Schauen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schauen (Begriffsklärung) aufgeführt.

51.94611111111110.716666666667148Koordinaten: 51° 56′ 46″ N, 10° 43′ 0″ O

Schauen
Höhe: 148 m ü. NN
Fläche: 11,01 km²
Einwohner: 529 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 38835
Vorwahl: 039421
Schauen, Luftaufnahme (2015)

Schauen ist ein Ortsteil der Stadt Osterwieck im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt im nördlichen Harzvorland unweit der Ilse, südlich von Osterwieck. Von dort aus führt eine Verbindungsstraße durch den Ort und das Schauener Holz nach Stapelburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Schauen wurde erstmals 973 erwähnt. Der Ortsname könnte vom ahd. scouwa „das Schauen, der Anblick” oder vom ahd. scuwo „Schatten, schattige Lage” kommen.[1]

Im Jahre 1124 wird ein lotharischer Ministeriale Ricberto de Scowen erwähnt. 1200 tauschte Herwicus de Scouwen fünf Hufen in Wester-Schauen mit dem Kloster Walkenried, auf dieser Grundlage und weiteren Erwerbungen wurde Schauen zu einer Grangie, einem klösterlichen Wirtschaftshof.[2] Innerhalb von 120 Jahren gelang es dem Kloster Walkenried, Schauen mit seiner Umgebung, in ein geschlossenes Territorium von etwa 10 km² Größe mit allen Rechten in seiner Hand zu vereinigen. In der Walkenrieder Zeit wurde das Gebiet Bruchschauen ab 1321 wüst und Wester-Schauen ab 1261 Mönchschauen genannt. Ihre beste Zeit und größte Ausdehnung erreichte die Grangie Schauen ab 1321. Die Grafen von Wernigerode übten seit 1325 die Schutzherrschaft über die Grangie Schauen aus.

Im Jahre 1530 kam Schauen an die Grafen zu Stolberg und 1616 an das Domkapitel Halberstadt. 1648 gelangte es als reichsunmittelbares Lehen an Braunschweig-Lüneburg. 1689 erwarb der hannoversche Kammerpräsident Otto Grote, der im selben Jahr zum Reichsfreiherren erhoben wurde, das Gut Schauen. Die seitherige freie Reichsherrschaft Schauen, die keinem Reichskreis zugeteilt war, fiel 1807 durch Mediatisierung an das Königreich Westphalen und 1815 an den Regierungsbezirk Magdeburg der preußischen Provinz Sachsen. Im Jahre 1818 gab es in Schauen ein Rittergut (Besitz von Grote), 80 Wohnhäuser, 524 Einwohner, eine Kirche, eine Guts-Schäferei, eine Guts-Försterei, ein Gasthof, eine Wasser- und eine Bockwindmahlmühle.[3] Die Freiherren Grote blieben bis 1945 im Besitz des Gutes Schauen.

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Schauen, Aue-Fallstein, Berßel, Bühne, Lüttgenrode, Rhoden und Wülperode mit der Stadt Osterwieck zur neuen Stadt Osterwieck zusammen.[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Schauen lag an der Bahnstrecke Halle–Vienenburg.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jürgen Udolph: Ortsnamen um Halberstadt - Zeugen der Geschichte. In: Geschichte und Kultur des Bistums Halberstadt 804-1648 /hrsg. Adolf Siebrecht
  2. Nicolaus Heutger, Kloster Walkenried, Geschichte und Gegenwart /hrsg. Lukas Verlag Berlin 2007
  3. Karl von Seydlitz: Der Regierungsbezirk Magdeburg: Geographisches statistisches und Topographisches Handbuch, Magdeburg 1820, Seite 293
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010

Literatur[Bearbeiten]