S’Arenal

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Strand an der Mündung des Torrent des Jueus

S’Arenal (mallorquinisch und offiziell; standard-katalanisch L’Arenal, kastilisch El Arenal) ist ein vom Massentourismus geprägter Ort auf der spanischen Baleareninsel Mallorca. Er liegt an der Südküste der Insel am westlichen Rand der Region (Comarca) Migjorn.

S’Arenal gehört teilweise zur Inselhauptstadt Palma wie auch zum Gemeindegebiet der im Inselinneren gelegenen Stadt Llucmajor. Die Grenze zwischen beiden Ortsteilen bildet der Torrent des Jueus, ein nicht ständig wasserführender Sturzbach (Torrent), der hier ins Mittelmeer mündet. S’Arenal hat 16.709 Einwohner (Stand: Januar 2011), wovon 10.041 zur Gemeinde Llucmajor und 6.668 zur Stadt Palma zählen. Damit leben in S’Arenal etwa 27,2 % der Einwohner des Gemeindegebietes von Llucmajor und 1,6 % der Einwohner von Palma.[1][2]

Lage[Bearbeiten]

S’Arenal an der Bucht von Palma

S’Arenal befindet sich am südöstlichen Ende der Badia de Palma („Bucht von Palma“), nordöstlich des Cap Enderrocat, das Kap, das die Bucht im Südosten abschließt. Die Entfernung zum nordwestlich gelegenen Zentrum von Palma beträgt 12 Kilometer, der internationale Flughafen der Insel Son Sant Joan liegt auf halber Strecke bei etwa 5,5 Kilometern. S’Arenal ist unter anderem über die Autobahn MA-19 erreichbar, die im Osten am Ort vorbeiführt und Palma mit Llucmajor verbindet. In den Ort hinein gelangt man auf den Landstraßen MA-6011 und MA-6020.

Der Ort S’Arenal an der Mündung des Torrent des Jueus liegt an der Meerseite am südlichen Teil der Platja de Palma, dem sechs Kilometer langen „Strand von Palma“. Entlang dieses Küstenabschnitts befinden sich mehrere Ortschaften, die zum Teil zu Palma oder Llucmajor gehören. Nordwestlich grenzt Palmas Stadtteil S’Arenal am Camino de las Maravillas an den Stadtteil Les Meravelles.[3][4] Zwischen Les Meravelles und dem eigentlichen S’Arenal südlich des Camí de Ca Na Gabriela liegt noch Ses Cadenes, heute ein Ortsteil von S’Arenal. Südwestlich der Straße Via de Fra Juníper Serra von S’Arenal de Llucmajor, hinter der Travessia Colom, beginnt das zu Llucmajor gehörende Son Verí Nou. Da die Bebauung fast durchgängig dicht ist, werden die einzelnen Ortschaften von vielen Touristen und Einheimischen oft alle schlicht als „Arenal“ bezeichnet. Der Übergang von Palma nach Llucmajor ist im Ort selbst nicht kenntlich, da die touristischen Aktivitäten und Dienstleistungen dieselben sind. Der Unterschied besteht gleichwohl darin, dass die Gebäude von S’Arenal de Llucmajor höher sind als die der Zone von Palma.

Geschichte[Bearbeiten]

Blick über S’Arenal nach Palma

S’Arenal war ursprünglich ein kleines Fischerdorf und Unterschlupf der Seefahrer mit dem eigenen südwestlich der Siedlung gelegen Hafen von Son Verí. Im Jahr 1887 wird der Ort erstmals in historischen Unterlagen erwähnt und hatte 21 Einwohner. 1910 werden 37 Bewohner genannt.

Durch den Bau der Eisenbahnlinie von Llucmajor nach Palma 1914 wuchs die Bevölkerung an. S’Arenal wurde zur Wohnkolonie der Strecken- und Steinbrucharbeiter aus den umliegenden Bahnbau-Steinbrüchen und den Sandsteinbetrieben von Llucmajor. Ende 1930 wurde 379 Einwohner verzeichnet. In dieser Epoche wurde der Ort als Es Republicans bezeichnet, bedingt durch die Bewohner, die Mitstreiter der damaligen politischen Bewegung Zweite Spanische Republik waren. Ihr Anführer und Ortsvorstand war Mateu Martí i Miquel (Ateu Martí),[5] der 1936 durch unbekannte Umstände ums Leben kam.

Der Name S’Arenal kam erst Anfang 1950 wieder in den Sprachgebrauch, als am Strand die ersten touristischen Bauten entstanden. 1960 wurden 1.162 Bewohner in den statistischen Daten verzeichnet und ein kleiner Teil des Ortes kam unter die Verwaltung der Stadt Palma.

Der ansteigende Fremdenverkehr wird auch an der Zunahme der Bevölkerung deutlich. 1981 wohnten bereits 9.106 Einwohner im Ort, davon 5.118 im Gebiet von Llucmajor. 1991 waren es bereits 10.649 Einwohner (davon 6.264 in Llucmajor). Die Erhebungen der Behörde von 1991 ergaben: Der Teil der Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Einwanderern, 45 % kamen vom Spanischen Festland und war durch Jugend geprägt. (37 % weniger als 20 Jahre und nur 8 % über 60). Sie leben in den neuen Siedlungen von Son Veri Nou und dem Wohngebiet um den Sporthafen, des heutigen Yacht Clubs.[6]

S’Arenals Vergangenheit als Fischerdorf ist nur noch dem alten Ortskern anzumerken. Seit den 1950er Jahren führte der zunehmende Massentourismus zu der heute sichtbaren Bebauung, die sich weiterhin in ständigem Wandel befindet.

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: INE + Historische Daten)
1887 1910 1930 1960 1981 1991 2011
21 37 379 1162 9106 10649 16709

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Minizug in S’Arenal

Die Wirtschaft von S’Arenal ist fast vollständig auf den Tourismus und dabei auf die Lage des Ortes an der Platja de Palma angelegt. Hier befinden sich drei (Nrn.1–3) der insgesamt fünfzehn Balnearios (übersetzt in etwa „Badeanstalten“) des Strandes, bei denen es sich um Strandabschnitte mit etwa 200 bis 300 Meter auseinanderliegende Bars handelt.[7] Die Uferzone wurde Ende des 20. Jahrhunderts neu gestaltet, indem man eine Uferpromenade baute, mit Palmen bepflanzte und den Autoverkehr einschränkte.

Die meisten Hotels entstanden zwischen 1960 und 1968. Insgesamt bilden die etwa 70 Hotels in S’Arenal mit den rund 65 Hotels der angrenzenden Orte an der Platja de Palma die Grundlage für den Massentourismus, einem Ziel vor allem auch deutscher Urlauber. Am Ostrand des zu Llucmajor gehörenden Teils von S’Arenal an der Carrer de Cala Blava wurde mit dem „Aqualand“ ein Erlebnisbad angesiedelt. Es ist der größte Wasserpark Mallorcas.[8]

Sehenswertes[Bearbeiten]

  • Alter Ortskern von S’Arenal mit typischen Häusern aus der Gründerzeit des 18. und 19. Jahrhunderts.
  • Moderne Marina von S’Arenal mit 630 Liegeplätzen und dem Yacht-Club R.C.N. (Real Club Náutico).[9] Als eine der bekannten Anlagen des Segelsports der Baleareninsel liegt der Hafen südlich der Platja de Palma an der Carrer de los Roses. Die Einrichtungen des R.C.N. in Verbindung mit der jährlich stattfindenden Regatta Copa del Rey de Vela werden oft auch von König Juan Carlos I. besucht und genutzt.
  • Kleine Badebuchten, die zum Schwimmen geeignet sind, liegen abseits des Massentourismus entlang der Felsenküste in Richtung Llucmajor, wie zum Beispiel: Caló de Sant Antoni, sa Roca des Turista, es Calonet d’es Fornàs und Rentador de sa Senyora [10].

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: S’Arenal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstatistik für S’Arenal des Instituto Nacional de Estadística español (INE): Gemeindegebiet Llucmajor & Gemeindegebiet Palma. Abgerufen am 18. Dezember 2012 (englisch/spanisch).
  2. Einwohnerzahlen der Gemeinden und Ortsteile der Balearischen Inseln
  3. Toponímia Oficial de les Illes Balears. Hrsg.: slg.uib.cat, 12. März 2012, abgerufen am 5. März 2014 (katalanisch, PDF-Datei).
  4. L’Arenal. 1. Mapa del barri. Hrsg.: www.observatoripalma.org, abgerufen am 5. März 2014 (katalanisch, PDF-Datei).
  5. Ateu Marti in Diario de Mallorca
  6. Historische Daten und Einwohnerzahlen S’Arenal (Spanisch)
  7. Thomas Schröder: Mallorca, Michael Müller Verlag 2006, S. 96
  8. Thomas Schröder: Mallorca, Michael Müller Verlag 2006, S. 98
  9. Club Nautico El Arenal
  10. Portal Llucmajor

39.5038055555562.7533333333333Koordinaten: 39° 30′ N, 2° 45′ O