Saenuri-Partei

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
새누리당
Sae-nuri-dang
Neue Welt Partei
Logo der SP
Partei­vorsitzender Kim Moo-sung (김무성)
Gründung 21. November 1997
Haupt­sitz Seoul (서울시)
Aus­richtung Konservativ
Farbe(n) Rot, Blau
Parlamentssitze 122 [1] von 300 (Gukhoe, 2016)
Website www.saenuriparty.kr
Koreanische Schreibweise
Koreanisches Alphabet: 새누리당
Chinesische Schriftzeichen: 새누리黨
Revidierte Romanisierung: Sae-nuri-dang
McCune-Reischauer: Sae-nuri-tang

Die Saenuri-Partei (koreanisch: 새누리당, Transliteration: Sae-nuri-dang, in deutsch: Neue Welt Partei)[2] ist eine konservative Partei in Südkorea.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Partei entstand 1997 aus der Fusion verschiedener Rechtsparteien. Bis Februar 2012 war sie unter dem Namen Hannara-dang (한나라당, deutsch: Große Nationalpartei (GNP)) bekannt.

Zu ihren Vorläufern zählen die Demokratische Republikanische Partei des diktatorisch regierenden Park Chung-hee (박정희), die Demokratische Gerechtigkeitspartei, die den Präsidenten Chun Doo-hwan (전두환), der für das Gwangju-Massaker verantwortlich war und Roh Tae-woo (노태우), der nach der Diktatur der erste demokratisch gewählte Präsident war, diente, sowie die Neues Korea Partei des damaligen Präsidenten Kim Young-sam (김영삼).

Bei der Parlamentswahl 2004 erlangte die Saenuri-Partei 35,8 % der Stimmen und 121 der 299 Sitze in der Nationalversammlung und wurde damit stärkste Kraft der Opposition gegen Präsident Roh Moo-hyun (노무현) und seine liberale Uri-Partei. Bei der Präsidentschaftswahl am 19. Dezember 2007 trat Lee Myung-bak (이명박) für die Hannara-Partei an und gewann, womit die Partei erstmals seit zehn Jahren wieder ins Blaue Haus einziehen konnte.[3]

Bei der Parlamentswahl am 9. April 2008, die als Stimmungstest für Präsident Lee gewertet wurden, gewann die Große Nationalpartei bei einer geringen Wahlbeteiligung die meisten Stimmen. Sie löste die aus der Uri-Partei hervorgegangene liberale Vereinigte Demokratische Partei als stärkste Fraktion ab und gewann mit 153 von 299 Sitzen die absolute Mehrheit im Parlament. Im Vorfeld der südkoreanischen Parlamentswahl 2012 wurde die Große Nationalpartei im Februar 2012 in Saenuri-Partei umbenannt.[4]

Die letzten Parlamentswahl fand am 11. April 2012 statt. Die regierende Saenuri-Partei erreichte 152 von 300 Sitzen. Die Parteivorsitzende Park Geun-hye (박근혜) distanzierte sich deutlich von der Politik ihres Parteifreundes, des Staatspräsidenten Lee Myung-bak. Bei der Präsidentschaftswahl im Dezember 2012 siegte Park Geun-hye gegen ihren Mitbewerber Moon Jae-in (문재인) von der Minju-tonghap-Partei (민주통합당, Minju-tonghap-dang, Vereinte Demokratische Partei).[5]

Bei der Parlamentswahl 2016 verfehlte die Saenuri-Partei die absolute Mehrheit und landete mit 122 Parlamentssitzen knapp hinter der Minju-Partei, die 123 Sitze für sich verbuchen konnte.[1]

Ziele der Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saenuri-Partei steht, in weiten Teilen, für eine freie Marktwirtschaft, einen „schlanken Staat“, freien Handel, niedrige Steuern und eigenverantwortliches Unternehmertum. Sie wirbt für ein enges Bündnis mit den USA und dem Westen und kritisiert besonders scharf Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea. Sie stützt sich auf die traditionell konservative Machtelite Südkoreas und auf die ländliche Bevölkerung. Ihre Hochburg ist die Region Gyeongsang-do.

Die Partei ist Mitglied in der Internationalen Demokratischen Union.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Homepage. 새누리당, abgerufen am 8. Mai 2016 (HTML, koreanisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b 2006제20대 국회의원선거. Naver, abgerufen am 8. Mai 2016 (HTML, koreanisch).
  2. Carsten Germis: Regierungspartei überraschend stark. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Frankfurt 11. April 2012 (Online [abgerufen am 8. Mai 2016]).
  3. Machtübernahme in Südkorea. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Frankfurt 19. Dezember 2007 (Online [abgerufen am 8. Mai 2016]).
  4. Wirtschaftsdemokratisierung. KBS World Radio, 5. Februar 2012, abgerufen am 8. Mai 2016 (HTML, englisch).
  5. Wahl in Südkorea: Diktatoren-Tochter schlägt Menschenrechtler. Spiegel Online, 19. Dezember 2012, abgerufen am 8. Mai 2016 (HTML, deutsch).