Vereinigtes Königreich

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen siehe unter Vereinigtes Königreich (Begriffsklärung), Großbritannien und Britisch (Begriffsklärung).
United Kingdom of
Great Britain and Northern Ireland

Vereinigtes Königreich
Großbritannien und Nordirland
Union Jack
Wappen des Vereinigten Königreichs
Flagge Wappen
Wahlspruch: Dieu et mon droit
(französisch für „Gott und mein Recht“)
Amtssprache Englisch (de facto)

amtlich regional: Kornisch, Irisch, Schottisch-Gälisch, Scots, Ulster Scots und Walisisch[1]

Hauptstadt London
Staatsform parlamentarische Monarchie
Regierungssystem parlamentarische Demokratie (Westminster-System)
Staatsoberhaupt Königin Elisabeth II.
Regierungschef Premierministerin Theresa May
Fläche (79.) 243.610[2] km²
(78.) 248.528[3] km²
Einwohnerzahl (22.) 64.596.800 (2014)[4]
Bevölkerungsdichte (34.) 264 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +0,64 %[5] (2013)
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
(April 2014) für 2013[6]
  • 3.002 Milliarden USD (5.)
  • 2.547 Milliarden USD (8.)
  • 40.879 USD (21.)
  • 38.309 USD (24.)
Human Development Index 0,907 (14.) (2014)[7]
Währung Pfund Sterling (GBP)
Nationalhymne God Save the Queen
Zeitzone UTC±0 WEZ
UTC+1 WESZ
Kfz-Kennzeichen GB
ISO 3166 GB, GBR, 826
Internet-TLD .uk, .gb (ungenutzt)
Telefonvorwahl +44
Ägypten Tunesien Libyen Algerien Marokko Mauretanien Senegal Gambia Guinea-Bissau Guinea Sierra Leone Liberia Elfenbeinküste Ghana Togo Benin Nigeria Äquatorialguinea Kamerun Gabun Republik Kongo Angola Demokratische Republik Kongo Namibia Südafrika Swasiland Mosambik Tansania Kenia Somalia Dschibuti Eritrea Sudan Ruanda Uganda Burundi Sambia Malawi Simbabwe Botswana Äthiopien Südsudan Zentralafrikanische Republik Tschad Niger Mali Burkina Faso Jemen Oman Vereinigte Arabische Emirate Saudi-Arabien Irak Iran Kuwait Katar Bahrain Israel Syrien Libanon Jordanien Zypern Türkei Afghanistan Turkmenistan Pakistan Griechenland Italien Malta Frankreich Portugal Spanien Mauritius Réunion Mayotte Komoren Seychellen Madagaskar Sao Tome und Príncipe Sri Lanka Indien Indonesien Bangladesch Volksrepublik China Nepal Bhutan Myanmar Kanada Dänemark (Grönland) Island Mongolei Norwegen Schweden Finnland Irland Vereinigtes Königreich Niederlande Belgien Dänemark Schweiz Österreich Deutschland Slowenien Kroatien Tschechische Republik Slowakei Ungarn Polen Russland Litauen Lettland Estland Weißrussland Moldawien Ukraine Mazedonien Albanien Montenegro Bosnien und Herzegowina Serbien Bulgarien Rumänien Georgien Aserbaidschan Armenien Kasachstan Usbekistan Tadschikistan Kirgisistan Russland Vereinigte Staaten Malediven Japan Nordkorea Südkorea Republik China (Taiwan) Singapur Malaysia Philippinen Thailand Vietnam Laos Kambodscha Indien Venezuela Guyana Suriname Frankreich (Französisch-Guayana) Brasilien Kap Verde Spanien (Kanaren) Dominikanische Republik Puerto Rico Dominkanische Republik Bahamas Jamaika Kuba Mexiko Mexiko Venezuela Guyana Suriname Frankreich (Französisch-Guayana) Brasilien Kap Verde Spanien (Kanaren) Dominikanische Republik Puerto Rico Dominkanische Republik Bahamas Jamaika Kuba Mexiko Mexiko Dänemark (Färöer)United Kingdom in the European Union on the globe (Europe centered).svg
Über dieses Bild
Wichtige Städte im Vereinigten Königreich

Das Vereinigte Königreich (englisch United Kingdom [juːˌnaɪ̯.tʰɪd ˈkʰɪŋ.dəm] anhören?/i, kurz UK), Langform Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland (engl. United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland anhören?/i), ist ein auf den Britischen Inseln vor der Nordwestküste Kontinentaleuropas gelegener Staat.

Der größte Inselstaat Europas ist eine Union aus den Landesteilen England, Wales, Schottland und Nordirland. Die Isle of Man und die Kanalinseln sind als Kronbesitztümer unmittelbar der britischen Krone unterstellt. Sie sind daher kein Bestandteil des Vereinigten Königreichs. Als parlamentarische Monarchie unterhält das Vereinigte Königreich ferner Beziehungen zu 15 Commonwealth Realms, deren Staatsoberhaupt der britische Monarch ist. Darüber hinaus bestehen 14 Überseegebiete.

Mit rund 64,1 Millionen Einwohnern[4] ist es der drittbevölkerungsreichste Staat der Europäischen Union.

Über den weiteren Verbleib Schottlands im Vereinigten Königreich fand am 18. September 2014 ein Referendum statt, in dem die Zugehörigkeit zum Vereinigten Königreich bestätigt wurde. In einem Referendum über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union stimmten am 23. Juni 2016 51,9 Prozent der Abstimmenden für einen Austritt aus der Europäischen Union.[8]

Das Vereinigte Königreich ist Gründungsmitglied der NATO sowie der Vereinten Nationen. Es ist Atommacht, ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates und Mitgliedstaat der Gruppe der Sieben.

Das Vereinigte Königreich besitzt internationalen Einfluss aufgrund des weit verbreiteten Gebrauchs der englischen Sprache und des Commonwealth of Nations.

Staatsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die amtliche Langform des Staatsnamens lautet in Deutschland und Österreich Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland, in der Schweiz und in Liechtenstein wird die Variante Vereinigtes Königreich von Grossbritannien und Nordirland[9] (ohne ß) gebraucht. Vereinfachenderweise wird im deutschen Sprachgebrauch meist die Bezeichnung Großbritannien als Synonym für das Vereinigte Königreich verwendet, auch von Politikern, Medien, Bildungseinrichtungen und den britischen Botschaften selbst.

Großbritannien ist jedoch nur die größte der Britischen Inseln oder das frühere Königreich Großbritannien (bis 1801), das nur England, Schottland und Wales umfasste. Auf der zweitgrößten Insel – Irland – befinden sich Nordirland und die Republik Irland.

Die lateinische Bezeichnung Britannia stammt von dem keltischen Begriff brith und bedeutet buntfarbig oder gefleckt.

Die synekdochische Bezeichnung England oder Großbritannien für das Vereinigte Königreich findet sich vor allem auf dem europäischen Festland und ist auf die Jahrhunderte anhaltende Dominanz Englands innerhalb des Königreiches zurückzuführen. Das Vereinigte Königreich hat daher das Kfz-Nationalitätszeichen GB und leitet sich aus Great Britain her, da das Land in Kontinentaleuropa häufig als Großbritannien bezeichnet wird. Die Briten selbst bezeichnen ihr Land in der Alltagssprache als UK oder Britain und nur selten als Great Britain.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Vereinigte Königreich besteht aus der Hauptinsel Großbritannien und etwa einem Sechstel der Insel Irland. Um die Hauptinsel liegen ungefähr 800 kleinere Inseln; die wichtigsten Inselgruppen sind Shetland und Orkney in der Nordsee nördlich von Schottland, die Äußeren Hebriden und die Inneren Hebriden im Atlantischen Ozean westlich von Schottland, Anglesey in der Irischen See nördlich von Wales, die Scilly-Inseln in der Keltischen See südwestlich von England sowie die Isle of Wight im Ärmelkanal vor der englischen Südküste. Die einzige Landgrenze besteht auf der Insel Irland zur Republik Irland; diese ist 360 Kilometer lang. Nicht zum Vereinigten Königreich gehören, weil sie direkt der britischen Krone unterstehen, die Isle of Man in der Irischen See und die Kanalinseln (Vogteien von Guernsey und Jersey) im Ärmelkanal vor der Nordküste Frankreichs.

Landesteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landesteil Flagge Fläche
(km²)
Anteil an
Gesamtfläche
Einwohner
(2014)[4]
Anteil an Gesamt-
einwohnerzahl
Hauptstadt
England EnglandEngland 130.395 53,5 % 54.316.600 84,1 % London
Schottland SchottlandSchottland 78.772 32,3 % 5.347.600 8,3 % Edinburgh
Wales WalesWales 20.779 8,5 % 3.092.000 4,8 % Cardiff
Nordirland NordirlandNordirland1 13.843 5,7 % 1.840.500 2,8 % Belfast
Vereinigtes Königreich (Gesamt) Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich 243.789 100,0 % 64.596.800 100,0 % London
1 Nordirland führt keine offizielle Flagge, siehe den Artikel „Flagge Nordirlands“.

England[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Geographie Englands
Frankreich Guernsey Jersey Isle of Man Irland Wales Nordirland England Schottland
Das Vereinigte Königreich besteht aus England, Schottland, Wales und Nordirland.

Größter Landesteil ist England mit einer Fläche von 130.395 Quadratkilometern und rund 54,3 Millionen Einwohnern. Er bedeckt rund 59 Prozent der Insel Großbritannien und besteht zum größten Teil aus Tiefebenen, die von Hügelketten durchzogen sind. Die Tees-Exe Line, eine zwischen den Flüssen Tees in Yorkshire und Exe in Devon gezogene imaginäre Linie, unterteilt England in zwei unterschiedliche Regionen.

Der Nordwesten und der Norden sind geprägt von Mittelgebirgen aus metamorphen und magmatischen Gesteinen. Dazu gehören die Cumbrian Mountains und die Pennines. Aus älteren Sedimentgesteinen besteht der südlich an die Pennines anschließende Peak District in Mittelengland. Weitere Mittelgebirge sind Dartmoor und Exmoor im äußersten Südwesten.

Im Süden und entlang der Ostküste liegen bedeutend flachere Hügelzüge aus jüngeren Sedimentgesteinen. Dazu gehören einerseits die Kalksteinhügel der Yorkshire Wolds, der Lincolnshire Wolds, der Cotswolds und der Isle of Purbeck, andererseits die Südenglische Kreideformation, bestehend aus Salisbury Plain, Chiltern Hills, North Downs und South Downs. Der höchste Berg Englands ist mit 978 Metern der Scafell Pike in den Cumbrian Mountains.

Die wichtigsten Flüsse sind Themse, Severn, Trent, Great Ouse und Humber. Die größten Städte sind London, Birmingham, Manchester, Sheffield, Liverpool, Leeds, Bristol und Newcastle upon Tyne.

Wales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Geographie von Wales

Westlich an England grenzt Wales (wal.: Cymru), das 20.779 Quadratkilometer groß ist und mehr als drei Millionen Einwohner zählt. Das Land besteht fast gänzlich aus metamorphen Mittelgebirgen, wobei die Erhebungen von Norden nach Süden generell niedriger werden. Höchster Berg ist der Snowdon (Yr Wyddfa) mit 1085 Metern. Nach diesem ist Snowdonia benannt, das nördlichste der drei walisischen Gebirge. Im zentralen Landesteil liegen die Cambrian Mountains, daran anschließend in Südwales die Brecon Beacons.

Der längste Fluss des Vereinigten Königreichs, der Severn, entspringt in Zentralwales in den Cambrian Mountains. Der größte Teil der Bevölkerung konzentriert sich auf einen schmalen Küstenstreifen entlang des Bristolkanals im Süden mit den Städten Cardiff, Newport und Swansea sowie auf die vom Küstenstreifen abzweigenden südwalisischen Täler.

Schottland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Geographie Schottlands
Landschaft auf der Isle of Skye

Schottland (gäl.: Alba) ist 78.772 Quadratkilometer groß, zählt rund 5,3 Millionen Einwohner und umfasst den nördlichen Teil Großbritanniens. Das Land besteht aus drei Teilen; den Highlands im Norden und Westen, dem Central Belt im Zentrum und den Southern Uplands im Süden.

Die Geologie Schottlands ist weitgehend metamorph, Sedimente sind relativ selten. Magmatisches Gestein hingegen ist vor allem in den südlichen Highlands und auf den Inneren Hebriden in zahlreichen Gegenden zu finden. Ebenfalls das Ergebnis urzeitlicher vulkanischer Aktivität ist der Ben Nevis in den Grampian Mountains, mit 1344 Metern der höchste Berg Schottlands und der gesamten Britischen Inseln. Die nördlichen, etwas flacheren Highlands sind vom Rest des Landes durch den Great Glen geteilt, einer tektonischen Verwerfung.

Im Central Belt konzentriert sich der größte Teil der Bevölkerung, in den Ballungsgebieten der Großstädte Glasgow, Edinburgh und Dundee. Einzige Großstadt außerhalb dieser Region ist Aberdeen an der Nordostküste. Am südlichsten liegen die dünn besiedelten Southern Uplands; sie erstrecken sich entlang der englischen Grenze von der Irischen See zur Nordsee. Central Belt und Southern Uplands werden zusammen auch als Lowlands bezeichnet.

Die Westküste Schottlands ist stark zergliedert, dies aufgrund vieler vorgelagerter Inseln und zahlreicher tief in das Landesinnere reichender Fjorde (die in Schottland als Firths bezeichnet werden). Die bekanntesten dieser Meeresarme sind der Firth of Clyde und der Solway Firth. Hingegen ist die Ostküste wenig zergliedert, mit Ausnahme des Firth of Forth, des Firth of Tay und des Moray Firth, die aber mehr den Charakter großer Ästuare haben.

Nordirland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Geographie Nordirlands

Kleinster Landesteil ist Nordirland (irisch: Tuaisceart Éireann), das 13.843 Quadratkilometer groß ist, rund 1,8 Millionen Einwohner zählt und den nordöstlichen Teil der Insel Irland umfasst. Das Gelände ist zumeist wellig. Das einzige Mittelgebirge sind die im Südosten gelegenen Mourne Mountains, der höchste Berg ist der Slieve Donard mit 849 Metern. Ungefähr in der Mitte Nordirlands liegt der Lough Neagh, mit einer Oberfläche von 388 Quadratkilometern der größte Binnensee der Britischen Inseln. Die größten Städte sind Belfast und Derry (Londonderry).

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Satellitenfoto der Britischen Inseln

Das Vereinigte Königreich liegt ganz in der gemäßigten Klimazone. Das Klima ist feucht und aufgrund des Einflusses des Golfstroms wärmer als in anderen Gebieten auf den gleichen Breitengraden. Aufgrund der Lage des Landes in der Konvergenzzone von kalter polarer und warmer tropischer Luft ist das Wetter sehr unbeständig. Allgemein ist das Klima im Süden und Osten wärmer und trockener als im Norden und Westen. Die Regenmenge beträgt im Norden durchschnittlich 1000 mm pro Jahr, im Süden 700 mm. Am feuchtesten ist es in den westlichen Highlands mit über 3000 mm jährlich, am trockensten in Essex mit 600 mm (in besonders trockenen Jahren sogar nur 450 mm).

Während zwei Dritteln des Jahres ist der Himmel bewölkt, so dass die durchschnittliche jährliche Sonnenscheindauer relativ gering ist. An der englischen Südküste beträgt diese 1750 und 2100, im westlichen Teil Schottlands oft weniger als 1000 Stunden. Das Land ist relativ selten von Naturkatastrophen betroffen, vor allem im Winter können jedoch starke Sturmwinde (bis zu Orkanstärke) und Überschwemmungen auftreten. Nebel tritt vor allem im Winter in den bergigen bzw. hügeligen Regionen sowie an der Küste auf.

Die höchste je im Vereinigten Königreich gemessene Temperatur ist 38,5 °C am 10. August 2003 bei Faversham in Kent, während der Hitzewelle 2003. Am kältesten war es am 30. Dezember 1995 bei Altnaharra in Sutherland mit −27,2 °C. Da die Durchschnittstemperatur auch im Winter meist über dem Gefrierpunkt liegt, fällt nur wenig Schnee. Ausnahme sind die schottischen Highlands, wo während einigen Wochen die Schneedecke dick genug ist, um Wintersport ausüben zu können.[10]

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothirsche in Schottland

Der früher weit verbreitete Laub- und Mischwald ist wegen Raubbau und Landwirtschaft auf 8 Prozent zurückgedrängt worden. Jetzt versucht man die Wälder wieder aufzuforsten. Die Flächen zwischen den Gebirgen sind mit Mooren und Heiden bedeckt.

Wild lebende Großsäugetiere sind Rothirsche und Rehe sowie die eingebürgerten Damhirsche, Sikahirsche und Wasserrehe. Die ehemals heimischen Wölfe und Wildschweine wurden ausgerottet. In Exmoor, auf den Shetland-Inseln und im New Forest gibt es halbwilde Ponys. Das Eichhörnchen wird durch das ausgesetzte nordamerikanische Grauhörnchen verdrängt. In Südengland lebt das ebenfalls eingebürgerte Benett-Känguru; eine weitere ursprünglich nicht heimische Säugetierart ist der Mink, ein nordamerikanischer Verwandter des Nerzes. In den Küstenregionen leben Seehunde und Kegelrobben.

Die Pflanzen- und Tierwelt Nordirlands entspricht in weiten Teilen der der britischen Hauptinsel. Einzig eine Spezies wilder Orchideen (Spiranthes stricta) stellt eine Besonderheit dar, die in den Tälern der Nebenflüsse des Upper und Lower Bann zu finden ist.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsdichte (Zensus 2011)

Im Jahr 2013 hatte das Vereinigte Königreich 64.106.000 Einwohner. Seine Staatsbürger werden Briten genannt. Die Bevölkerung verteilt sich auf die einzelnen Regionen wie folgt: England 84,1 Prozent, Schottland 8,3 Prozent, Wales 4,8 Prozent und Nordirland 2,8 Prozent.

Für 2027 projizierte das UK Office for National Statistics eine Bevölkerung von 70 Millionen, und 73,3 Millionen für das Jahr 2037.[11]

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Vereinigte Königreich hat keine Amtssprache, Englisch ist jedoch de facto offizielle Sprache und wird von 95,5 % der Bevölkerung als einzige Landessprache verwendet. Als „Hochsprache“ gilt die so genannte Aussprachevariante der Received Pronunciation, die jedoch von unter 10 % der Engländer, hauptsächlich im Süden des Landes, in der Region um London, im Alltag gesprochen wird. Dieses Englisch wird auch in den meisten Schulen Deutschlands unterrichtet. Allerdings haben zwei Landesteile offizielle Sprachen: In Wales sind sowohl Englisch als auch Walisisch offizielle Sprachen. In Schottland wird seit 2005 die schottisch-gälische Sprache neben Englisch als offizielle Amtssprache anerkannt. In Nordirland sind Irisch und Ulster Scots offiziell anerkannte Minderheitensprachen. Daneben gibt es im Vereinigten Königreich diverse lokale Dialekte des Englischen, die aber keinen offiziellen Status haben und meist rein mündlicher Natur sind. Noch bis in die jüngste Vergangenheit hinein empfand man Dialekte und dialektal gefärbte Aussprache im klassenbewussten Königreich als sozialen Makel.

Die Minderheitensprachen sind durch die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen anerkannt und geschützt. In Schottland sind dies die Scots sowie die schottisch-gälische Sprache, in Cornwall die kornische Sprache, in Nordirland das Ulster Scots sowie die irische Sprache. Walisisch genießt in Wales Gleichberechtigung mit Englisch. Im Vereinigten Königreich ist die British Sign Language die Gebärdensprache der Hörgeschädigten.

Laut der Volkszählung von 2001 wird Walisisch von rund 20 Prozent der Bevölkerung in Wales gesprochen (ca. 600.000 Menschen), schottisches Gälisch von rund 60.000 Menschen, Irisch von rund 20.000 Menschen (7 Prozent der Bevölkerung Nordirlands) und Kornisch von 3500 Menschen (etwa 0,6 Prozent der Bevölkerung von Cornwall).

Ethnische Gruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung des Vereinigten Königreiches wird, unabhängig von der Staatsbürgerschaft, nach ethnischen Gruppen (ethnic groups oder races) erfasst: Weiße (Whites), also Engländer, Waliser, Schotten und Iren sowie (eine relativ geringe Anzahl) Einwanderer aus Ost- und Südeuropa, Schwarze (Black) und Asiaten (Asian). Diese Einteilung beruht nicht auf einer pseudowissenschaftlichen Einstufung gemäß einer Rassentheorie, sondern auf einer subjektiven Selbstzuschreibung. Bei der Volkszählung 2001 wurden auch die Chinesen (Chinese) als separate Gruppe erfasst. 92,1 Prozent der Bevölkerung des Vereinigten Königreichs sind Weiße. Daneben gibt es eine Minderheit von 7,9 Prozent, die sich aus verschiedenen nicht-weißen Ethnien zusammensetzt. Zu über 50 Prozent sind ihre Angehörigen im Vereinigten Königreich selbst geboren worden. Der relativ große Anteil der nicht-weißen Menschen erklärt sich vornehmlich aus Einwanderungsbewegungen aus ehemaligen britischen Kolonien in der Karibik, Afrika und aus dem indischen Subkontinent, insbesondere in den 1950er und 1960er Jahren.

Über 1,1 Millionen der im Vereinigten Königreich lebenden Menschen bezeichnen sich entweder als „Black Caribbean“ oder als „Black African“. Der Großteil der eingewanderten Westinder kam in den 1950er Jahren, in der Hoffnung auf Arbeit und um der schlechten Lebensqualität in ihren Heimatländern zu entfliehen. Die meisten kamen aus Jamaika, Dominica sowie Trinidad und Tobago. Bei der letzten Volkszählung 2001 wurden 1.148.738 Menschen gezählt (davon 565.876 aus dem karibischen Raum und 485.277 aus Afrika), was etwa 2,1 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. Zur Volkszählung 2011 stieg diese Zahl auf 1.877.000, vor allem durch Einwanderung aus afrikanischen Staaten wie Ghana, Nigeria, Somalia oder dem Kongo.

2001 lebten über eine Million Inder in Großbritannien. Diese stellen die größte Einwanderergruppe aus einem einzigen Land. Ihr Anteil an der Bevölkerung beträgt 1,8 Prozent. Bei der letzten Volkszählung (2001) wurden 1.053.411 Menschen gezählt. Obwohl sie als eine einzige Minderheitengruppe zusammengefasst werden, gibt es weitere Unterschiede innerhalb derselben. 45 Prozent der britischen Inder sind Hindus, die Sikhs folgen mit 29 Prozent und an dritter Stelle die indischen Muslime mit 13 Prozent. Diverse Gründe haben die Inder dazu veranlasst, ins Vereinigte Königreich auszuwandern; neben wirtschaftlichen Gründen wie Armut, Arbeitssuche oder dem Wunsch nach einem höheren Lebensstandard spielt auch politische Verfolgung eine Rolle.

Britisch-Pakistaner sind die zweitgrößte südasiatische Minderheit. 2001 lebten 747.285 Pakistaner in Großbritannien. Sie kamen mit Seefahrern ins Vereinigte Königreich und suchten dort für kurze Zeit Arbeit, um Geld für ihre Familien zu verdienen, und um dann wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Viele von ihnen aber blieben im Vereinigten Königreich. Der größte Teil der Pakistaner sind Anhänger des Islam.

Die Bangladescher (2001 waren es 283.063) gehören ebenso wie die Inder und Pakistaner zu den sogenannten Asian or Asian British People. Die Gründe für ihre Einwanderung waren der Bürgerkrieg und die Abspaltung Bangladeschs von Pakistan 1971 ebenso wie die der Suche nach Arbeit und die Hoffnung auf einen höheren Lebensstandard. Die meisten Bangladescher sind ebenfalls Muslime.

Ein Großteil der chinesischen Einwanderer immigrierte nach dem Zweiten Weltkrieg ins Vereinigte Königreich, vor allem aufgrund des Preisverfalls von Reis in Hongkong. Im Jahre 2001 lebten 247.403 Chinesen im Vereinigten Königreich, was 0,4 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. Heutzutage gehören Chinesen zu den bestverdienenden und bestausgebildeten Einwohnern des Vereinigten Königreichs.

Auch etwa 150.000 Singhalesen leben im Vereinigten Königreich, davon gehören die meisten dem Buddhismus an.

Unter dem englischen Begriff Gypsy oder Traveller wird eine Vielzahl ethnischer Minderheiten verstanden. Die Minderheit, die den traditionellen „Zigeunern“ in ihrer Lebensweise am nächsten kommt, sind die Roma, deren Ursprung in Nordindien liegt. Die Hauptprobleme der Roma und auch der relativ wenigen britischen Sinti sind Diskriminierung, Armut und eine hohe Kindersterblichkeitsrate.

Nach Schätzungen der UNO leben im Vereinigten Königreich mehrere hunderttausend Menschen polnischer Herkunft. Viele dieser Polen dienten während des Zweiten Weltkriegs auf der Seite der Alliierten und kämpften in der Britischen Armee oder waren Flüchtlinge. Viele blieben in Großbritannien, als Polen nach dem Zweiten Weltkrieg von der Sowjetunion besetzt und von der Kommunistischen Partei Polens (PVAP) beherrscht wurde. Durch die EU-Mitgliedschaft Polens begünstigt sind viele Polen ins Vereinigte Königreich eingewandert, um Arbeit zu suchen.

Viele der griechischen und türkischen Zyprioten Großbritanniens leben in den Großstädten, vor allem in London (ca. 200.000). Zwei bekannte Briten mit zypriotischen Wurzeln sind die Popstars George Michael und Cat Stevens.

Insgesamt leben 2011 nach EU-Angaben im Vereinigten Königreich etwa 4,02 Millionen Ausländer, das sind 6,6 % der Bevölkerung, was etwa dem EU-Durchschnitt entspricht. Fast alle Einwanderer aus ehemaligen Kolonien und deren Nachfahren haben die britische Staatsbürgerschaft angenommen.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westminster Abbey ist eine Kirche in London. Traditionell werden hier die Könige von England (später britische Monarchen) gekrönt und beigesetzt.
Bait-ul-Futuh-Moschee in London, zweitgrößte Moschee Westeuropas
Der größte hinduistische Tempel Großbritanniens ist der Neasden-Tempel in London.

Die Mehrzahl der Einwohner des Vereinigten Königreichs (ca. 59 Prozent)[12] versteht sich als Christen. Bei der letzten Volkszählung 2001 beantworteten 92 Prozent der Einwohner die in der Beantwortung freigestellte Frage nach der Religion. Wie in anderen Ländern auch ist die Kirchenmitgliedschaft nicht mit der Religionszugehörigkeit gleichzusetzen. Genaue Statistiken der Kirchenmitgliedschaft sind schwer zu erstellen, da man im Vereinigten Königreich gewöhnlich nur dann offiziell Mitglied einer Kirche wird, wenn man sich über den gelegentlichen Gottesdienstbesuch hinaus am Gemeindeleben beteiligen will. 1995 waren nur 14 Prozent der Bevölkerung solche Mitglieder von Kirchen. Laut Umfragen aus dem Jahr 1995 fühlen sich ca. 27 Millionen (45 Prozent) der anglikanischen Kirche zugehörig, 11 Millionen (19 Prozent) anderen protestantischen Kirchen im weitesten Sinne und knapp 6 Millionen (10 Prozent) der katholischen Kirche.

Zu den großen Kirchen (grob nach Größe und Einfluss geordnet) zählen

Anzahl der Mitglieder einer Religion laut Zensus 2011[13]
Religion Anteil
absolut
Anteil
relativ
Christen 33.243.175 59,3 %
Moslems 2.706.066 4,8 %
Hindus 816.633 1,5 %
Sikhs 423.158 0,8 %
Juden 263.346 0,5 %
Buddhisten 247.743 0,4 %
andere 240.530 0,4 %

Über 14 Millionen Einwohner (25,1 Prozent) gehören keiner Religion an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte von Großbritannien aus dem Atlas Maior von Joan Blaeu (17. Jh.)

Antike und Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Antike waren weite Teile der Insel Großbritannien, abgesehen vom Gebiet des heutigen Schottlands, für rund 350 Jahre von den Römern besetzt. Als diese sich zurückzogen, bildeten sich mehrere kleine Königreiche, die von den eingewanderten Angeln und Sachsen, Jüten und später auch von den Normannen beherrscht wurden. Die keltische Urbevölkerung wurde in die westlichen Randgebiete verdrängt. Im 10. Jahrhundert entstanden die voneinander unabhängigen Königreiche Schottland und England. 1066 eroberten französisierte Normannen aus der Normandie die Insel und prägten sie für die folgenden Jahrhunderte.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltkarte von 1886, welche das Britische Weltreich aufzeigt

Wales, das seit 1284 unter der Kontrolle Englands war, wurde mit der Act of Union 1536 Teil des Englischen Königreichs. Mit der Act of Union 1707 wurden die Königreiche Schottland und England zum Königreich Großbritannien vereinigt; beide Länder hatten seit 1603 durch Personalunion denselben Monarchen. Die Act of Union 1800 vereinigte das Königreich Großbritannien mit dem Königreich Irland, das von 1169 bis 1603 mehr und mehr unter englische Kontrolle geraten war. Durch diese Verschmelzung entstand das Vereinigte Königreich Großbritannien und Irland.

Painting of a bloody battle. Horses and infantry fight or lie on grass.
Die Schlacht bei Waterloo 1815, markierte das Ende der Napoleonischen Kriege und den Beginn der Pax Britannica.

Am 21. November 1806 verhängte Napoleon eine Kontinentalsperre über die britischen Inseln. Sie blieb bis 1814 in Kraft. Sie sollte Großbritannien mit Mitteln des Wirtschaftskrieges in die Knie zwingen und die französische Wirtschaft gegen europäische und transatlantische Konkurrenz schützen. Großbritannien erschloss sich neue Absatzmärkte, insbesondere in Nordamerika.

Das Vereinigte Königreich, die dominierende Industrie- und Seefahrtsnation im 19. Jahrhundert, spielte eine bedeutende Rolle in der Entwicklung der parlamentarischen Monarchie, in Literatur und Wissenschaft. Großbritannien trat für ein Mächtegleichgewicht auf dem europäischen Kontinent ein (Pax Britannica) und schloss dafür wechselnde Bündnisse. Auf seinem Höhepunkt umfasste das Britische Weltreich zwei Fünftel der Landfläche der Erde, die in vielen Kriegen erobert worden waren.

1922 bildeten 26 irische Grafschaften den Irischen Freistaat (ab 1937 Éire, ab 1949 Republik Irland). Die restlichen 6 Grafschaften in der Provinz Ulster verblieben beim Vereinigten Königreich. Der heutige Staatsname „Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland“ wird seit 1927 verwendet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die beiden Weltkriege verlor das Land seine Weltmachtstellung, obwohl es beide Male auf der Siegerseite stand. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Reich bis auf einige kleine Reste aufgelöst (Dekolonisation): Britisch-Indien wurde im August 1947 unabhängig, die Staaten Indien und Pakistan entstanden (siehe Teilung Indiens). In Afrika wurden z. B. am 26. Juni 1961 Britisch-Somaliland und am 1. Oktober 1961 Nigeria unabhängig (siehe Dekolonisation Afrikas).

Das Vereinigte Königreich sah sich in der Folge gezwungen, sich mehr Kontinentaleuropa zuzuwenden; es hält sich aber bis heute bei der Integration zurück. Das Land ist zwar Mitglied der Europäischen Union, hat aber den Euro wegen innenpolitischer Widerstände und dem Einfluss von Quantum Funds auf den Devisenmarkt nicht eingeführt. Am 23. Juni 2016 votierten die Einwohner mehrheitlich für ein Ausscheiden aus der Europäischen Union.

Im Zuge einer Verfassungsreform (z. B. Scotland Act 1998) erhielten Schottland, Wales und Nordirland 1999 eigene Parlamente.

Winston Churchill 1943. Er war bedeutender Staatsmann und zweimal Premierminister.

Eckdaten zur Nachkriegsgeschichte Großbritanniens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den ersten Nachkriegswahlen in Großbritannien am 5. Juli 1945 siegte die Labour Party, Parteiführer Clement Attlee wurde Premierminister des Vereinigten Königreichs. Zu Churchills Niederlage trug auch dessen Ruf als „brillant, aber unsolide“ bei; die Wähler trauten ihm nach den Kriegsjahren keine Friedensregierung zu. 1951–1964 ging die Regierung jedoch zurück an die Konservativen (Churchill, Eden, Macmillan, Douglas-Home – siehe Britische Unterhauswahlen 1951), nachdem sich die Labour-Party in Flügelkämpfen aufgerieben hatte. Kurzzeitig überstrahlt wurden die Regierungsperioden und die Probleme der Nachkriegszeit von der Krönung Elisabeth II. zum Staatsoberhaupt (Königin) 1952, nachdem Georg VI. gestorben war.

In der Sueskrise (1956/57) mit Ägypten erlitt Großbritannien eine Niederlage und damit einen weiteren Rückschlag in seiner Kolonialpolitik. 1964–1970 regierte die Labour Party, 1970–1974 kehrten die Konservativen zurück an die Macht.

1973 trat Großbritannien der Europäischen Gemeinschaft nach innenpolitischen Widerständen und dem Veto Frankreichs (siehe Mitgliedstaaten der Europäischen Union) bei. Bis dahin hatte die EG nur ihre sechs Gründungsmitglieder; am 1. Januar 1973 traten UK, Irland und Dänemark bei. 1974–1979 regierte erneut die Labour Party.

Seit 1969 herrschten bürgerkriegsähnliche Zustände in Nordirland.

Von 1979 bis 1997 stellten die Konservativen die Regierungen (Premierministerin Margaret Thatcher, 1979–1990; danach John Major – siehe Britische Unterhauswahlen 1979, 1983, 1987, 1992). In die Ära Thatcher fiel auch die Rückeroberung der 1982 von Argentinien besetzten Falklandinseln.

1990 gab es gewalttätige Proteste gegen eine neue Gemeindesteuer.

Im Golfkrieg 1990/91 unterstützte Großbritannien intensiv die Vereinigten Staaten.

1997 siegte New Labour in den Unterhauswahlen, deren Vorsitzender Tony Blair wurde Premierminister. Im gleichen Jahr am 1. Juli wurde die britische Kronkolonie Hongkong an China zurückgegeben.

1998 wurde das Friedensabkommen für Nordirland (Karfreitagsabkommen) geschlossen.

2001–2003 beteiligte sich Großbritannien mit den Vereinigten Staaten an Kriegen in Afghanistan und im Irak.

2007 trat Tony Blair als Premierminister von seinen Ämtern zurück, sein Nachfolger war der bisherige Schatzkanzler Gordon Brown. Brown verlor die britischen Unterhauswahlen 2010, sein Nachfolger wurde David Cameron („Tories“).

2016 initiierte Cameron das Referendum über den Brexit; dabei entscheiden sich 51,9 Prozent der Wähler für ein Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union und Cameron erklärte seinen Rücktritt bis Oktober. Schließlich übernahm bereits am 13. Juli seine Parteifreundin Theresa May die Regierungsgeschäfte.


Siehe auch:

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Palace of Westminster ist ein Gebäude, in dem das aus dem House of Commons und dem House of Lords bestehende britische Parlament tagt.
Amtierende britische Premierministerin Theresa May (Conservative Party)

Das Vereinigte Königreich ist formal eine konstitutionelle Monarchie, da der britische Monarch theoretisch die Regierung absetzen kann, in der Praxis aber aufgrund eines jahrhundertelangen Gewohnheitsrechts nicht von diesem Recht Gebrauch macht. Es handelt sich daher de facto um eine parlamentarische Monarchie, da auch das Parlament das Recht hat, die Regierung abzusetzen. Das Staatsoberhaupt ist Königin Elisabeth II., Regierungschefin ist Premierministerin Theresa May, sie steht dem Kabinett May I vor. Das Parlament besteht aus dem House of Lords (Oberhaus) sowie dem House of Commons (Unterhaus). Die Mitglieder des House of Lords sind heute größtenteils Angehörige des nichterblichen Verdienstadels, einige Adelige mit vererblichen Adelstiteln sowie 26 anglikanische Bischöfe. Die Abgeordneten des House of Commons werden nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt. Das demokratisch legitimierte House of Commons ist der heutzutage dominierende Zweig des Parlaments, in dem alle Gesetze eingebracht und verabschiedet werden. Aufgrund der „parliamentary sovereignty“ ist das Parlament, neben der Königin (de facto die Regierung), die einzige gesetzgebende Institution in Großbritannien. Die Parlamentssouveränität ist zudem der Grund, weshalb es keine Verfassungsgerichtsbarkeit gibt.

Die Magna Carta bildete das erste Staatsgrundgesetz (1215), allerdings räumte sie nur einer kleinen Oberschicht von Adligen (Council of Barons) gewisse Rechte ein. Dennoch bleibt Großbritannien das Land Europas mit der ältesten demokratischen Tradition, da das Parlament spätestens seit der Glorious Revolution (1688/89) und der damit verbundenen Bill of Rights stetig an Bedeutung gewonnen hat.

Eine geschriebene Verfassung gibt es nicht, de jure hat jedes Gesetz Verfassungsrang, da grundsätzlich alle Gesetze gleichwertig sind und das Parlament das Recht hat (parliamentary sovereignty), jedes bestehende Gesetz zu ändern oder abzuschaffen.[14] Es gibt allerdings Gesetze mit De-facto-Verfassungsrang, wie beispielsweise die Bill of Rights. Grundsätzlich gilt, dass große Ausgestaltungsfreiräume für Gesetze bei den Gerichten liegen (common law), da das britische Rechtssystem auf dem Prinzip des Gewohnheitsrechts (vgl. „conventions“) und der richtigen Auslegung von Präzedenzfällen (common law) durch Gerichte fußt.

Militär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Vereinigte Königreich hat etwa 150.000 Soldaten[15] und leistete sich im Jahr 2015 mit 55,5 Milliarden US-Dollar die höchsten Militärausgaben in Westeuropa[16] und gehört zu den führenden Militärmächten der Welt. Traditionell und geographisch bedingt ist das große Gewicht, das Marine und Luftwaffe gegenüber dem Heer in den Streitkräften haben. Das Vereinigte Königreich besitzt seit 1952 Atomwaffen. Ihr Bestand wurde seit dem Ende des Kalten Krieges zwar deutlich reduziert; das heute ausschließlich auf Atom-U-Booten stationierte nukleare Abschreckungspotential Großbritanniens wird jedoch laufend modernisiert. Die britischen Streitkräfte verfügen derzeit über 407 Kampfpanzer. Die Luftwaffe hat ca. 930 Fluggeräte, darunter rund 250 aktive Kampfflugzeuge. Die Royal Navy ist mit 76 Kriegsschiffen eine der größten Marinen der Welt.[15]

Die britischen Streitkräfte unterhalten etliche Militärbasen im Ausland. Hierzu gehören mehrere Basen in Deutschland mit ca. 5.200 Soldaten (Stand:2015) sowie zwei britische Hoheitsgebiete auf Zypern mit etwa 7.000 Soldaten. Außer den Vereinigten Staaten hat kein Staat mehr Soldaten im Ausland stationiert als das Vereinigte Königreich.

Kampf gegen den Terror[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Vereinigte Königreich ist ein Verbündeter der Vereinigten Staaten im „Krieg gegen den Terror“. Es hat – anders als z. B. Deutschland – im Irakkrieg mitgewirkt und wirkt im Krieg in Afghanistan mit. Im Jahr 2000 wurde ein Anti-Terror-Gesetz (Terrorism Act 2000) ratifiziert. Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten wurde im November 2001 der „Anti-Terrorism, Crime and Security Act“ ins Parlament eingebracht. Er wurde verabschiedet und trat am 14. Dezember 2001 in Kraft. Als Reaktion auf die Terroranschläge am 7. Juli 2005 in London wurde ein weiteres Anti-Terrorismus-Gesetz verabschiedet.[17] Großbritannien wurde vorgeworfen, im Kampf gegen den Terror Menschenrechtsverletzungen begangen zu haben. Zwölf Verdächtige im Zusammenhang mit Terroranschlägen werden aufgrund der Möglichkeiten des Anti-Terror-Gesetzes bereits mehrere Jahre ohne Anklage in Hochsicherheitsgefängnissen in Großbritannien eingesperrt.[18] Im Irakkrieg ist es nach Angaben von amnesty international zu Folterungen und Misshandlungen von Häftlingen durch britische und amerikanischen Soldaten gekommen.[19]

Polizei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Landesinneren sind Polizeikräfte aus dem Verteidigungs- oder dem Innenministerium für die öffentliche Sicherheit zuständig. Die Uniform ist gleich. Des Weiteren agiert der Geheimdienst MI5 im Inland.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungseinheiten des Vereinigten Königreichs

Wales, Schottland und Nordirland besitzen seit den 1990er Jahren eigene Landesteilparlamente und -regierungen mit einem sogenannten „Ersten Minister“ als Chef (vergleichbar einem Ministerpräsidenten in Deutschland oder einem Landeshauptmann in Österreich). England besitzt keine Landesverwaltung. Die Bildung einer Northern Assembly (Nordenglische Versammlung) wurde in einem Referendum am 4. November 2004 von den Wählern mit großer Mehrheit abgelehnt. Die Aufgaben einer Staatsspitze Englands werden von Parlament und Regierung des Vereinigten Königreiches mit wahrgenommen. Dabei ist es inzwischen üblich geworden, dass sich im Parlament die Abgeordneten der anderen Landesteile enthalten, wenn eine Entscheidung nur England betrifft (siehe auch West-Lothian Question).

Die unteren Verwaltungsebenen sind seit dem späten 19. Jahrhundert mehrmals neu strukturiert worden, weitere Veränderungen sind in der Zukunft zu erwarten. Traditionell bestand England seit dem Mittelalter aus 39, Schottland aus 34, Wales aus 13 und Nordirland aus sechs Grafschaften (engl. counties). Heute gibt es in England 27 Grafschaften mit Verwaltungsfunktion, 56 Unitary Authorities, sechs Metropolitan Counties sowie Greater London (siehe hierzu auch Verwaltungsgliederung Englands). Wales ist in 22 und Schottland in 32 Unitary Authorities gegliedert. In Nordirland gibt es elf Distrikte, die ebenfalls den Status einer Unitary Authority besitzen. Die Namen der alten Grafschaften werden aber im Alltagsgebrauch aller Landesteile oft weiterhin verwendet.

Antarktika Frankreich (Kerguelen) Vereinigtes Königreich (Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln) Malaysia Japan Volksrepublik China Republik China (Taiwan) Südkorea Brunei Osttimor Philippinen Indonesien Ukraine Kasachstan Georgien Aserbaidschan Armenien Russland Türkei Vietnam Singapur Irak Syrien Libanon Israel Jordanien Kuwait Katar Bahrain Saudi-Arabien Jemen Oman Vereinigte Arabische Emirate Iran Turkmenistan Usbekistan Kirgisistan Tadschikistan Pakistan Afghanistan Mongolei Malediven Nordkorea Indien Indien Sri Lanka Bhutan Nepal Bangladesch Myanmar Thailand Kambodscha Laos Palau Föderierte Staaten von Mikronesien Papua-Neuguinea Marshallinseln Nauru Tokelau Salomonen Neuseeland Vanuatu Tuvalu Kiribati Kiribati Tonga Australien Samoa Fidschi Cookinseln (in freier Assoziierung mit Neuseeland) Niue (assoziiert mit Neuseeland) Vereinigte Staaten (Alaska) Vereinigtes Königreich (Pitcairn-Inseln) Frankreich (Neukaledonien) Frankreich (Französisch-Polynesien) Frankreich (Wallis and Futuna) Vereinigte Staaten (Hawaii) Vereinigte Staaten (Amerikanisch-Samoa) Vereinigte Staaten (Nördliche Mariannen) Vereinigte Staaten (Guam) Chile Uruguay Argentinien Paraguay Peru Bolivien Brasilien Ecuador Panama Kolumbien Guyana Suriname Venezuela Trinidad und Tobago Vereinigtes Königreich (Falklandinseln) Frankreich (Französisch-Guayana) Niederlande (ABC-Inseln) Costa Rica Honduras El Salvador Guatemala Belize Mexiko Jamaika Kuba Haiti Dominikanische Republik Bahamas Nicaragua Vereinigte Staaten Kanada Inseln über dem Winde (multinational) Puerto Rico (zu Vereinigte Staaten) Vereinigtes Königreich (Kaimaninseln) Vereinigtes Königreich (Turks- and Caicosinseln) Vereinigtes Königreich (Bermuda) Frankreich (St.-Pierre und Miquelon) Dänemark (Grönland) Isle of Man (brittischer Kronbesitz) Guernsey (brittischer Kronbesitz) Malta Jersey (brittischer Kronbesitz) Andorra Monaco Schweiz Liechtenstein Vatikanstadt San Marino Luxemburg Island Österreich Belgien Bulgarien Republik Zypern Tschechien Deutschland Dänemark Dänemark (Färöer) Estland Spanien Finnland Frankreich Vereinigtes Königreich Griechenland Ungarn Irland Italien Litauen Lettland Niederlande Polen Portugal Portugal (Madeira) Portugal (Azoren) Rumänien Schweden Slowenien Slowakei Island Montenegro Mazedonien Kroatien Serbien Norwegen Albanien Bosnien und Herzegowina Moldawien Weissrussland Russland (Kalininingrad) Ägypten Tunesien Libyen Algerien Marokko Mauretanien Senegal Gambia Guinea-Bissau Guinea Sierra Leone Liberia Elfenbeinküste Ghana Togo Benin Nigeria Äquatorialguinea Kamerun Gabun Republik Kongo Angola Demokratische Republik Kongo Namibia Südafrika Lesotho Swasiland Mosambik Tansania Kenia Somalia Dschibuti Eritrea Sudan Ruanda Uganda Burundi Sambia Malawi Simbabwe Botswana Äthiopien Südsudan Zentralafrikanische Republik Tschad Niger Mali Burkina Faso Kap Verde São Tomé und Príncipe Seychellen Mauritius Komoren Madagaskar Spanien (Kanarische Inseln) Frankreich (Réunion) Frankreich (Mayotte)
Überseegebiete

Abhängige Gebiete (offiziell britische Überseegebiete):

Gebiete, die nur der britischen Krone unterstehen und nicht dem Vereinigten Königreich (Crown dependencies):

Beide haben eigene Legislativen und Rechtssysteme, werden jedoch im Bereich Verteidigung und internationale Beziehungen von der britischen Regierung vertreten.

Der britische Monarch ist Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs und einer Vielzahl weiterer, unabhängiger Commonwealth-Staaten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen London Heathrow ist nach Passagieraufkommen der größte Flughafen Europas.

Das Verkehrsnetz orientiert sich in Nord-Süd-Richtung und geht hauptsächlich radial von London aus. Im Straßenverkehr wird links gefahren, im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern. Das Straßennetz ist rund 388.000 Kilometer lang. Davon sind rund 3500 km Autobahnen, die seit den 1950er Jahren errichtet worden sind. Neben den Autobahnen gibt es auch ein dichtes Netz von vierspurigen richtungsgetrennten Fernstraßen.

Das seit 1994 privatisierte Schienennetz des Vereinigten Königreichs besteht aus zwei voneinander unabhängigen Teilnetzen, in Nordirland und auf Großbritannien. Seit 1994 ist Letzteres durch den Eurotunnel mit dem europäischen Festland verbunden. Das nordirische Netz ist mit jenem in der Republik Irland verbunden. Das Schienennetz ist insgesamt 16.878 Kilometer lang, über die Hälfte weniger als noch in den 1950er Jahren.

Das Vereinigte Königreich ist eine der wichtigsten Drehscheiben des Weltluftverkehrs. Das gesamte Fluggastaufkommen ist mit rund 200 Millionen Passagieren pro Jahr (davon 125 Millionen auf den Londoner Flughäfen) das größte Europas. Größter Flughafen des Landes ist London-Heathrow, gefolgt von London-Gatwick und dem Manchester Airport.

Durch die Insellage des Landes, die räumliche Trennung Nordirlands vom restlichen Staatsgebiet und die vielen vorgelagerten Inseln besitzt die Seeschifffahrt traditionell eine große Bedeutung. Die wichtigsten Häfen sind Felixstowe, Tilbury, Southampton und Teesport.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Vereinigte Königreich zählt zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt. Die britische Wirtschaft ist der Ursprung des sogenannten „angelsächsischen Kapitalismus“, der auf den Prinzipien der Liberalisierung, des freien Marktes, niedriger Besteuerung und geringer Regulierung beruht. Das Land ist mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von ca. 2,85 Billionen US-Dollar (2015)[20] die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt und hat nach Deutschland das zweitgrößte Bruttoinlandsprodukt in Europa.[21][22] Bei der Kaufkraftparität (KKP) lag es 2013 auf dem achten Platz. Mit 28.300 Euro liegt das BIP pro Kopf im oberen europäischen Referenzrahmen. Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreicht das Vereinigte Königreich einen Index von 116,2 (EU-25 im Jahr 2003: 100). Das Wirtschaftswachstum lag 2015 bei 2,2 Prozent. Die Beschäftigungsquote erreichte im Frühsommer 2015 mit 73,6 Prozent einen historischen Höchststand. Die Arbeitslosenquote betrug 2015 ca. 5,4 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit ist trotz der positiven Entwicklung in den letzten Jahren immer noch vergleichsweise hoch.[23]

Die Industrielle Revolution hatte ihren Ursprung im Vereinigten Königreich. Zu Beginn gab es eine Konzentration auf die Schwerindustrie, die Schiffbau, Kohlebergbau, Stahlproduktion und Textilienherstellung umfasste. Das weltumspannende Reich schuf einen Überseemarkt für britische Produkte, was es dem Land erlaubte, während des 19. Jahrhunderts den internationalen Handel zu kontrollieren. Als sich aber auch andere Staaten industrialisierten und die Landwirtschaft keine überschüssigen Arbeitskräfte mehr stellen konnte, folgte im Verlaufe des gesamten 20. Jahrhunderts der langsame Niedergang der Schwerindustrie. Der Dienstleistungssektor hingegen wuchs ständig an und hat nun einen Anteil von 73 Prozent am Bruttoinlandsprodukt.[24]

Die City of London ist das größte Finanzzentrum Europas. Im entfernten Hintergrund ist der Canary-Wharf-Komplex, ein weiterer wichtiger Finanzplatz, zu sehen.
Fawley-Erdölraffinerie bei Southampton
Stromerzeugung der im Vereinigten Königreich installierten Photovoltaik-Anlagen[25]

Dominiert wird der Dienstleistungssektor von den Finanzdienstleistungen, insbesondere Banken und Versicherungen. Die City of London mit ihren privilegierten Sonderrechten ist der größte Finanzplatz der Welt. Die City ist Sitz der London Stock Exchange, von Lloyd’s of London, der Bank of England und zahlreichen Banken wie HSBC, Citigroup und Barclays. Aufgrund ihres Charakters als Offshore-Finanzplatz besitzt die City of London die größte Konzentration von ausländischen Bankniederlassungen in der Welt. Die schottische Hauptstadt Edinburgh ist der fünftgrößte Finanzplatz Europas und Hauptsitz bekannter Unternehmen wie Royal Bank of Scotland und HBOS. Mit dem permanenten Kapitalimport wird das starke Leistungsbilanzdefizit kompensiert, das 2014 einen Rekordwert erreichte.

Ebenfalls von großer Bedeutung ist der Tourismus; mit über 29 Millionen Touristen war das Vereinigte Königreich 2012 die achtwichtigste Touristendestination der Welt.[26]

Ein Airbus A380 mit einem Trent 900 Triebwerk von der britischen Rolls-Royce Group

Die industrielle Fertigung hat heute noch etwa einen Anteil von einem Sechstel am Bruttoinlandsprodukt. Ein bedeutender Zweig ist die Automobilindustrie, wenn auch alle Unternehmen mittlerweile in ausländischer Hand sind. Die Luftfahrt- und Rüstungsindustrie wird dominiert von BAE Systems und Rolls-Royce mit einem bedeutenden Anteil an der weltweiten Raumfahrtindustrie. Ein wichtiges Standbein ist die chemische und pharmazeutische Industrie; mit GlaxoSmithKline und AstraZeneca haben zwei der zehn weltweit größten Unternehmen ihren Hauptsitz im Vereinigten Königreich.

Die britische Landwirtschaft ist im europäischen Vergleich klein, mit einem Anteil von 0,9 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Hingegen besitzt das Land große Reserven an Kohle, Erdgas und Erdöl. Die industrielle Förderung von Bodenschätzen trägt zu 10 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, was für einen Industriestaat ein hoher Anteil ist. Dieser Anteil wird voraussichtlich sinken, da die Förderung von Kohle, Erdgas und Erdöl ihren Höhepunkt etwa 2000 erreicht hat. Seit 2005 ist Großbritannien Nettoimporteur von Erdöl und die Fördermenge betrug 2010 nur noch 45,9 Prozent verglichen mit der 1999 erreichten Höchstmenge (Peak Oil). Erdgas und Kohle müssen seit einigen Jahren ebenfalls in immer größeren Mengen importiert werden. Bedeutende weltweit tätige britische Unternehmen dieser Branche sind unter anderem BP und Royal Dutch Shell. Die britischen Inseln verfügen über ein sehr großes Potential an regenerativen Energien, vor allem im Bereich Windkraft und Strömungs- sowie Gezeitenkraftwerken, das bisher nur zum kleinen Teil genutzt wird. Der Anteil an regenerativen Energien, darunter auch Sonnenenergie an der Gesamt-Energieversorgung steigt jedoch. Nach Schätzungen könnten im Jahr 2020 etwa 4 Prozent des Energiebedarfs alleine aus Sonnenenergie gedeckt werden.[27] Die Regierung (Kabinett Cameron II) setzt (Stand 2015) auf einen Ausbau der Atomenergie und hat acht Standorte benannt.[28]

Staatshaushalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste im Krisenjahr 2009 Ausgaben von umgerechnet 1,14 Billionen US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 908 Milliarden US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 232 Milliarden US-Dollar bzw. 10,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).[29]

Der Schuldenstand des Staates belief sich per Ende 2013 auf 87,2 % des Bruttoinlandsprodukts. Im Zuge der Banken- und Finanzkrise seit 2007 stieg die Staatsverschuldung stark an.[30] Aufgrund der steigenden Verschuldung und der schwachen Konjunktur des Landes stufte im Februar 2013 die US-amerikanische Ratingagentur Moody’s die Kreditwürdigkeit des Vereinigten Königreichs von der Bestnote „AAA“ auf „Aa1“ herab.[31]

Staatsverschuldung und Haushaltsdefizit (Angaben in Prozent)[32][33]
Jahr 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Staatsverschuldung 37,3 40,2 41,5 42,5 43,6 51,6 65,9 76,4 81,9 85,8 87,2 89,5
Haushaltssaldo −6,1 −3,6 −3,5 −2,9 −3,0 −5,1 −10,8 −9,6 −7,6 −8,3 −5,8 −5,7

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des Bruttoinlandsprodukts) folgender Bereiche:

Demografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Volkszählung wird gleichzeitig in allen Teilen Großbritanniens alle zehn Jahre durchgeführt.[35] Das Office for National Statistics ist zum Sammeln der Daten für England und Wales zuständig, das General Register Office for Scotland und die Northern Ireland Statistics and Research Agency erledigen das Sammeln der Daten in ihren jeweiligen Ländern. In der Volkszählung 2011 betrug die Gesamtbevölkerung des Vereinigten Königreichs 63.181.775. Zwischen 2001 und 2011 wuchs die Bevölkerung mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von 0,7 Prozent. Die Regierung schätzt, dass 6 Prozent der Bevölkerung homosexuell sind.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vereinigten Königreich gibt es ein vielfältiges Angebot an Medien, die aufgrund der Verbreitung der englischen Sprache auch international einen großen Einfluss besitzen.

Die BBC ist die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt des Landes und zugleich die älteste und größte der Welt. Sie wird durch obligatorische Rundfunkgebühren und teilweise durch Werbung finanziert und betreibt mehrere Fernseh- und Hörfunkstationen, sowohl im Inland als auch im Ausland. BBC World, der internationale Nachrichtenkanal der BBC, wird in die ganze Welt ausgestrahlt und die Radiostation BBC World Service sendet Programme in 33 verschiedenen Sprachen. Die wichtigsten Konkurrenten des BBC-Fernsehens sind ITV, Channel 4, Channel 5 und Sky.

Beim Hörfunk dominiert die BBC, die zehn landesweite und über 40 lokale Stationen betreibt. Die beliebteste Radiostation, gemessen an den Zuhörerzahlen, ist BBC Radio 2, gefolgt von BBC Radio 1. Darüber hinaus gibt es mehr als 200 kommerzielle Radiostationen, die hauptsächlich lokal verankert sind. Die größten privaten Stationen sind Virgin Radio, Classic FM und talkSPORT. Das mit Abstand bedeutendste Lokalradio ist Capital Radio aus London.

Bis vor wenigen Jahren wurde bei den britischen Zeitungen strikt zwischen „Broadsheet“-Zeitungen mit Artikeln von hoher Qualität und den Tabloid-Zeitungen, die im Boulevard angesiedelt sind, unterschieden. Aufgrund der größeren Lesefreundlichkeit haben zahlreiche „quality newspapers“ vom Broadsheet- auf das Tabloidformat umgestellt, so dass zumindest diese Unterscheidung weggefallen ist. Die höchste Auflage aller britischen Zeitungen hat das von Montag bis Samstag erscheinende Boulevardblatt The Sun, während ihre Schwesterzeitung News of the World bis zu ihrer Einstellung am 10. Juli 2011 den Sonntagszeitungsmarkt dominierte.[36] Die höchste Auflage bei den sogenannten Qualitätszeitungen haben The Daily Telegraph und The Times, die im politischen Spektrum rechts der Mitte stehen, sowie The Guardian und The Daily Mirror, die links der Mitte stehen. Führende Wirtschaftszeitung ist die Financial Times.

Der Nutzung sozialer Medien kommt eine immer bedeutendere Rolle zu. Im Januar 2011 betrug die Bruttoreichweite der sozialen Netzwerke 27,2 Millionen der im Vereinigten Königreich lebenden Personen.[37]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußball ist eine der beliebtesten Sportarten der Briten.
Rugby, hier England (weiß) – Argentinien (blau) in Twickenham

Sport spielt eine bedeutende Rolle im Vereinigten Königreich. Bei den einzelnen Sportarten sind jedoch teilweise deutliche regionale und soziale Unterschiede zu erkennen. In weiten Teilen der englischen und schottischen eher unteren sozialen Schichten („Working Class“) ist Fußball mit deutlichem Abstand die beliebteste Mannschaftssportart, wohingegen in Wales und in mittleren und höheren sozialen Schichten („Upper Class“) Englands und Schottlands Rugby Union (Fünfzehner-Rugby) meist der Mannschaftssport Nummer eins ist. In den traditionellen Industriestädten Nordenglands ist zudem die Variante Rugby League (Dreizehner-Rugby) sehr populär. Cricket ist wie Rugby Union ein eher sozial „elitärerer“ Sport. Diese Gegebenheiten haben meist historische Ursachen. So war es in den englischen Arbeitervierteln der Großstädte ohne Rasenflächen nicht möglich, Rugby zu spielen, für Fußball dagegen bedurfte es nur eines Hinterhofs. Die höheren Schulen der Upper Class verfügten allesamt über Rasenplätze, auf denen man Rugby und Cricket spielen konnte. Im Laufe der Zeit wurde der jeweilige Sport auch eine Möglichkeit der Identifikation mit seiner Klasse. Gerade wenn man auf die Zuschauerränge eines Rugby-Union- und eines Fußballspiels beispielsweise der englischen Nationalmannschaften schaut, erkennt man heute deutliche Unterschiede im Klientel. Gewalt unter und durch Fans war lange im englischen Fußball ein enormes Problem, hat im Rugby jedoch nie eine Rolle gespielt.

Bedeutende Einzelsportarten sind Leichtathletik, Fechten, Darts, Golf, Motorsport und Pferderennen. Das Regelwerk vieler bedeutender Sportarten entwickelte sich im Vereinigten Königreich. Dazu gehören unter anderem Fußball, Tennis, Squash, Golf, Boxen, Rugby, Cricket, Snooker, Billard, Badminton und Curling.

Die vier Landesteile besitzen in den meisten Mannschaftssportarten getrennte Nationalmannschaften. Zu den Olympischen Spielen werden aber gemeinsame Mannschaften aller vier „home nations“ entsandt (nicht jedoch zu den Commonwealth Games). Diese starten formell unter der Bezeichnung „Great Britain and Northern Ireland“, was jedoch üblicherweise zu „Great Britain“ verkürzt wird. Vereinsmeisterschaften werden in den meisten Mannschaftssportarten ebenfalls getrennt durchgeführt; „britische“ Meisterschaften sind deshalb eher selten. Wintersport ist nicht weit verbreitet, da trotz der Lage in den hohen nördlichen Breitengraden nur in wenigen Regionen genügend Schnee fällt.

Zu den bekanntesten Sportanlässen gehören neben den Fußballmeisterschaften die Wimbledon Championships (Tennis), The Ashes (Cricket), das Six-Nations-Turnier (Rugby Union), der London-Marathon (Leichtathletik), die Open Championship (Golf), der Große Preis von Großbritannien (Formel 1), der Motorrad-Grand-Prix, der Speedway-WM-Grand-Prix von Großbritannien, das Boat Race (Rudern) und Royal Ascot (Pferderennen). Darüber hinaus war London dreimal Austragungsort Olympischer Spiele (1908, 1948 und 2012).

Küche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sunday Roast
Whisky

Die britische Küche (insbesondere die englische) stand lange in dem Ruf fade, eintönig, schwer verdaulich und wenig gewürzt zu sein sowie ungewohnte Geschmacksrichtungen zu kombinieren (z. B. Minzsauce mit Lammfleisch). Die traditionelle Kombination von Fleisch, Kartoffeln und Gemüse (meat and two veg) findet ihre etablierteste Form im Sunday roast. Kartoffeln spielen auch sonst eine entscheidende Rolle und werden auf vielfältige Weise zubereitet, meist aber in Form von Brei. Weit verbreitet sind Pasteten mit Fleischfüllung. Das britische Frühstück ist eine umfangreiche warme und weltweit bekannte Mahlzeit. Unter den kalten Gerichten spielen diagonal durchgeschnittene Sandwiches eine herausragende Rolle. Inbegriff des britischen Fast-Food ist Fish and Chips. Als Nachspeise werden Kuchen bevorzugt. Darüber hinaus ist insbesondere England für diverse Käsesorten bekannt, worunter der Cheddar am populärsten ist.

Unter anderem haben Immigranten aus Asien und Afrika dazu beigetragen, dass die lange Zeit als konservativ geltende englische Küche sich in den letzten Jahrzehnten der Welt geöffnet hat. Starköche wie beispielsweise Jamie Oliver trugen außerdem dazu bei, dass die mediterrane Küche und neue Gewürze und Geschmacksrichtungen eine stärkere Präsenz ausüben.

Die Küche Schottlands weist einige Unterschiede auf. Vor allem die Esskultur der gehobenen Schichten übernahm infolge der Auld Alliance zahlreiche Merkmale der französischen Küche. In den letzten Jahren wurde die schottische Küche durch internationale kulinarische Elemente beeinflusst und konnte sich im Großen und Ganzen ihren bodenständigen Charakter erhalten.

Beliebtestes nichtalkoholisches Getränk ist der Tee; die britische Teekultur ist weltweit bekannt und gehört zur britischen Lebensart. Kaffee spielte dagegen eine eher untergeordnete Rolle, erfreut sich in den letzten Jahren aber einer steigenden Beliebtheit. Bei den leichten alkoholischen Getränken dominieren das Bier – hauptsächlich als Ale und Stout – sowie der Apfelschaumwein, genannt Cider. Bei den hochprozentigen sind Gin und Whisky traditionell weit verbreitet. Seit Jahrhunderten ist der britische Markt der Hauptabnehmer für süße Weine wie Sherry, Portwein und Madeira.

Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vier eigenständigen Schulsysteme in den Landesteilen des Vereinigten Königreichs unterscheiden sich leicht voneinander und werden jeweils von lokalen Behörden gestaltet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Portal: Vereinigtes Königreich – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Vereinigtes Königreich

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikimedia-Atlas: Vereinigtes Königreich – geographische und historische Karten
Weiterführende Informationen in den
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Wikisource Quellen und Volltexte
Wikiquote Zitate
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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The UK Government signed the European Charter for Regional or Minority Languages in 2000 and ratified it in 2001 in respect of Welsh in Wales, Scots and Gaelic in Scotland and Ulster Scots and Irish in Northern Ireland. Manx Gaelic and Cornish were subsequently added.: European Charter for regional or minority languages (Memento vom 7. Juni 2011 im Internet Archive)
  2. CIA World Factbook: United Kingdom (Land- und Wasserfläche)
  3. Eurostat: Vereinigtes Königreich
  4. a b c United Kingdom Mid-year Population Estimates 2014. Abgerufen am 25. Juni 2015.
  5. Google Public Data Explorer. Google Inc., abgerufen am 25. Juni 2015.
  6. World Economic Outlook Database, April 2014 des Internationalen Währungsfonds
  7. Human Development Reports, Table 1: Human Development Index and its components United Nations Development Programme (UNDP), Abgerufen am 9. Februar 2016
  8. Brexit- aber ohne Cameron. Ergebnis des Referendums. In: tagesschau.de. Tagesschau (ARD), 24. Juni 2016, abgerufen am 24. Juni 2016.
  9. http://www.eda.admin.ch/eda/de/home/reps/eur/vgbr/stagro.html Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten
  10. Klima- und Wetterstatistiken (Memento vom 14. Dezember 2005 im Internet Archive) des Met Office (englisch)
  11. National Population Projections 2012, abgerufen 14. Mai 2015
  12. Census reveals decline of Christianity and rise in foreign born to one in eight, guardian.co.uk, 11. Dezember 2012, abgerufen am 13. Januar 2013
  13. "Religion Data from the 2011 Census", abgerufen 26. April 2016.
  14. vgl. Walter Bagehot: The Law of The Constitution
  15. a b GFB, United Kingdom Military Strength Globalfirepower, zuletzt gesehen am 24. Juni 2016
  16. Statista. Länder mit den höchsten Militärausgaben 2014 Statista. Das Statistik- Portal, zuletzt gesehen am 24. Juni 2016
  17. Gesetze gegen den Terror (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive) In: cafebabel.com
  18. Großbritannien: Inhaftierungspolitik verhindert wirksame Terrorismusbekämpfung – Ausländische Staatsbürger werden unbegrenzt und unter Missachtung der (Memento vom 26. Juni 2004 im Internet Archive) In: hrw.org
  19. ai fordert systematische Untersuchung sämtlicher Vorwürfe von Folter und Misshandlung durch ein unabhängiges Gremium – Amnesty Internationa. In: amnesty.de. 14. September 2003, abgerufen am 22. Februar 2015.
  20. Großbritannien: Bruttoinlandsprodukt (BIP) in jeweiligen Preisen von 2004 bis 2015 (in Milliarden US-Dollar), zuletzt gesehen am 12. Juni 2016
  21. IMF: World Economic Outlook Database, April 2009
  22. Länder mit dem größten Bruttoinlandsprodukt (BIP), zuletzt gesehen am 12. Juni 2016
  23. Auswärtiges Amt- Großbritannien- Wirtschaftliche Situation, zuletzt gesehen am 12. Juni 2016
  24. Index of Services (experimental), Office for National Statistics, 24. Mai 2006
  25. Statistics: Solar photovoltaics deployment. UK Government, abgerufen am 26. März 2015 (englisch).
  26. DerStandard.at Reiseländer mit den meisten Besuchern. Ranking vom 26. Juli 2013, abgerufen am 18. Dezember 2014
  27. Roger Harrabin: Solar energy 'could provide 4 % of UK electricity by 2020'. BBC News, 24. März 2015, abgerufen am 26. März 2015.
  28. Susanne Preuss, Marcus Theurer: Schwaben fürchten britisches Atomkraftwerk Hinkley Point. faz.net, 30. Mai 2015, abgerufen am 30. Mai 2015
  29. a b c The World Factbook
  30. Government Statistics. Abgerufen am 28. Januar 2015 (englisch).
  31. Bonität: Moody’s entzieht Großbritannien den AAA-Status bei zeit.de, 22. Februar 2013 (abgerufen am 23. Februar 2013).
  32. European Economic Forecast – Autumn 2011 (PDF; 3,6 MB) ec.europa.eu. Abgerufen am 7. April 2012.
  33. Großbritannien: Staatsverschuldung von 2004 bis 2015 (in Milliarden Pfund). de.statista.com. Abgerufen am 2.
  34. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  35. http://www.statistics.gov.uk/geography/census_geog.asp (Memento vom 4. Juni 2011 im Internet Archive)
  36. Auflagezahlen der britischen Zeitungen, The Times, 12. Mai 2006
  37. Die wichtigsten Social Media Plattformen in Grossbritannien im Überblick. Social Media Schweiz. Archiviert vom Original am 13. März 2011. Abgerufen am 14. März 2010.

Koordinaten: 52° N, 0° W