Schäferpfeife

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Schäferpfeife in G/C

Die Schäferpfeife, auch Schäferorgel genannt,[1] ist die typisch deutsche Bauform der Sackpfeife. Sie zeichnet sich durch zwei nach vorn gerichtete Bordune aus, die zusammen in einem Stock untergebracht sind und ein Quintintervall bilden.[2]

Tonumfänger der Sackpfeifen aus dem Syntagma musicum

Michael Praetorius beschreibt ein Intervall von b-f' (Grundton der Spielpfeife: f'), diese Angaben sind jedoch wahrscheinlich nicht akkurat, da die Stimmungsangaben zu den einzelnen Sackpfeifen im Syntagma musicum fragwürdig sind. In diesem speziellen Fall müsste die Bordunstimmung eine Oktave tiefer angegeben sein, um den zeitgenössischen Abbildungen gerecht zu werden. Die originale Bauweise der Schäferpfeife ist äußerst schlecht dokumentiert - lediglich ein einziges Originalinstrument ist in der Wiener Hofburg erhalten. In der Vergangenheit erstellte Pläne dieses Instruments weisen aber bedeutende Konstruktionsunterschiede der Spielpfeife im Vergleich mit heutigen Nachbauten auf.

Die flämische Form des Dudelsacks wird oft auch Schäferpfeife genannt, nicht zuletzt weil sie ein der Prätorius-Schäferpfeife sehr ähnliches Aussehen besitzt. Hier sind die Bordune entweder im Quint- oder im Oktavabstand gestimmt, die Spielpfeifenmensur und Griffweise wird heute nahezu immer von der französischen Cornemuse du Centre übernommen, da sich diese als sehr stabil im Ton und umfangreich im Tonumfang (1½ Oktaven) erwiesen hat. Häufig ist die sogenannte G/C-Stimmung, d. h. Bordunpfeifen in G und g, Melodiepfeife (f')g' - c'''. Es existieren auch Schäferpfeifen im flämischen Stil mit drei Bordunen, hier sind dann sowohl Quint- als auch Oktavintervalle mit demselben Instrument möglich, ebenso gibt es Schäferpfeifen mit über der Schulter liegenden Bordungruppen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Hebenstreit: Wissenschaftlich-literarische Encyklopädie der Aesthetik, 1843.
  2. Erich Valentin: Handbuch der Musikinstrumentenkunde. Bosse, Regensburg 1980, ISBN 3-7649-2003-3, S. 242.