Kunstverein München

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Kunstverein München e.V.
(km)
Logo
Rechtsform Verein
Gründung 26. November 1823 in München
Sitz München (Koordinaten: 48° 8′ 37,6″ N, 11° 34′ 49,1″ O)
Zweck Förderung und Pflege der Bildenden Kunst
Vorsitz Rüdiger Maaß
Mitglieder ca. 1.300
Website http://www.kunstverein-muenchen.de/

Der Kunstverein München (km) ist ein gemeinnütziger, eingetragener Verein in privater Trägerschaft mit über 1.300 Mitgliedern, der sich der Vermittlung zeitgenössischer Kunst widmet. Der Kunstverein mit Sitz in den historischen Arkaden des Münchener Hofgartens wurde 1823 gegründet und ist somit einer der ältesten deutschen Kunstvereine. Er gehört der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründungszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch der Kunstverein München wurde gegründet, um zwischen der zeitgenössischen Kunstproduktion und den Kunstinteressierten zu vermitteln und nicht zuletzt ein Verkaufsforum für aktuelle Kunst zu schaffen, das es bis dahin in München nicht gab. Außerdem ergänzte er die Institutionen für bildenden Kunst in München, die mit der 1808 gegründeten Königlichen Akademie der Bildenden Künste eine erste Aufwertung erfahren hatten. Die Beschäftigung mit Kultur und das Sammeln von Kunst sollte nicht mehr nur dem Adel überlassen bleiben. Der Kunstverein diente diesem Gründungsgedanken gemäß zunächst als Form und Forum der Selbstorganisation einer neu entstehenden bürgerlichen Öffentlichkeit, die im frühen 19. Jahrhundert nicht nur politisches, sondern auch kulturelles Neuland erschloss.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Juli 2019 ist Maurin Dietrich Direktorin des Kunstverein München.[1] Seit Oktober 2019 ist Gloria Hasnay als Kuratorin am Kunstverein tätig.[2]

Direktion (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • seit 2019: Maurin Dietrich

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunstvereine waren und sind nicht nur Orte der Präsentation von zeitgenössischer Kunst, sondern vor allem auch des gesellschaftlichen Austauschs, an denen durch die aktive Auseinandersetzung mit der Kunst der Zeit ein kritisches Bewusstsein von „Zeitgenossenschaft“ entstehen kann. Es ist gerade dieser zentrale Gedanke eines vitalen gesellschaftlichen Austauschs auf ungesichertem kulturellen Terrain, der die Arbeit des Kunstvereins auch heute noch – wenn auch unter veränderten politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen – als unverzichtbare Kraft im Netzwerk kultureller Institutionen prägt. Hierbei möchte sich der Kunstverein nach seiner gegenwärtigen Programmatik bewusst autonom und unkonventionell von anderen Kunstinstitutionen differenzieren und durch seine Arbeit einen Beitrag zum politischen Diskurs durch die Kunst leisten. Er widmet sich der Präsentation und Vermittlung zeitgenössischer Kunst, international orientiert, aber mit Blick auf den lokalen Kontext. Der Verein organisiert regelmäßig Ausstellungen, Vorträge, Künstlergespräche, Konferenzen, Filmvorführungen, Kunstreisen und gibt Publikationen heraus.

Als Verein in privater Trägerschaft agiert der Kunstverein München in relativer Unabhängigkeit sowohl von unmittelbar ökonomischen wie auch (kultur-)politischen Interessen. Diese doppelte Autonomie prädestiniert ihn als Ort des künstlerischen Experiments, in dem ohne falsche Rücksicht auf politische Verpflichtungen oder merkantiles Kalkül innovative kuratorische Arbeit geleistet werden kann. Seine strukturell begünstigte schnelle Reaktionsfähigkeit auf gegenwärtige künstlerische Entwicklungen hat der Kunstverein in den letzten Jahren zunehmend im internationalen Maßstab verfolgt, u. a. in Kooperationen mit dem S.M.A.K. (Gent), Museo Tamayo (Mexiko-Stadt), Hayward Gallery (London), CAC (Vilnius), Andy Warhol Museum (Pittsburgh), Emily Carr Institute (Vancouver), White Columns (New York), tranzit.sk (Bratislava), CASCO (Utrecht), ICA (London) und dem Whitney Museum of American Art (New York).

Ausstellungen bis 2000 (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen seit 2000 (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2000: Die verletzte Diva. Hysterie, Körper, Technik in der Kunst des 20. Jahrhunderts
  • 2000: Rodney Graham
  • 2001: Gillian Wearing
  • 2001: Glenn Ligon
  • 2003: Total Motiviert – Ein Soziokulturelles Manöver
  • 2004: Natascha Sadr Haghighian
  • 2005: Jeremy Deller
  • 2006: The Secret Public. The Last Days of the British Underground 1978–1988, mit Charles Atlas, Bodymap, Leigh Bowery, Victor Burgin, Marc Camille Chaimowicz, Michael Clark, Duvet Brothers, Peter Doig, Gorilla Tapes, Brian Eno, Cerith Wyn Evans, Gilbert and George, Richard Hamilton, Derek Jarman, Isaac Julien, Tina Keane, Sandra Lahire, Linder, Stuart Marshall & Neil Bartlett, John Maybury, Neo-Naturists, Julian Opie, Jon Savage, Peter Saville, Mark E. Smith, Wolfgang Tillmans, Trojan, Stephen Willats
  • 2007: Oh Girl, It's a boy, mit Kaucyila Brooke, Tom Burr, William S. Burroughs, John Cage, Cerith Wyn Evans, Charles Henri Ford, Antonello Faretta/John Giorno, Brion Gysin, Richard Hawkins, Homotopia, Ray Johnson, Zoe Leonard, Simon Leung, Renate Lorenz & Pauline Boudry, Dorit Margreiter, Ariane Müller, Henrik Olesen, Stephen Prina, Danh Vo, Jean-Michel Wicker, Stephen Willats, Akram Zaatari, basso, Clit, Dyke Action Machine, pablo internacional, Straight to Hell
  • 2007: Wolfgang TillmansBeugung
  • 2008: Liam GillickThree Perspectives and a Short Scenario. Work 1988–2008
  • 2010: Silke Otto-KnappMany, many women
  • 2011: Keren CytterHottest Day of the Year
  • 2012: Richard Tuttle & Mei Mei Berssenbrugge – Hello, The Roses
  • 2014: Ger van Elk
  • 2015: Anne-Mie van KerckhovenServing Compressed Energy with Vacuum
  • 2019: Andrea BüttnerWhat is so terrible about craft?
  • 2019: Diamond StingilyWall Sits

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • York Langenstein: Der Münchner Kunstverein im 19. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Entwicklung des Kunstmarkts und des Ausstellungswesens, Miscellanea Bavarica Monacensia, München: Uni-Druck 1983
  • Marina Reitmaier: Die Jahresgaben des Münchner Kunstvereins (1825–1865), München: tuduv Verlag 1988

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Viele Ideen für die Zukunft: Maurin Dietrich wird neue Direktorin des Kunstvereins. Süddeutsche Zeitung, 4. April 2019, abgerufen am 12. April 2019.
  2. k.m. Abgerufen am 5. Dezember 2019.