Schweizer Bergmeisterschaft

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Eric Berguerand, Schweizer Bergmeister 2019

Bergrennen in der Schweiz haben eine lange Tradition. Im Gegensatz zu Rennen auf permanenten Rennstrecken unterliegen sie nicht dem Rundstreckenverbot, das in der Schweiz seit 1955 gilt.

Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergrennen sind Einzelzeitfahren im Motorsport. Es wird in verschiedenen Kategorien auf fahrerisch mehr oder weniger anspruchsvollen Bergstrassen gefahren, die sonst als öffentliche Landstrassen dienen. Auslaufzonen, wie sie auf permanenten Rennstrecken üblich sind, gibt es nicht. Schon der kleinste Fahrfehler bedeutet in der Regel das Aus. Für die Sicherheit der Fahrer, Streckenkommissare und Zuschauer sorgen Einzel-, Doppel- oder sogar Dreifach- Leitplanken oder sonstige, entsprechend wirksame Auffangstrukturen.

Rennen in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Rennen, die zur Schweizer Meisterschaft zählen, haben eine lange Tradition. Eines der bekanntesten ist Saint-Ursanne-Col des Rangiers im Kanton Jura. Es wird seit 1955 ununterbrochen abgehalten (Strecke wurde 1998 verlängert) und ist seit 1972 das einzige Schweizer Bergrennen mit Europameisterschaftsstatus[1]. Noch älter ist das Rennen am Gurnigel im Kanton Bern. Es wurde 1910 zum ersten Mal durchgeführt. 1968 gab es eine Neuauflage. Seit 1970 ist es Teil des Schweizer Rennkalenders[2]. Auch das Rennen in Oberhallau im Kanton Schaffhausen hat eine lange Tradition. Die Première fand 1923 statt. 1966 gab es eine Neuauflage auf derselben Strecke[3].

Weitere berühmte Strecken in der Schweiz: Reitnau im Kanton Aargau (Erstaustragung 1965)[4], Ayent-Anzère im Kanton Wallis (1975)[5], Massongex im Kanton Wallis (1984)[6] und Les Paccots im Kanton Fribourg (1977; anfangs regional, seit 2008 Teil der Schweizer Meisterschaft). Erst seit 2013 ist Hemberg im Kanton Sankt Gallen wieder im Schweizer Meisterschaftskalender. Dieser Lauf ist eine Neuauflage des 1990 letztmals durchgeführten Bergrennens im Toggenburg; allerdings nicht auf der gleichen Strecke[7].

Reglement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweizer Bergmeisterschaft werden folgende Schweizermeister ernannt: Schweizer Bergmeister der Tourenwagen und Schweizer Bergmeister der Rennsportwagen. Die drei bestklassierten Fahrer jeder Kategorie werden am Ende des Jahres prämiert. Die Aufteilung in zwei Kategorien gibt es seit 2007. Vor 2007 gab es nur einen Schweizer Meister – im Rahmen des «Coupe der Schweizer Berge». Aktuell werden die Tourenwagen in sieben verschiedene Divisionen eingeteilt. Bei den Rennsportwagen gibt es nur eine Division. Die genauen Bestimmungen können beim zuständigen Verband Auto Sport Schweiz nachgelesen werden.[8]

Bei jedem Rennen werden die Punkte gemäss nachstehender Tabelle für jede Gruppe/Division zugeteilt:

1. Rang 25 Punkte
2. Rang 20 Punkte
3. Rang 17 Punkte
4. Rang 14 Punkte
5. Rang 12 Punkte
6. Rang 10 Punkte
7. Rang 9 Punkte
8. Rang 8 Punkte
9. Rang 7 Punkte
10. Rang 6 Punkte
11. Rang 5 Punkte
12. Rang 4 Punkte
13. Rang 3 Punkte
14. Rang 2 Punkte

Ab Rang 15 gibt es für jeden Teilnehmer einen Punkt.

Die volle Punktzahl wird nur dann gutgeschrieben, wenn in den betreffenden Gruppen/Divisionen mindestens acht Fahrzeuge angemeldet, abgenommen und zum Training gestartet sind. Andernfalls werden die Punkte um die Hälfte reduziert. Jeder Fahrer, der sich unter den ersten fünf Rängen der absoluten Gesamtwertung klassieren kann, erhält die volle seinem Rang entsprechende Punktzahl, ungeachtet der Anzahl Gestarteten in seiner Gruppe/Division.

Zusätzliche Punkte für den Streckenrekord werden nur dann vergeben, wenn es sich um eine Verbesserung eines früher auf der gleichen Strecke aufgestellten Rekords der entsprechenden Gruppe/Division handelt. Die Anzahl der gewerteten Resultate beträgt das Total weniger eins. Um im Schlussklassement berücksichtigt zu werden, muss ein Fahrer mindestens drei Punkteklassierungen an für diese Meisterschaft zählenden Veranstaltungen aufweisen.

Meister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie Rennsportwagen seit 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Fahrer Fahrzeug
2019 Eric Berguerand Lola FA99
2018 Marcel Steiner LobArt-Mugen LA01
2017 Marcel Steiner LobArt-Mugen LA01
2016 Eric Berguerand Lola FA99
2015 Eric Berguerand Lola FA99
2014 Eric Berguerand Lola FA99
2013 Eric Berguerand Lola FA99
2012 Marcel Steiner Osella-Zytek FA30
2011 Marcel Steiner Osella-Zytek FA30
2010 Marcel Steiner Martini-BMW Mk77
2009 Florian Lachat Tatuus S2000
2008 Jean-Jacques Dufaux Martini Mk69
2007 Christian Balmer Tatuus Renault

Kategorie Tourenwagen seit 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Fahrer Fahrzeug
2019 Andy Feigenwinter Lotus Exige 430
2018 Frédéric Neff Porsche 996 Cup
2017 Frédéric Neff Porsche 996 Cup
2016 Reto Meisel Mercedes SLK 340
2015 Albin Mächler BMW M4
2014 Albin Mächler BMW M4
2013 Albin Mächler BMW 1er Coupé
2012 Gérard Nicolas Ford Focus WRC
2011 Hans Schori Mitsubishi Evo RS
2010 Toni Büeler Mitsubishi Lancer E10
2009 Bruno Ianiello Lancia Delta S4
2008 Bruno Ianiello Lancia Delta S4
2007 Sacha Geninasca Lancia Delta S4

Coupe der Schweizer Berge seit 1970[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Fahrer Fahrzeug
2006 Bruno Ianiello Lancia Delta S4
2005 Eric Berguerand Lola T96
2004 Bruno Ianiello Lancia Delta S4
2003 Bruno Ianiello Lancia Delta S4
2002 Reto Meisel Mercedes 190 Evo
2001 Alain Pfefferlé Porsche 935 Turbo
2000 Alain Pfefferlé Porsche 935 Turbo
1999 Alain Pfefferlé Porsche 935 Turbo
1998 Fredy Amweg Lola T94/95
1997 Fredy Amweg Lola T94/95
1996 Fredy Amweg Lola T90/50
1995 Fredy Amweg Lola T90/50
1994 Fredy Amweg Lola T90/50
1993 Heinz Steiner Martini-BMW Mk69
1992 Jean-Daniel Murisier Martini-BMW Mk56
1991 Jean-Daniel Murisier Martini-BMW Mk56
1990 Fredy Amweg Martini-BMW Mk50
1989 Fredy Amweg Martini-BMW Mk50
1988 Bernard Thuner Dallara-Alfa-Romeo 388
1987 Fredy Amweg Martini-BMW Mk42
1986 Fredy Amweg Martini-BMW 001
1985 Fredy Amweg Martini-BMW 001
1984 Ruedi Caprez Martini-BMW Mk32
1983 Ruedi Caprez Martini-BMW Mk32
1982 Fredy Amweg Martini-Heidegger
1981 Fredy Amweg Martini-Heidegger
1980 Fredy Amweg Martini-BMW
1979 Fredy Amweg Martini-BMW
1978 André Chevalley Chevron F2
1977 Markus Hotz March-BMW 722
1976 Eugen Strähl March 76-S
1975 Markus Hotz March-BMW 752
1974 Roland Salomon March-BMW 732
1973 Fredy Amweg Brabham BT38
1972 Xavier Perrot March-Ford 722
1971 Xavier Perrot March F2
1970 Xavier Perrot March F2

Junioren-Meister seit 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Fahrer Fahrzeug
2019 Rico Thomann Toyota GT86 RS
2018 Thomas Schmid Toyota GT86 RS
2017 Rolf Reding Toyota GT86 RS

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jahrbuch Automobilsport von Auto Sport Schweiz (2004–2019)
  • Jahrbuch Automobilsport von ACS (1970–2003)
  • Reitnau – 50 Jahre ACS Bergrennen 1965–2015, Victor Fischer
  • Course de côte Les Rangiers 1926–2018, Jean-Pierre Molliet

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.rangiers.ch
  2. http://www.gurnigelrennen.ch
  3. https://bergrennen-oberhallau.ch/
  4. https://bergrennen-reitnau.ch/
  5. https://www.ayent-anzere.ch/
  6. https://coursedecotedemassongex.ch/
  7. https://bergrennen-hemberg.ch/
  8. motorsport.ch