Schwarzenau (Bad Berleburg)

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Schwarzenau
Koordinaten: 51° 1′ 27″ N, 8° 28′ 31″ O
Höhe: 372 (360–590) m
Fläche: 5,49 km²
Einwohner: 821 (31. Mrz. 2011)
Bevölkerungsdichte: 150 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 57319
Vorwahl: 02755

Schwarzenau ist eine ehemalige Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstbeurkundung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwarzenau wurde bereits 1059 als „Swarcenown“ urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit kann noch nicht von einem Dorf gesprochen werden. Die Ansiedlung bestand aus wenigen bäuerlichen Anwesen.

Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Urkunde von 1059, sowie in weiteren Urkunden des 16. Jahrhunderts zählt ein Teil von Schwarzenau, das sog. Alte Dorf, zur Vogtei Elsoff. Das Alte Dorf verschwand Anfang des 16. Jahrhunderts. Von diesem Zeitpunkt an kann nur noch von einer Domäne Schwarzenau geredet werden.

Ab 1713 erfolgt die Ansiedelung von Canonisten. Teilweise sind unter den Neusiedlern auch Hugenotten. Ab dem Jahr 1732 gehört der Ort zum Elsoffer Viertel. 1760 sind es schon 47; Anfang des 19. Jahrhunderts sind es 49 Canongüter. In dieser Zeit entsteht das eigentliche Dorf Schwarzenau. Im Jahr 1819 kommt es zur Aufstellung des Schultheißenbezirk Schwarzenau, zu der auch die Gemeinde Beddelhausen gehört. Ab 1845 gehört der Ort zum Amt Arfeld.

Schwarzenau gehört seit dem 1. Januar 1975 im Rahmen des Sauerland-Paderborn-Gesetzes zur Stadt Bad Berleburg[1] im Kreis Siegen-Wittgenstein.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 921 Einwohner[1]
  • 1970: 894 Einwohner[1]
  • 1974: 923 Einwohner[2]
  • 2011: 821 Einwohner

Schloss Schwarzenau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inmitten des Ortes an der Eder liegt das in der Mitte des 18. Jahrhunderts erbaute Herrenhaus Schwarzenau. Dieses diente zuerst als Witwensitz und Jagdschloss der Grafen zu Sayn-Wittgenstein. Aber bereits der Vorgängerbau wurde zum Regierungssitz ausgebaut, als in der radikalpietistischen Phase in Wittgenstein der Landesherr Graf Henrich Albrecht zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein seinen Lebensmittelpunkt dorthin verlegte und von dort aus, statt von Schloss Wittgenstein bei Laasphe, die Regierungsgeschäfte ausübte, um näher bei den dort wohnenden Glaubensgeschwistern sein zu können.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im oberen Hüttental bei Schwarzenau ließen sich seit ca. 1698 viele religiös verfolgte Siedler nieder. Sie wohnten nur in einfachen und ärmlichen Hütten, so entstand der Name „Hüttental“. In Schwarzenau wurde auch die heute noch bestehende pietistisch-täuferische Bewegung der Schwarzenau Brethren gegründet, die sich nach Auswanderung nach Nordamerika vor allem in den USA verbreitete. Größte Kirche der Schwarzenau Brethren ist heute die Church of the Brethren. Die Geburtsstunde der Schwarzenauer Neutäufer war, als Alexander Mack Anfang August 1708 acht Personen in der Eder taufte. Heute erinnert das Alexander-Mack-Museum im oberen Hüttental an die Brüderkirche und die Zeit des radikalen Pietismus in Wittgenstein. Im Jahr 1854 wird Schwarzenau eine selbständige Pfarrei, welche bis zum 31. Dezember 2005 bestand hatte. Seit dem 1. Januar 2006 gehört der Ort zur evangelischen Lukas-Gemeinde im Eder- und Elsofftal.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Wrede: Territorialgeschichte der Grafschaft Wittgenstein (= Marburger Studien zur älteren deutschen Geschichte. Reihe 1: Arbeiten zum geschichtlichen Atlas von Hessen und Nassau. H. 3, ZDB-ID 506846-0). Elwert, Marburg 1927 (Zugleich: Marburg, Phil. Diss., 1927).
  • Andreas Kroh, Ulf Lückel: Wittgensteiner Pietismus in Portraits. Ein Beitrag zur Geschichte des radikalen Pietismus in Wittgenstein. Horn, Bruchsal 2003.
  • Otto Marburger (Hrsg.): Schwarzenau 1708–2008. (Jubiläumsschrift zur 300-Jahrfeier. 2008 Brethren World Assembly). Druckerei Brenner, Bad Berleburg 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 337.
  2. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 138.