Schnüss

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Die Schnüss (rheinisch für „Schnauze“)[1] ist ein Bonner Stadtmagazin.

Geschichte, Konzept und Ausrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1978 wurde die Zeitschrift unter dem Eindruck der Neuen Sozialen Bewegungen als De Schnüss unter anderem von Harald Grunert, inzwischen Mitinhaber der Berliner Kneipe Ständige Vertretung, Heinz Dietl, heute Ressortleiter Boulevard des Bonner General-Anzeigers, und Gerd Billen als alternatives Medium (Stattzeitung) gegründet.

In ihrer Geschichte erfuhr sie mehrfach eine bundesweite Rezeption. So etwa im Nachrichtenmagazin Der Spiegel, als sie einen in Handgreiflichkeiten ausgearteten Polizeieinsatz glossierte. Mehrfach konnte sich die Schnüss und mit ihr die Pressefreiheit in Gerichtsprozessen behaupten. Besonders aufgrund ihrer mitunter kontroversen Titel und ihrer meinungsstarken Glossen war das alternative Medium Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen, die es jedoch in der Regel gewann.[2] Rechtlich ausgefochten wurden unter anderem Auseinandersetzungen mit Karl Carstens und Hans-Helmuth Knütter.[3]

Heute spricht die Schnüss kein reines Szenepublikum mehr an. Sie versteht sich nach wie vor als alternatives Magazin und wartet mit lokaler Berichterstattung, oft zu Nischenthemen, sowie einem großen Feuilletonteil mit zahlreichen kulturellen Terminen aus der Region Bonn/Rhein-Sieg und Köln als auch Gastro-Kritiken auf. Ebenfalls finden sich vielschichtige Kommentare und Glossen zu politischen und gesellschaftlichen Fragen jenseits des Lokalen, oftmals als Titelgeschichten.

Bis Ende 2018 erschien jeweils zum Beginn des Sommer- wie des Wintersemesters an der Universität Bonn das Schnüss Unimagazin in einer Auflage von 10.000 Exemplaren mit Informationen rund um Studium und Universität.

Erscheinungsweise und Herausgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schnüss erscheint monatlich, jeweils in der letzten Woche des Monats. Nachdem sie die längste Zeit kostenpflichtig für zuletzt 1,90 € zu haben war, ist sie seit der Ausgabe 2/2010 an fast 300 Verteilstellen in Bonn kostenlos erhältlich. Nach eigenen Angaben hat sie eine Druckauflage von 10.000 Exemplaren.

Seit der Umstellung auf kostenlose Verteilung finanziert sich die Schnüss heute ausschließlich über Anzeigen und Spenden. Herausgeber ist der Verein zur Förderung alternativer Medien e. V., der Vertrieb wird von der Bonner Firma Kulticus Promotion übernommen. Chefredakteurin ist Gitta List.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitmachwörterbuch. Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte des Landschaftsverbandes Rheinland
  2. Zufällig reingetrottelt. In: Der Spiegel. 20/1985.
  3. Karl Vierklang: Den Fuß in der Tür… In: Schnüss – Das Bonner Stadtmagazin. Nr. 02/1992, S. 18.