Søren Grammel

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Søren Grammel (* 1971 in Burgwedel) ist ein deutscher Kurator.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Abschluss der Studiengänge Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis[1] an der Universität Hildesheim und Creative Curating[2] am Goldsmiths College, University of London volontierte Grammel von 1999 bis 2000 am Frankfurter Kunstverein, dessen Neuausrichtung unter Nicolaus Schafhausen er begleitete. Danach kuratierte er die neunte Edition der Videonale (2001) in Bonn. Von der mittlerweile aufgelösten Stiftung Germinations Europe erhielt Grammel das Stipendium Junge europäische Kuratoren, das ihn zwischen 2001 und 2002 nach Polen[3] führte. Von 2002 bis 2004 arbeitete er als Kurator am Kunstverein München, dessen Programm er gemeinsam mit Maria Lind nach Prinzipien des New Institutionalism gestaltete – beispielsweise durch die Ausstellung Telling Histories[4] mit Liam Gillick (2003). 2004 wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Kunsthochschule Kassel und veröffentlichte die Monografie Ausstellungsautorschaft: Die Konstruktion der auktorialen Position des Kurators bei Harald Szeemann[5]. Parallel unterrichtete er an der Art Academy Umeå[6]. Sein dort gemeinsam mit dem Autor Jan Verwoert erarbeitetes Rechercheprojekt We invite all[7] wurde Anfang 2005 in der Ausstellung Whatever happened to social democracy am Rooseum[8] in Malmö gezeigt. Von 2005 bis 2011 war Grammel künstlerischer Leiter des Grazer Kunstvereins. In diesem Zeitraum entstanden neben Einzelausstellungen wie Mladen Stilinović (2006) auch die thematischen Ausstellungen Public Folklore[9] (2011) oder Die Blaue Blume[10] mit Katarzyna Kobro, die in der Rubrik Best-Themed-Shows 2007 der Zeitschrift frieze gelistet war. Am 1. Januar 2012 wurde Grammel Direktor des Kölnischen Kunstvereins. Hier entstanden Ausstellungen mit Janice Kerbel, Hilary Lloyd, Silke Otto-Knapp[11] (2012) oder Thea Djordjadze (2013). Er schied vorzeitig aus seinem Fünfjahresvertrag aus[12], um ab dem 1. November 2013 die Leitung des Museum für Gegenwartskunst (MGK) in Basel zu übernehmen, das 2016 in Kunstmuseum Basel Gegenwart umbenannt wurde. 2017 kuratierte er mit Richard Serra: Films and Videotapes[13] die international erste Ausstellung, die allein dem kompletten filmischen Schaffen Serras gewidmet war. Das Projekt Martha Rosler & Hito Steyerl: War Games[14] wurde von verschiedenen Zeitungen[15][16][17] zu den wichtigsten Ausstellungen des Jahres 2019 gezählt. Im Oktober 2020 beendete Grammel seine Tätigkeit an Basler Museum. Derzeit kuratiert Grammel die Sonderausstellung Isa Genzken – Werke von 1973 bis 1983 in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, K 21.

Grammels Arbeiten sind geprägt vom wiederkehrenden Motiv der Verbindung von Kunst und gesellschaftlichen Themen[18]. Er lebt und arbeitet in Basel.

Kuratierte Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martha Rosler & Hito Steyerl: War Games, Manual 09, Kunstmuseum Basel 2018, ISBN 978-3-7204-0240-8.
  • mit Tom Holert: Richard Serra – Films and Videotapes, Manual 07, Kunstmuseum Basel 2017, ISBN 978-3-7204-0235-4.
  • Joëlle Tuerlinckx, Manual 06, Kunstmuseum Basel 2016, ISBN 978-3-7204-0233-0.
  • Von Bildern. Strategien der Aneignung, Manual 04, Kunstmuseum Basel 2015, ISBN 978-3-7204-0226-2.
  • One Million Years – System und Symptom, Manual 02, Kunstmuseum Basel 2014, ISBN 978-3-7204-0215-6.
  • Le Corbeau et le Renard – Aufstand der Sprache mit Marcel Broodthaers, Manual 01, Kunstmuseum Basel 2014, ISBN 978-3-7204-0212-5.
  • Janice Kerbel, Hilary Lloyd, Silke Otto-Knapp, Kölnischer Kunstverein 2012, ISBN 978-3-9815203-2-3.
  • A Wavy Line is Drawn Across the Middle of the Original Plans, Kölnischer Kunstverein 2012, ISBN 978-3-9815203-0-9.
  • Der symbolische Auftraggeber / The Symbolic Commissioner, Sternberg Press, Berlin / New York 2010, ISBN 978-1-934105-35-1.
  • hrsg. mit Mari Laanemets: Mladen Stilinovic: On Money and Zeros, Grazer Kunstverein & Revolver, Archiv für Aktuelle Kunst, Berlin 2008, ISBN 978-3-86895-003-8.
  • Bernd Krauß: Für die hinterm Vorhang leben, Grazer Kunstverein & Revolver, Archiv für Aktuelle Kunst, Berlin 2007, ISBN 978-3-86588-413-8.
  • mit Maria Lind: Es ist schwer das Reale zu berühren (It is Hard To Touch the Real), Grazer Kunstverein & Revolver, Archiv für Aktuelle Kunst, Frankfurt am Main 2006, ISBN 978-3-86588-338-4.
  • Eine Person allein in einem Raum mit Coca-Cola-farbenen Wänden, Grazer Kunstverein & Revolver, Archiv für Aktuelle Kunst, Frankfurt am Main 2006, ISBN 978-3-86588-337-7.
  • Ausstellungsautorschaft: Die Konstruktion der auktorialen Position des Kurators bei Harald Szeemann, Revolver, Archiv für Aktuelle Kunst, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-86588-079-7.
  • Get Out! An Exhibition on the Subject of Going Away, Arcult Media Verlag, Bonn 2002, ISBN 3-930395-44-4.
  • Videonale 9, Videonale e.V., Bonn 2001.
  • Eine Munition unter anderen, Frankfurter Kunstverein Hefte 1/00, Frankfurt am Main 2000, ISSN 1438-2555.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Studiengangsmarketing & Öffentlichkeitsarbeit Zentrale Studienberatung (ZSB): Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis | Bachelor of Arts (B.A.). 8. September 2010, abgerufen am 9. Februar 2019 (norwegisch).
  2. MFA Curating. Abgerufen am 9. Februar 2019 (englisch).
  3. eipcp: "Raus hier! Eine Ausstellung und Konferenz zum Thema weggehen" (2002) für Germinations Europe, Galeria Arsenal, Bialystock, Polen. Abgerufen am 11. Februar 2019.
  4. k.m. Abgerufen am 9. Februar 2019.
  5. Søren Grammel: Ausstellungsautorschaft: die Konstruktion der auktorialen Position des Kurators bei Harald Szeemann ; eine Mikroanalyse. Revolver, Archiv für Aktuelle Kunst, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-86588-079-6 (dnb.de [abgerufen am 9. Februar 2019]).
  6. Umeå Academy of Fine Arts – Umeå University. Abgerufen am 9. Februar 2019.
  7. jannaholmstedt.com | projects | We Invite All |. Abgerufen am 9. Februar 2019.
  8. Whatever happened to social democracy? - Announcements - e-flux. Abgerufen am 9. Februar 2019 (englisch).
  9. 24.09. 2011 – 07.12. 2011 | Public Folklore (co-production steirischer herbst 2011). Abgerufen am 9. Februar 2019 (britisches Englisch).
  10. Grazer Kunstverein: 22.09. – 15.12.2007 | Die Blaue Blume (co-production steirischer Herbst). Abgerufen am 9. Februar 2019 (britisches Englisch).
  11. Koelnischer Kunstverein: Janice Kerbel, Hilary Lloyd, Silke Otto-Knapp3.11.2012 – 6.1.2013 | Kölnischer Kunstverein. Abgerufen am 9. Februar 2019 (deutsch).
  12. Kölner Stadt-Anzeiger (KStA) Kultur, abgerufen am 28. Februar 2013
  13. Kunstmuseum Basel: Richard Serra. Abgerufen am 9. Februar 2019.
  14. Kunstmuseum Basel: Martha Rosler & Hito Steyerl. Abgerufen am 9. Februar 2019.
  15. Lisa E. Bloom: Martha Rosler and Hito Steyerl: War Games. Abgerufen am 7. Februar 2019.
  16. Beate Söntgen: Rosler und Steyerl in Basel: Die Banalität des Drohnentheaters. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 7. Februar 2019]).
  17. Elena Korowin: „War Games“ im Kunstmuseum Basel: Schule der Autonomie. In: Die Tageszeitung: taz. 30. Mai 2018, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 7. Februar 2019]).
  18. Barbara Reisinger: Die instabile Konvergenz und das altmodische Saalblatt | ALL-OVER. Abgerufen am 8. Februar 2019 (amerikanisches Englisch).
  19. Deutschlandradio Kultur Fazit vom 5. September 2020: Isa-Genzken-Ausstellung in Basel. Die Künstlerin, die sich immer wieder neu erfindet. Søren Grammel im Gespräch mit Johannes Nichelmann, abgerufen am 7. September 2020
  20. Kunstmuseum Basel: Martha Rosler & Hito Steyerl. Abgerufen am 9. Februar 2019.
  21. Kunstmuseum Basel: Joëlle Tuerlinckx. Abgerufen am 9. Februar 2019.
  22. Kunstmuseum Basel: Von Bildern. Strategien der Aneignung. Abgerufen am 9. Februar 2019.
  23. Kunstmuseum Basel: Joseph Beuys. Abgerufen am 9. Februar 2019.
  24. Kunstmuseum Basel: One Million Years – System und Symptom. Abgerufen am 9. Februar 2019.
  25. Kunstmuseum Basel: Le Corbeau et le Renard. Abgerufen am 9. Februar 2019.
  26. Kölnischer Kunstverein: A wavy line is drawn across the middle of the original plans | Kölnischer Kunstverein. Abgerufen am 9. Februar 2019 (deutsch).
  27. Grazer Kunstverein - fortlaufend | Es ist schwer das Reale zu berühren. Abgerufen am 9. Februar 2019.
  28. Grazer Kunstverein: 04.10. - 20.12.2008 | Idealismusstudio (co-production steirischer Herbst). Abgerufen am 9. Februar 2019 (britisches Englisch).
  29. Grazer Kunstverein - 28.01. - 18.03.2006 | Eine Person allein in einem Raum mit Coca-Cola-farbenen Wänden. Abgerufen am 9. Februar 2019.
  30. Stefanie Stadel: Videonale: Zwischen Filzlamellen - Videobiennale in Bonn. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 9. Februar 2019]).
  31. Frankfurter Kunstverein: Eine Munition unter anderen. Abgerufen am 8. Februar 2019.