Santi Nereo e Achilleo

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Basisdaten
Patrozinium: Hll. Nereus und Achilleus
Weihetag:
Kardinalpriester: Theodore Edgar Kardinal McCarrick
Pfarrgemeinde: Santa Maria in Vallicella[1]
Anschrift: Viale delle Terme di Caracalla 28
Piazzale Numa Pompilio
00153 Rom
Santi Nereo e Achilleo

Santi Nereo e Achilleo (lat.: Sancti Nerei et Achillei) ist eine Kirche in Rom. Die den hll. Nereus und Achilleus geweihte Kirche gehört als Trägerin des Titulus Fasciolae aus antiker Zeit zu den ältesten Titelkirchen der römisch-katholischen Kirche.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche steht im XXI. römischen Rione San Saba am Piazzale Numa Pompilio mit der Fassade nach Nordwesten zur Viale delle Terme di Caracalla, etwa 100 Meter nordwestlich der Caracalla-Thermen. Verwechslungsgefahr besteht wegen des Namens mit der über den Domitilla-Katakomben errichteten Basilika der hll. Nereus und Achilleus, diese steht außerhalb der Stadtmauern an der Via delle sette Chiese unweit der Fosse Ardeatine.

Geschichte und Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Epitaph aus dem Jahre 337, das sich mittlerweile in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern befindet, preist den verstorbenen Cinnamius Opas, den Lektor einer Kirche, die unter der Bezeichnung Titulus Fsciolae bekannt war, was die Tradition mit dem Ort gleichsetzte, an dem der heilige Petrus bei der Flucht aus dem Mamertinischen Kerker den Verband (fasciola) der Wunde verlor, die an seinem Fuß durch die Ketten verursacht worden war.[2][3]

Etwa seit dem 6. Jahrhundert werden die beiden Patrone der Kirche hier verehrt. Die Kirche wurde im Zuge der karolingischen Renaissance unter Papst Leo III. etwa um oder kurz nach 800 neu errichtet.[4] Aus dieser Zeit stammen auch die an beiden Seiten der Apsis, dieser Bautyp hat sich in Rom nicht durchgesetzt.[4]

Im Jahre 814 baute Papst Leo III. die alte Titelkirche wieder auf. Im 13. Jahrhundert wurden die Reliquien der heiligen Märtyrer Nereus und Achileus von der Domitillakatakombe nach Sant’Adriano übertragen, von wo aus Kardinal Baronius sie nach Santi Nereo e Achilleo verlegen ließ. Über die Jahrhunderte verfiel die Kirche allmählich und dem Turiner Katalog zufolge hatte sie 1320 keinen Pfarrer. Aus diesem Gunde ließ sie Papst Sixtus IV. anlässlich des Heiligen Jahres 1475 wiederherstellen[5]; anlässlich des Heiligen Jahres 1600 wurden weitere größere Instandsetzungen vorgenommen. Nachdem Cesare Baronio 1596 Kardinalpriester der Titularkirche geworden war, ließ er sie ab 1597 instandsetzen und mit Fresken umgestalten, bewahrte aber die karolingische Form und ältere Teile der Innenausstattung weitgehend bei.

Äußeres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Äußere der Kirche ist noch von der strengen karolingischen Form geprägt. Fast schmucklos ist die Fassade, verziert nur mit einem Ädikulaportal, an dessen Säulen nach toskanischer Ordnung die Wappenschilder des jeweils amtierenden Papstes und des Kardinalpriesters der Titularkirche angebracht sind. Ein mit einem durchbrochenen Segmentgiebel gerahmtes Fenster bildet den einzigen Schmuck der oberen Fassadenhälfte. Die Fassade enthält Malereireste verschiedener Jahrhunderte.

Inneres und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick in das Mittelschiff zum Hochaltar

Die Kirche lässt die karolingische Gestaltung als dreischiffige Basilika ohne Querhaus auch im Inneren erkennen. Die die Arkaden tragenden achteckigen Pfeiler stammen von den Veränderungen im 16. Jahrhundert, ebenso wie die Fresken der Hochwände. Sie wurden von Niccolò Circignani, genannt „Il Pomarancio“, ausgeführt.[5] Sie stellen detailliert die Leiden frühchristlicher römischer Märtyrer dar. Die Reliquien der heiligen Nereus, Achileus und Flavia Domitilla ruhen unter dem als Baldachinaltar ausgeführten Hochaltar.

Von besonderem kunstgeschichtlichen Interesse ist das Mosaik im Bogen am Ende des Kirchenschiffs, das noch aus karolingischer Zeit stammt.[6] Es enthält drei Teile: das mittlere Segment stellt die Verklärung des Herrn dar. Die Anbetung der Jünger Petrus, Jakobus und Johannes durch die Proskynese deutet einen byzantinischen Hintergrund an. Links von dieser Figurengruppe befindet sich noch eine Verkündigungsszene, rechts eine Darstellung der Theotokos.

Löwen an der Kathedra

Einige Teile der Ausstattung, so die Chorschranken, Teile des Fußbodens des Presbyteriums, der Hochaltar und der Thron für den Bischof sind Kosmatenarbeiten aus dem 13. Jahrhundert.[2]

Der Ambo und der große Osterleuchter stammen aus der Kirche San Paolo fuori le Mura.[3] Der Ambo ist sehr alt, er stammt möglicherweise auch noch aus dem 9. Jahrhundert.[2] Die ihn tragende kräftige Säule aus Porphyr ist antik, sie stammt aus den nahegelegenen Thermen des Caracalla. Der Leuchter ist eine Arbeit entweder des 13.[5] oder des 15.[3] Jahrhunderts.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Kardinalpriester von Santi Nereo e Achilleo

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Santi Nereo e Achilleo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marco Bussagli (Hrsg.): Rom – Kunst & Architektur. Könemann, Köln 1999, ISBN 3-8290-2258-1.
  • Ursula Verena Fischer Pace: Kunstdenkmäler in Rom. 2 Bände. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1988.
  • Johann M. Wiesel: Rom. Ein Kunst- und Reiseführer. 4. Aufl., Kohlhammer, Stuttgart 1966.
  • Manfred Wundram (Hrsg.): Reclams Kunstführer, Italien. Band V. Rom und Latium. Reclam, Stuttgart 1981, ISBN 3-15-008679-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Diözese Rom
  2. a b c Wundram (Hrsg.): Reclams Kunstführer, S. 250.
  3. a b c Wiesel: Rom. Ein Kunst- und Reiseführer, S. 227
  4. a b Bussagli (Hrsg.): Rom – Kunst & Architektur, S. 218.
  5. a b c Verena Fischer Pace: Kunstdenkmäler in Rom, Bd. 2, S. 391.
  6. Bussagli (Hrsg.): Rom – Kunst & Architektur, S. 315.

Koordinaten: 41° 52′ 48,5″ N, 12° 29′ 41,2″ O