Selbstbildnis

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Ein Selbstbildnis oder Selbstporträt ist eine Selbstdarstellung der Physiognomie eines bildenden Künstlers mit den Mitteln der Malerei, Grafik, Plastik oder Fotografie.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Selbstbildnisse soll es bereits in der Antike gegeben haben. Der berühmte griechische Bildhauer Phidias soll sich etwa auf dem Schild der von ihm geschaffenen Statue der Athena Partenos selbst abgebildet haben.

Aus der mittelalterlichen Kunst sind kaum Selbstbildnisse überliefert; die meisten davon sind umstritten.

Seit der Renaissancezeit jedoch hat sich der selbstbewusste Künstler, der nun nicht mehr bloßer Handwerker war, sondern sich den Philosophen, Literaten und Wissenschaftlern der Zeit gleichwertig erachtete, im Selbstporträt ein Denkmal gesetzt. Neben der Auseinandersetzung mit der eigenen Physiognomie als allgegenwärtigem und billigem Modell zeugen viele Selbstbildnisse auch von der inneren Auseinandersetzung des Künstlers mit sich selbst, mit den eigenen sich wandelnden Stimmungen und der eigenen Vergänglichkeit. Als erste autonome Künstlerselbstbildnisse gelten diejenigen von Albrecht Dürer vom Ende des 15. Jahrhunderts; das Bildnis eines Mannes mit Turban von Jan van Eyck aus dem Jahr 1433 ist als Selbstporträt umstritten. Die frühesten Künstlerselbstbildnisse der Renaissance sind jedoch keine Einzelbilder, sondern Bestandteile einer gemalten Personengruppe, aus welcher nur der Künstler aus dem Bild herausschaut. Der direkte Blickkontakt mit dem Betrachter ist bis in die Gegenwart hinein ein Charakteristikum der meisten Künstlerselbstporträts geblieben.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgesehen vom häufigeren Einsatz von Spiegeln und Fotos als Vorlage entsprechen die Arbeitsweisen und Formen der Selbstbildnisse weitgehend denen anderer Porträts, etwa in der Porträtmalerei, Porträtfotografie oder als Porträtbüste. Im Unterschied zu Porträts fremder Personen sind die Seiten im Selbstbildnis häufig vertauscht, eben so wie der Maler sein Bild im Spiegel sieht.

Auswahl von Selbstbildnissen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julian Bell (Hrsg.): Fünfhundert Selbstporträts. Phaidon Press, London 2000, ISBN 0-7148-9139-8. (Selbstporträts bildender Künstler vom Alten Ägypten bis in die Gegenwart)
  • Pascal Bonafoux, David Rosenberg: Moi! Autoportraits du XXe siècle. Musée du Luxembourg (Paris) / Skira Editore (Milano) (Hrsg.), Ausst.-Kat. 31. März-25. Juli 2004. Paris 2004, ISBN 88-8491-854-5. (französisch; Der Band stellt 155 bildende Künstler des 20. Jahrhunderts in ihren Selbstporträts mit jeweils ausführlichen Begleittexten vor)
  • Frances Borzello: Wie Frauen sich sehen  –  Selbstbildnisse aus fünf Jahrhunderten. Karl Blessing Verlag, München 1998, ISBN 3-89667-052-2. (Der Band wird ergänzt durch Anmerkungen, Kurzbiographien, Auswahlbibliographie, Abb.-Verzeichnis und Register)
  • Omar Calabrese: Die Geschichte des Selbstporträts. Deutscher Kunstverlag, München 2006, ISBN 3-7774-2955-4.
  • Ludwig Goldschneider: Fünfhundert Selbstporträts von der Antike bis zur Gegenwart (Plastik.Malerei.Graphik). Phaidon-Verlag, Wien 1936.
  • Ulrich Pfisterer, Valeska von Rosen (Hrsg.): Der Künstler als Kunstwerk. Selbstporträts vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Reclam, Stuttgart 2005, ISBN 3-15-010571-4. (Rezension)
  • Kathrin Schmidt (Hrsg.): Annegret Soltau - ich selbst, Institut Mathildenhöhe, Darmstadt 2006, ISBN 3-935062-06-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Selbstbildnisse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien