Scipione Caffarelli Borghese

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Scipione Caffarelli-Borghese)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Büste (1632) von Gian Lorenzo Bernini: Kardinal Scipione Borghese
Kardinalswappen in San Sebastiano (Rom)

Scipione Caffarelli Borghese (* 1. September 1577[1] in Artena; † 2. Oktober 1633 in Rom) war ein italienischer Geistlicher, Bischof und Kardinal der Römischen Kirche.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galleria Borghese in Rom

Scipione wurde als Sohn von Francisco Caffarelli und Ortensia Borghese in Rom geboren. Nach der Wahl seines Onkels Camillo Borghese 1605 zum Papst Paul V., wurde Scipione Caffarelli vom neuen Papst adoptiert, was ihm den Namen Borghese verschaffte, und am 18. Juli 1605 zum Kardinal ernannt. Als Kardinalnepot war er von 1605 bis 1621 faktischer Leiter der Regierung des Vatikans (der Funktion nach Kardinalstaatssekretär) und ein typisches Beispiel des Nepotismus. Von 1610 bis 1612 war er Erzbischof von Bologna und päpstlicher Legat, sowie 1610–1633 Kardinalgroßpönitentiar. Bereits seit 1609 war Scipione Caffarelli Borghese Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche, was er bis 1618 blieb.[2] Seit 1611 war er Kardinalprotektor für die Deutsche Nation und seit 1629 Kardinalbischof von Sabina, beide Ämter bekleidete er bis zu seinem Tod.

Scipione Borghese war Begründer der Villa Borghese und der Gemäldesammlung Galleria Borghese in Rom, eine der berühmtesten und wertvollsten privaten Gemäldesammlungen der Welt, die sich jetzt im Besitz des italienischen Staates befindet; auch ließ er u. a. von Carlo Maderno den späteren Palazzo Rospigliosi auf dem Gelände der Konstantinsthermen errichten. Scipione war unermüdlich als Bauherr und großzügiger Kunstmäzen tätig. Er gab unter anderem die Umgestaltung der Cappella Caffarelli in der Santa Maria sopra Minerva in Auftrag. Eine Reihe der Skulpturen von Gian Lorenzo Bernini entstanden in seinem Auftrag. Bernini schuf unter anderem zwei Marmorbüsten des Kardinals, die sich heute in der Galleria Borghese befinden. Scipione starb 1633 und wurde in der Cappella Paolina in der Kirche Santa Maria Maggiore in Rom beigesetzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Valerio Castronovo: Borghese Caffarelli, Scipione. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 12: Bonfadini–Borrello. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1970.
  • Martin Faber: Scipione Borghese als Kardinalprotektor. Studien zur römischen Mikropolitik in der frühen Neuzeit (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz. Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte. Bd. 204). von Zabern, Mainz 2005, ISBN 3-8053-3402-8 (Zugleich: Freiburg (Breisgau), Universität, Dissertation, 2002), (Rezension von Sven Externbrink) (PDF-Datei; 60 kB).
  • Volker Reinhardt: Kardinal Scipione Borghese (1605–1633). Vermögen, Finanzen und sozialer Aufstieg eines Papstnepoten. Niemeyer, Tübingen 1984, ISBN 3-484-82058-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Scipione Borghese – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Torgil Magnuson: Rome in the age of Bernini. Almqvist & Wiksell International u. a., Stockholm 1982, S. 103.
  2. Wappen des Kardinals Scipione Borghese, des Bibliothekars der Heiligen Römischen Kirche (1609–1618). (Memento vom 5. Mai 2011 im Internet Archive)
VorgängerAmtNachfolger
Carlo Gaudenzio MadruzziKardinalbischof von Sabina
1629–1633
Felice Centini
Alfonso PaleottiErzbischof von Bologna
1610–1612
Alessandro Kardinal Ludovisi