Sergei Semjonowitsch Uwarow

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Sergei Semjonowitsch Uwarow

Graf Sergei Semjonowitsch Uwarow (russisch Сергей Семёнович Уваров, wiss. Transliteration Sergej Semënovič Uvarov; * 25. Augustjul./ 5. September 1786greg. in Moskau; † 4. Septemberjul./ 16. September 1855greg. ebenda) war ein russischer Politiker und Literaturwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uwarow studierte in Göttingen und wurde 1819 (Neu-)Gründer und Rektor der Universität Sankt Petersburg. Von 1818 bis zu seinem Tode war er Präsident der Akademie der Wissenschaften. 1822 wurde er zum Direktor des Departements der Manufakturen und des inneren Handels ernannt. Von 1834 bis 1848 war er Minister für öffentliche Bildung.[1]

Er gründete über 700 Lehranstalten (unter anderem die Universität zu Kiew) sowie gelehrte Gesellschaften, Bibliotheken, Museen etc. und sorgte für bessere Dotierung des Lehrpersonals. Als nach den Ereignissen von 1848 das russische Unterrichtswesen noch größeren Einschränkungen unterworfen wurde, zog sich Uwarow vom Ministerium zurück. Sein Sohn Alexei Uwarow wurde Archäologe.

Er war seit 1811 korrespondierendes und seit 1820 auswärtiges Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften.[2] 1821 wurde er als auswärtiges Mitglied in die Bayerische Akademie der Wissenschaften aufgenommen.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von seinen Schriften, die ein gründliches Studium der ausländischen Literaturen bekunden, sind hervorzuheben:

  • Etudes de philosophie et de critique, Paris, 1843
  • Esquisses politiques et litteraires, Paris, 1848

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Würdigung seiner großen Verdienste bei der Entwicklung der Wissenschaften in Russland benannte man Uwarowit, ein seltenes Mineral aus der Granatgruppe, nach ihm.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lesley Chamberlain: Ministry of darkness. How Sergei Uvarov created conservative modern Russia, London: Bloomsbury Academic 2019, ISBN 978-1-350-11669-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Donnert: Das russische Zarenreich. Aufstieg und Untergang einer Weltmacht. List, München 1992, ISBN 3-471-77341-X, S. 250.
  2. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 245.
  3. Dieter Knittel: Synthese und Stabilität von Andradit-Uwarowit und Uwarowit-Grossular Mischkristallen. München 1973, S. 6.