Siegfried Naser

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Siegfried Naser (* 17. Januar 1951 in Iphofen, Landkreis Kitzingen) ist ein deutscher CSU-Politiker und ehemaliger Präsident des Bayerischen Sparkassenverbands.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Gymnasium in Gaibach und Studium der Rechtswissenschaften in Würzburg und München war Naser von 1979 bis 1981 Jurist im Bayerischen Staatsministerium des Innern und unterrichtete daneben an der Akademie für das öffentliche Gesundheitswesen. Von 1981 bis 1984 leitete er die Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Wirtschaftsförderung am Landratsamt Kitzingen.

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1984 bis 2000 war Naser Landrat des Landkreises Kitzingen und in dieser Funktion auch Verwaltungsratsvorsitzender der Kreis- und Stadtsparkasse Kitzingen.

Von 1996 bis 2000 war er Präsident des Bayerischen Landkreistages und Vizepräsident des Deutschen Landkreistages. Bis 31. Dezember 1999 war er außerdem Mitglied im Bayerischen Senat.

Bayerischer Sparkassenverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Oktober 2000 bis Februar 2010 war Naser Geschäftsführender Präsident des Sparkassenverbands Bayern. Er war von Juli 2007 bis zu seinem Rücktritt als Präsident des Sparkassenverbands Bayern außerdem Aufsichtsratsvorsitzender des Deutschen Sparkassenverlages. Naser bekleidete weiterhin den Posten des Verwaltungsratsvorsitzenden der BayernLB.

Am 6. Oktober 2008 trat Naser aus der CSU aus. Hintergrund waren die finanziellen Schwierigkeiten, in denen die BayernLB steckt. Um seinen Posten als stellvertretender Aufsichtsratsposten neutral zu halten, entschied sich Naser zum Austritt aus der CSU. Ende September 2009 trat er wieder ein.[1]

Naser erklärte am 22. Dezember 2009 gegenüber dem Vertreter seines Arbeitgebers, dem 1. Präsidenten des Sparkassenverbandes Bayern, Landrat Hansjörg Christmann, dass er auf der Vorstandssitzung des Sparkassenverbandes Bayern am 12. Januar 2010 sein Amt mit Wirkung zum 31. Januar 2010 zur Verfügung stellt.[2] Sein Gehalt als Präsident des Sparkassenverbands von 600.000 Euro bezieht er weiter bis Ende 2012. Am 27. September 2010 verweigerte er vor dem Untersuchungsausschuss des bayrischen Landtags, der sich mit dem Kauf der Hypo Alpe Adria durch die Bayern LB und den damit verbundenen Verlusten von 3,7 Milliarden Euro beschäftigt, die Aussage. Er begründete dies mit der Anzeige, die SPD und Freie Wähler gegen ihn wegen ebendieser Verluste gestellt hatten, und dem dadurch drohenden Strafverfahren. Erst die Verhängung eines Ordnungsgelds und die Androhung von Beugehaft bewogen ihn dazu, zwei Tage später auszusagen.[3] Im Januar 2012 reichte die BayernLB Klage gegen ihn in seiner Funktion als ehemaligem Vorsitzenden des Verwaltungsrats ein. Die BayernLB fordert Schadensersatzzahlungen in Höhe von 200 Millionen Euro.[4]

Bis zum 28. Februar 2010 war Naser Mitglied des Verwaltungsrates der DekaBank Deutsche Girozentrale.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BayernLB-Chefkontrolleur verlässt CSU In: Spiegel Online, 20. Oktober 2008
  2. Pressemitteilung des Sparkassenverbands Bayern vom 23. Dezember 2009
  3. Süddeutsche Zeitung: Landtag droht mit Beugehaft (vom 29. September 2010)
  4. [%5Bhttps://web.archive.org/web/20120210182549/http://www.br.de/themen/aktuell/inhalt/bayernlb-faltlhauser-schadenersatz100.html%20Bayerische%20Landesbank:%20Bank%20will%20Schadensersatz%20von%20Faltlhauser%5D%20(%5B%5BWeb-Archivierung#Begriffsbestimmung%7CMemento%5D%5D%20vom%2010.%20Februar%202012%20im%20%5B%5BInternet%20Archive%5D%5D)%3Cspan%20style="display:none;"%3E%3C/span%3E Bayerische Landesbank: Bank will Schadensersatz von Faltlhauser.] In: BR.de. Bayerischer Rundfunk, 8. Februar 2012, abgerufen am 8. Februar 2012.