Hemberg SG

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
SG ist das Kürzel für den Kanton St. Gallen in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Hembergf zu vermeiden.
Hemberg
Wappen von Hemberg
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton St. GallenKanton St. Gallen Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Toggenburgw
BFS-Nr.: 3372i1f3f4
Postleitzahl: 9633
Koordinaten: 730683 / 240229Koordinaten: 47° 18′ 0″ N, 9° 10′ 0″ O; CH1903: 730683 / 240229
Höhe: 935 m ü. M.
Höhenbereich: 706–1142 m ü. M.
Fläche: 20,19 km²
Einwohner: 906 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 45 Einw. pro km²
Website: www.hemberg.ch
Lage der Gemeinde
ZürichseeWägitalerseeWalenseeKanton Appenzell AusserrhodenKanton Appenzell InnerrhodenKanton GlarusKanton SchwyzKanton ThurgauKanton ZürichWahlkreis See-GasterWahlkreis SarganserlandWahlkreis St. GallenWahlkreis WerdenbergWahlkreis WilBütschwil-GanterschwilEbnat-KappelHemberg SGKirchberg SGLichtensteigLütisburgMosnangNeckertalNesslauOberhelfenschwilWattwilWildhaus-Alt St. JohannKarte von Hemberg
Über dieses Bild
ww

Hemberg ist eine Ortschaft und eine politische Gemeinde im Toggenburg im Kanton St. Gallen.

Die Gemeinden Hemberg, Neckertal und Oberhelfenschwil planen per 1. Januar 2023 die Fusion zu einer Einheitsgemeinde.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hemberg liegt im voralpinem Hügelgebiet am oberen Necker. Das Dorf liegt auf Hügelkuppe 945 m ü. M. westlich des Neckers. Zur Gemeinde gehören zudem die Ortschaft Bächli (Hemberg) und die Weiler Mistelegg, Bomen, Harzenmoos, Brand, Lemberg, Starkenbach, Wis und Unterhemberg.[3] Die Nachbargemeinden sind Neckertal, Wattwil, Ebnat-Kappel, Nesslau, Urnäsch und Schönengrund.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild von 1947

Hemberg wurde 878 als Hemmenberch und 1225 als Hembere urkundlich erwähnt. Urkunden ab 878 weisen auf frühen Besitz des Klosters St. Gallen. 1383 gingen Hof und Kirchensatz Hemberg an das Kloster St. Johann über. Die Vogtei wechselte 1418 von den Freiherren von Hewen zu den Grafen von Toggenburg. 1468 kam Hemberg mit dem übrigen Toggenburg unter die Landesherrschaft der Fürstabtei St. Gallen. Im Gericht Gegenharzbuch war Hemberg mit Brunnadern verbunden. 1565 erhielten Hemberg und St. Peterzell ein Landrecht. Zusammen bildeten sie im Oberamt das Amt St. Peterzell. 1803 wurde Hemberg politische Gemeinde des Bezirks Obertoggenburg, 1831 des Bezirks Neutoggenburg.[3]

Katholische Kirche

Die Kollatur der 1214 errichteten Pfarrkirche lag bis 1555 beim Kloster St. Johann. Kirchenbrände waren im Jahr 1460 und 1623 zu verzeichnen. Die ab 1522 durch Johannes Dörig eingeführte Reformation wurde 1526 abgebrochen. Anstelle des paritätisch genutzten Gotteshauses entstand 1779 eine neue evangelische und 1782 eine neue katholische Kirche.[3]

Die im 18. Jahrhundert begründete und im frühen 19. Jahrhundert ausgebaute Mousselineweberei und die Stickerei in Heimindustrie bewirkten eine starke Bevölkerungszunahme und Bautätigkeit: 1751 bis 1791 entstanden 80 neue Häuser. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert schrumpften Wirtschaft und Bevölkerung durch den Rückgang der Spinnerei und Weberei, der nur teilweise durch die Stickerei kompensiert wurde. Ein bescheidener Ausgleich konnte im 20. Jahrhundert durch den Fremdenverkehr geschaffen werden. Seit Ende des 19. Jahrhundert Höhen- und Luftkurort, verfügt Hemberg über ein geschütztes Ortsbild, zwei Skilifte und Langlaufloipen. Viehwirtschaft, Holzgewerbe und Gastbetriebe sind wirtschaftlichen Eckpfeiler.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1827 1850 1900 1950 1980 2000 2010 2018
Einwohner 1882 1813 1348 1003 869 944 942 906
Quelle [3] [4]

Durch eine Mousseline­weberei und eine Stickerei nahm die Bevölkerung im 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts stark zu. Nach 1850, bedingt durch die wirtschaftlich verschlechterte Situation, begann die Einwohnerzahl markant zu sinken. Während der vergangenen 50 Jahre blieb sie konstant bei rund 900.

Reformierte Kirche
Toggenburger Häuser im Dorfzentrum

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist Hemberg ein Höhen- und Luftkurort. Hemberg hat zwei Skilifte und Langlaufloipen.

1989 kaufte der Meteorologe Jörg Kachelmann ein altes Bauernhaus in Bächli, baute es zu einer High-Tech-Wetterstation um und gründete den privaten Wetterdienst Meteomedia AG. Die Ortschaft wurde so schweizweit bekannt. Die Meteomedia AG beabsichtigte die Tätigkeiten auszubauen und eine nationale und europäische Meteostation mit zahlreichen neuen Arbeitsplätzen in Bächli zu errichten. Weil auf Grund von Differenzen mit der politischen Gemeinde dieses Projekt nicht realisiert werden konnte, verlegte die Meteomedia AG ihren Hauptsitz nach Gais.

Bekannt ist das Automobil-Bergrennen St. Peterzell–Hemberg, welches von 1968 bis 1990 ausgetragen wurde. Seit 2012 finden jährlich wieder Autorennen statt.[5] Im Rahmen der Dreharbeiten zu The Grand Tour wurde ein Prototyp des Rimac Concept One am 10. Juni 2017 beim Demonstrationslauf des Bergrennens von Richard Hammond zerstört.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Postautolinien führen nach Wattwil und St. Peterzell. Während die Verbindung nach Wattwil im Stundentakt verkehrt,[7] fahren die Kurse nach St. Peterzell im Wesentlichen in den Hauptverkehrszeiten.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hemberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. Urs M. Hemm: Gemeindefusion im Neckertal: Mit dem klaren Ja an der Grundsatzabstimmung ist der erste Schritt getan. In: St. Galler Tagblatt (online), 1. Juli 2019 (tagblatt.ch).
    Urs M. Hemm: Dem Ziel einen Schritt nächer. In: St. Galler Tagblatt. 1. Juli 2020 (tagblatt.ch)
  3. a b c d e Hans Büchler: Hemberg. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Diese Abschnitte basieren weitestgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  4. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geburtsort und Staatsangehörigkeit. Auf: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 18. Juni 2020.
  5. bergrennen-hemberg.ch
  6. Unfall in Hemberg: "Selbstüberschätzung und Unkenntnis der Grenzen". In: St. Galler Tagblatt (online), 12. Juni 2017
  7. 80.780 Wattwil - Hemberg. In: Offizielles Kursbuch, Fahrplanjahr 2020
  8. 80.185 St. Peterzell - Hemberg. In: Offizielles Kursbuch, Fahrplanjahr 2020