Sankt Margareten im Rosental

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St. Margareten im Rosental
Wappen Österreichkarte
Wappen von St. Margareten im Rosental
Sankt Margareten im Rosental (Österreich)
Sankt Margareten im Rosental
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Klagenfurt-Land
Kfz-Kennzeichen: KL
Fläche: 43,97 km²
Koordinaten: 46° 33′ N, 14° 25′ OKoordinaten: 46° 32′ 34″ N, 14° 25′ 5″ O
Höhe: 607 m ü. A.
Einwohner: 1.074 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 24 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9173
Vorwahl: 0 42 26
Gemeindekennziffer: 2 04 28
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
St. Margareten 9
9173 St. Margareten
Website: www.st-margareten-rosental.gv.at
Politik
Bürgermeister: Lukas Wolte (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)

8 SPÖ, 5 ÖVP, 1 FPÖ, 1 VS/WG

Lage der Gemeinde St. Margareten im Rosental im Bezirk Klagenfurt-Land
Ebenthal in Kärnten Feistritz im Rosental Ferlach Grafenstein Keutschach am See Köttmannsdorf Krumpendorf am Wörthersee Ludmannsdorf Magdalensberg Maria Rain Maria Saal Maria Wörth Moosburg Poggersdorf Pörtschach am Wörther See Sankt Margareten im Rosental Schiefling am Wörthersee Techelsberg am Wörther See Zell Klagenfurt KärntenLage der Gemeinde Sankt Margareten im Rosental im Bezirk Klagenfurt-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Sankt Margareten im Rosental, amtlich St. Margareten im Rosental (slow.: Šmarjeta v Rožu), ist eine zweisprachige[1][2] Gemeinde mit 1074 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Klagenfurt-Land in Kärnten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet befindet sich im südöstlichen Rosental am Fuß des Hochobirs. Es wird im Norden von der Drau, im Osten vom Freibach und im Süden und Westen von den Ausläufern der Karawanken und dem Inzegraben begrenzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Sankt Margareten im Rosental mit den Katastralgemeinden Gotschuchen (Kočuha), Niederdörfl (Dolnja vas) und St. Margareten (Šmarjeta) umfasst folgende 12 Ortschaften (Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[3]):

Draustausee, Trieblach, Kleinobir und Hochobir
Gemeindeamt Sankt Margareten im Rosental
Kapelle in Oberdörfl
Die Annakapelle auf der Matzen
Auteich am Drau-Stausee bei Trieblach
  • Dobrowa (Dobrava), 21 Einwohner
  • Dullach (Dole), 37
  • Gotschuchen (Kočuha), 226
  • Gupf (Vrh), 72
  • Hintergupf (Zavrh), 26
  • Homölisch (Hmelše), 5
  • Niederdörfl (Dolnja vas), 168 Einwohner
  • Oberdörfl (Gornja vas), 82
  • Sabosach (Zavoze), 42
  • Sankt Margareten im Rosental (Šmarjeta v Rožu), 270
  • Seel (Selo), 22
  • Trieblach (Trebljenje), 100

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenthal
Ferlach Nachbargemeinden Gallizien
Zell Zell

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisch gesehen wurde Sankt Margareten erst relativ spät besiedelt, erste planmäßige Besiedelungen des Rosentales setzten nach 1200 ein und wurden damals von den Herrschaften Hollenburg und Viktring gesteuert.

Nachdem im 16. Jahrhundert in den Karawanken Erzvorkommen entdeckt wurden, kam es in der Gegend um Sankt Margareten zu einer ersten wirtschaftlichen Blütezeit. Neben dem Erzabbau und der Landwirtschaft entwickelte sich auch das Fassbindergewerbe als dauerhafter Wirtschaftszweig in den Ortschaften der Gemeinde. Noch in den 1930er Jahren gab es etwa 30 Betriebe, heute sind allerdings nur noch zwei Fassbinderbetriebe tätig, die sich auf die Herstellung von Souvenierartikeln spezialisiert haben.

Aus dem Pfarrsprengel von St. Margareten mit den Katastralgemeinden Gotschuchen und St. Margareten und Niederdörfl bildete sich 1850 die heutige Ortsgemeinde. Sie wurde 1902 in „St. Margarethen im Rosenthale“ umbenannt, die heutige Schreibweise ist seit 1957 gültig. Das Gemeindegebiet hat sich in seinen Grenzen seit der Gemeindegründung nicht mehr wesentlich verändert.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Volkszählung 2001 hat die Gemeinde St. Margareten im Rosental 1.133 Einwohner, davon sind 97,3 % österreichische und 1,2 % deutsche Staatsbürger. 12 % der Bevölkerung gehören der Volksgruppe der Kärntner Slowenen an.

Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 94,3 % der Gemeindebevölkerung, zur evangelischen Kirche 2,3 %, ohne religiöses Bekenntnis sind 2,5 %.

Die katholische Pfarre wird zweisprachig, deutsch und slowenisch geführt.[4][5]

St. Margarethen im Rosental zählt typologisch zur slowenischen Dialektgruppe des sogenannten Rosentaler Dialektes bzw. zu dessen östlichen Varietät des unteren Rosentals (Spodnji Rož). Kennzeichnend sind zahlreiche phonetische, morphologische und lexikalische Archaismen.[6][7][8][9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Margareten im Rosental

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Jahr 1964 gegründete SV St. Margareten unterhält die Sektionen Fußball, Eisschützen, Eishockey und Tennis.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fisolenfest / praznik fižola, alljährlich im Herbst.[11]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionell land- und forstwirtschaftlich geprägt, hat sich die Gemeinde aufgrund ihrer verkehrsgeographischen Randlage in den letzten Jahrzehnten zu einer Auspendlergemeinde nach Ferlach und Klagenfurt entwickelt.

Zu einem Standbein der Gemeinde hat sich der Tourismus entwickelt. So zählt ein großer Campingplatz inmitten einer Aue genauso wie Gastwirtschaften und Zimmervermieter zu den infrastrukturellen Einrichtungen im Gemeindegebiet. In Gotschuchen stellen mehrere holzverarbeitende Betriebe Geschenkartikel her, eine Baufirma in Sankt Margareten sowie eine Großtischlerei in Oberdörfl sorgen für weitere Arbeitsplätze.

Durch das Gemeindegebiet verläuft die Rosental Straße (B 85).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 15 Sitze und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen:[12]

Direkt gewählter Bürgermeister ist Lukas Wolte (SPÖ).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die amtliche Blasonierung des Gemeindewappens lautet: „Von Gold zu Rot gespalten, vorne ein roter aufgerichteter Drache mit linksgewendetem Kopf und schwarzem Halsband an abgerissener Kette, hinten ein goldener Schaber über einem goldenen Holzschaff.“[13]

Der Drachen mit Kette im vorderen Teil des Wappens ist das Attribut der Pfarrpatronin, der heiligen Margareta von Antiochia. Die hintere Seite zeigt im oberen Teil ein typisches Arbeitsgerät des Fassbinders, einen Schaber (Ziehmesser). Auch das Wasserschaff mit zwei Griffen darunter spielt auf den traditionellen und ortstypischen, aber fast ausgestorbenen Handwerksberuf an.

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 29. August 1989 verliehen. Die Fahne ist Gelb-Rot mit eingearbeitetem Wappen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sankt Margareten im Rosental – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A. F. Reiterer: Lebenswelt Muttersprache, Das Slowenische und seine heutige Wahrnehmung – ein Bericht. In: K. Anderwald, P. Karpf, H. Valentin (Hg.): Kärntner Jahrbuch für Politik 2000. Klagenfurt 2000, 340-362.
  2. A. F. Reiterer: Minderheiten Wegzählen? Methodische und inhaltliche Probleme amtlicher Sprachenzählungen. In: M. Pandel [e.a.] (Hg.): Ortstafelkonflikt in Kärnten – Krise oder Chance? Wien 2004, 25-38.
  3. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  4. http://www.kath-kirche-kaernten.at/pfarren/pfarre/C2968/
  5. Liste der Pfarren im Dekanat Ferlach/Borovlje
  6. Johann Scheinigg: Obraz rožanskega narečja na Koroškem. XXXII. Programm des k. k. Staats-Gymnasiums zu Klagenfurt. Klagenfurt, Druck der St. Hermagoras-Buchdruckerei 1882
  7. Fran Ramovš: Kratka zgodovina slovenskega jezika. Ljubljana 1936.
  8. Tine Logar: Slovenska narečja. Ljubljana 1975
  9. Tine Logar: Koroška slovenska narečja In: Enciklopedija Slovenije 5 (Kari–Krei), Ljubljana 1991.
  10. Dekanalamt Ferlach (Hg.): Dekanat Ferlach, Geschichte und Gegenwart. Klagenfurt 2012, S. 188–191
  11. Dekanalamt Ferlach (Hg.) / Dekanijski urad Borovlje (izd.): Dekanat Ferlach, Geschichte und Gegenwart = Dekanija Borovlje, zgodovina in sedanjost. Klagenfurt/Celovec 2012, S. 197
  12. Kärntner Landesregierung: Wahlergebnisse
  13. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 250