Sebastian Kleinschmidt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Sebastian Kleinschmidt (* 16. Mai 1948 in Schwerin) ist ein deutscher Redakteur und Publizist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sebastian Kleinschmidt wurde als Sohn des Pfarrers und Predigers am Schweriner Dom, Karl Kleinschmidt, geboren. Er legte 1966 das Abitur ab und beendete gleichzeitig eine Berufsausbildung zum Elektrosignalschlosser bei der Deutschen Reichsbahn. Danach diente er vier Jahre als Funker bei der Volksmarine.[1] 1968 trat er in die SED ein. Von 1970 bis 1972 studierte er Geschichte an der Karl-Marx-Universität Leipzig, danach bis 1974 Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Anschließend absolvierte er bis 1978 ein Forschungsstudium der Ästhetik, das er mit der Promotion abschloss.[2] Kleinschmidt gehörte von 1974 bis 1977 mit Wolfgang Templin und Klaus Wolfram einem konspirativen oppositionellen Zirkel an, der durch das Ministerium für Staatssicherheit aufgelöst wurde.

Von 1978 bis 1983 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Literaturgeschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR, von 1984 bis 1993 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ostberliner Akademie der Künste, von 1993 bis 2013 an der vereinigten Berliner Akademie der Künste.[2]

Kleinschmidt trat 1984 in die Redaktion der Kulturzeitschrift Sinn und Form ein. 1988 wurde er stellvertretender Chefredakteur und übernahm 1991 die Leitung der Zeitschrift,[3][4] die er bis 2013 innehatte.[1] 1993 wurde er zum Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland gewählt.

Im Februar 2008 führte Kleinschmidt in Berlin eine Reihe von Gesprächen mit Daniel Kehlmann, die unter dem Titel Requiem für einen Hund in gedruckter Form erschienen ist.

Aus seiner später geschiedenen Ehe mit Vera Lengsfeld ging 1972 der Sohn Philipp Lengsfeld hervor.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften

Herausgaben

  • Walter Benjamin, Allegorien kultureller Erfahrung, Ausgewählte Schriften 1920–1940, Reclam-Verlag, Leipzig 1984
  • Georg Lukács, Über die Vernunft in der Kultur, Ausgewählte Schriften 1909–1969, Reclam-Verlag, Leipzig 1985
  • Walter Benjamin, Beroliniana, Union Verlag, Berlin 1987
  • Sinn und Form. Beiträge zur Literatur. Herausgegeben von der Akademie der Künste. Jahrgänge 1991–2012 sowie Jg. 2013 (Heft 1–4)
  • Denk ich an Deutschland ... Stimmen der Befremdung, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1993 (mit Wolfgang Balk)
  • Stimme und Spiegel. Fünf Jahrzehnte Sinn und Form. Eine Auswahl, Aufbau Verlag, Berlin 1998
  • Brechts Glaube. Religionskritik, Wissenschaftsfrömmigkeit, Politische Theologie. Brecht Dialog 2002, Verlag Theater der Zeit, Berlin 2002 (mit Therese Hörnigk)
  • Friedrich Dieckmann, Die Freiheit ein Augenblick. Texte aus vier Jahrzehnten, Verlag Theater der Zeit, Berlin 2002 (mit Therese Hörnigk)
  • Brecht und der Sport. Brecht Dialog 2005, Verlag Theater der Zeit, Berlin 2006 (mit Therese Hörnigk)
  • Die Zukunft der Nachgeborenen. Von der Notwendigkeit, über die Gegenwart hinauszudenken. Brecht-Tage 2007, Verlag Theater der Zeit, Berlin 2007 (mit Therese Hörnigk)
  • Das Angesicht der Erde. Brechts Ästhetik der Natur. Brecht-Tage 2008, Verlag Theater der Zeit, Berlin 2008
  • Botho Strauß, Allein mit allen. Gedankenbuch, Carl Hanser Verlag, München 2014
  • Dieter Janz, Nebensachen. Ansichten eines Arztes, Matthes & Seitz, Berlin 2017 (mit Matthias Weichelt)
  • Hanns Cibulka, Sanddornzeit. Tagebuchblätter von Hiddensee, Matthes & Seitz, Berlin 2020
  • Friedemann Richert, Das lateinische Gesicht Europas. Gedanken zur Seele eines Kontinents. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2020 (mit Thomas A. Seidel)
  • Wegmarken und Widerworte. Ulrich Schacht zum 70. Geburtstag. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2021 (mit Thomas A. Seidel)
  • Coram Deo versus Homo Deus. Christliche Humanität statt Selbstvergottung. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2021 (mit Thomas A. Seidel)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Alexander Cammann: Sebastian Kleinschmidt. Der Lotse geht von Bord. In: Zeit Online. 16. August 2013, abgerufen am 25. August 2013.
  2. a b Sebastian Kleinschmidt. Verlag Theater der Zeit, abgerufen am 25. August 2013.
  3. Lothar Müller: Das Meer, das Buch, das Haus. 65 Jahre Sinn und Form – und der Chefredakteur wird geehrt. In: Süddeutsche Zeitung. Nr. 195 vom 24./25. August 2013, S. 17.
  4. Friedrich Dieckmann: „Insel in sehr unterschiedlichen Meeren“. Sebastian Kleinschmidt und Sinn und Form. In: Sinn und Form 2/2014, S. 265–272