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erzgebirgisches Becken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwickauer Steinkohlenrevier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Östlicher Beckenflügel bis nach Chemnitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Chemnitzer Stadtgebiet liegt inmitten der Vorerzgebirgs-Senke und stößt im Nordosten an die Borna-Hainichener Senke, deren westlicher Teil, die Borna-Ebersdorf-Teilsenke, im Chemnitzer Stadtgebiet liegt. Im Südosten grenzen die Flöha-Teilsenke und im Südwesten die Oelsnitz-Teilsenke an. Aus geologischer Sicht konnte die Suche nach Steinkohlen in Chemnitz unter keinem guten Stern stehen, verschiedentlich traten jedoch kleinere Flöze, Schmitzen und Inseln zu Tage, sodass immer wieder Anstrengungen unternommen wurden, jene zu untersuchen oder gar abzubauen. Erfolg versprach dies jedoch nur im äußersten Nordosten, im heutigen Stadtteil Ebersdorf. Die Borna-Ebersdorf-Teilsenke ließ im 19. Jahrhundert zunächst Positives auch im Chemnitzer Norden erwarten, jedoch sollte sich das Gegenteil herausstellen. Bohrungen und Schächte sind aus den heutigen Stadtteilen Borna, Glösa, Draisdorf (Seidelmannhöhle), Hilbersdorf, Gablenz, Grüna, Reichenbrand, Rottluff, Rabenstein, Schönau, Altchemnitz, Adelsberg (Niederhermsdorf), Harthau, Markerdorf und Mittelbach bekannt. Heute erinnern der Schachtweg in Grüna und die Straße „An der Halde“ am ehemaligen Standort des Richard-Hartmann-Schachtes in Reichenbrand an einstige Aktivitäten in Chemnitz.

Revier um Borna-Ebersdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während in Chemnitz/Borna nach wenigen Versuchsbohrungen die Suche nach Steinkohlen wieder abgebrochen wurde, wurde in Chemnitz/Ebersdorf, wo die produktiven Stufen hervortreten, längere Zeit Steinkohle tatsächlich abgebaut. In Chemnitz Ebersdorf ist ein als wirtschaftlich anzusehender Steinkohlenabbau seit dem 16. Jahrhundert unter den Lichtenwalder Herren von Harras nachweisbar. Eingestellt wurde die Förderung offenbar erst im Jahre 1864.

Revier um Berthelsdorf-Hainichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Becken von Flöha[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinkohlen wurden ab 1700 in Altenhain und später auch in den Ortschaften Flöha, Gückelsberg und Plaue gesucht und auch abgebaut.

Döhlener Becken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Becken von Olbernhau-Brandov[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren nach 1851 wurde gegenüber dem Haus Nr. 10 nach Kohle gesucht. Dieser Versuch war ohne Erfolg. Erst später wurden weitere Bohrungen durchgeführt, diesmal mit Erfolg. Man fand im Wald beim Pferdebach (Koňský potok) Steinkohle. Kurz darauf wurde eine Gesellschaft gegründet, die von den Direktoren der Eisenwerke in Kallich (Kalek) geführt wurde. 1853 begann man mit der Gewinnung der Kohle. Die Grube erhielt den Namen Gabriele zu Ehren der Gräfin Marie Gabrielle von Buquoy, der Besitzerin des Schlosses Rothenhaus. Nach dem Tod der Gräfin kam es zum Zerfall des Unternehmens. So arbeiteten 1876 nur noch 6 Bergarbeiter im Schacht. Der Besitz von Rothenhaus wurde an die Tochter Isabella vererbt, deren Tochter Maria Gabriele den Prinzen Ludwig Karl Gustav von Hohenlohe-Langenburg ehelichte. Der Prinz fiel am 26. Juli 1866 in der Schlacht bei Königgrätz, seinen Besitz übernahm sein Sohn Gottfried. 1893 kaufte Johann Schlutius die Bergwerke. Unter seiner Führung entwickelte sich das Unternehmen wieder. Durch die neuen Funde von Anthrazitvorkommen, wuchs die Anzahl von 15 Bergleuten auf 92 im Jahre 1900. Im Juni 1898 wurde das Bergwerk modernisiert und eine Bahn gebaut. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts wuchs die Anzahl der Bergarbeiter weiter und in der Nähe des Dorfes entstand eine Bergarbeiterkolonie. Das Bergwerk bekam einen Dampfgöpel und ein weiterer Förderturm wurde in die Höhe gezogen. Der Förderschacht war inzwischen 600 Meter lang und 60 Meter tief. Das änderte sich nochmals als 1906 am oberen Ende des Dorfes der „Glückauf-Schacht“(Zdař Bůh)eröffnet wurde. Daneben wurde ein großes Gebäude mit Büros und Wohnungen für die Angestellten errichtet. Der „Glückauf-Schacht“ war mit einer Seilbahn mit Olbernhau in Sachsen verbunden. Hier wurde die meiste Kohle herübergebracht und unter dem Namen „Olbernhauer Anthrazitkohle“ vermarktet. 1910 wurden 172 Bergarbeiter beschäftigt. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde die Grenze zu Sachsen geschlossen. Auch die Telefonleitungen wurden gekappt und die Kohle lag nun in Brandau auf Halde. Erst nach langwierigen Verhandlungen durfte die Kohle wieder nach Sachsen befördert werden. 1921 wurde die Arbeit in den Bergwerken aufgrund der Hyperinflation der Deutschen Mark unterbrochen. Die Förderung wurde unrentabel. Die finanzielle Lage verschlechterte sich derart, dass Gabriele versteigert werden sollte. Die Regierung unterband die Versteigerung, und „Gabriele“ wurde geschlossen und demontiert. 1924 arbeiteten hier nur noch 73 Arbeiter. Während des Zweiten Weltkriegs erwog man, die Förderung wieder aufzunehmen. 1942 wurde dieser Gedanke endgültig verworfen. Die Kohlereserven waren völlig aufgebraucht.[1]

Becken von Schönfeld-Altenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiterführende Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivlink (Memento des Originals vom 13. April 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.brandov.cz

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heino Neuber: Schritt für Schritt auf der Sächsischen Kohlenstraße. Die Turmstütze. Nr. 33, 2014, ISSN 2193-2719
  • Gerd Mühlmann: Der Steinkohlenbergbau in und um Hainichen – eine weitere Station auf dem Weg entlang der Sächsischen Kohlenstraße und eine Episode der Geschichte des sächsischen Steinkohlenbergbaus vom beginnenden 18. bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts. Teil 1. Die Turmstütze. Nr. 37, 2016, ISSN 2193-2719
  • Gerd Mühlmann: Der Steinkohlenbergbau in und um Hainichen – eine weitere Station auf dem Weg entlang der Sächsischen Kohlenstraße und eine Episode der Geschichte des sächsischen Steinkohlenbergbaus vom beginnenden 18. bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts. Teil 2. Die Turmstütze. Nr. 38, 2017, ISSN 2193-2719