Shida Bazyar

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Shida Bazyar (2016)

Shida Bazyar (* 1988 in Hermeskeil) ist eine deutsche Schriftstellerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bazyars Eltern waren politische Aktivisten und flohen 1987 auf Grund der Auswirkung der Islamischen Revolution aus dem Iran. Shida Bazyar wurde in Rheinland-Pfalz geboren. Sie studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim. Zunächst veröffentlichte sie Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien. Im Rahmen der Klagenfurter Tage der Deutschsprachigen Literatur war sie 2012 Stipendiatin im Literaturkurs.[1] Von der Heinrich-Böll-Stiftung erhielt sie ein Studienstipendium. Im Frühjahr 2016 wurde ihr beachteter und von der Kritik positiv aufgenommener Debütroman Nachts ist es leise in Teheran im Verlag Kiepenheuer & Witsch veröffentlicht. Das Debüt wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis und dem Uwe-Johnson-Förderpreis. Mithu Sanyal bezeichnete in ihrer Laudatio zum Uwe-Johnson-Förderpreis das Romandebüt als ein "ungemein wichtiges Buch" und als eine "Einübung in Empathie".

"Denn der Roman erzählt nicht nur von Flucht und dem Verlust von Heimat, sondern auch von Wurzellosigkeit in beiden Kulturen – und davon, dass dieses schwierige Verhältnis zu Wurzeln ebenfalls eine Heimat sein kann.[...] Es sind deutsche Geschichten, obwohl das Buch im Iran beginnt, obwohl im Titel Teheran steht und obwohl – nein gerade weil – die Hauptfiguren darin nicht weiß sind."[2]

Bazyar betont, dass Nachts ist es Leise in Theheran zwar autobiografische Züge habe, aber keinesfalls eine Familienbiografie sei.[3] In verschiedenen, 2017 entstandenen, Texten setzte sie sich intensiv mit Rassismus- und Sexismuserfahrungen auseinander. So schrieb sie etwa im Februar 2017 für die Zeitung die Welt, über den sogenannten Muslim Ban/ das Einreiseverbot in die USA[4] und verfasste im Sommer, den Text Bastelstunde in Hildesheim oder Warum ich in Hildesheim lernte dass der eine -ismus mich davon abhält über den anderen zu reden, der im Merkur veröffentlicht wurde.[5]

Bazyar lebt in Berlin und arbeitet in Brandenburg als Bildungsreferentin in der Betreuung jugendlicher Teilnehmer eines Freiwilligen Ökologischen Jahres.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Shida Bazyar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stipendiaten 2012. ORF Kärnten – Tage der deutschsprachigen Literatur 2014. Abgerufen am 25. April 2016.
  2. Laudatio von Mithu Sanyal auf Shida Bazyar, Preisträgerin des Uwe Johnson-Förderpreises 2017. In: Kiepenheuer & Witsch Blog. 4. Oktober 2017 (kiwi-verlag.de [abgerufen am 24. Januar 2018]).
  3. Dort leben möchte ich nicht. Frankfurter Neue Presse vom 16. Februar 2016. Abgerufen am 25. April 2016.
  4. Shida Bazyar: Ich darf nicht mitspielen. Essay, in: Die literarische Welt, 4. Februar 2017, S. 1.
  5. Bastelstunde in Hildesheim oder Warum ich in Hildesheim lernte dass der eine -ismus mich davon abhält über den anderen zu reden – Merkur. Abgerufen am 24. Januar 2018 (deutsch).