Deutsche Kreditbank

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  Deutsche Kreditbank Aktiengesellschaft
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Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Sitz Berlin
Rechtsform Aktiengesellschaft
Bankleitzahl 120 300 00[1]
BIC BYLA DEM1 001[1]
Gründung 19. März 1990
Website www.dkb.de
Geschäftsdaten 2016[2]
Bilanzsumme 76,522 Mrd. Euro
Einlagen 53,438 Mrd. Euro
Kundenkredite 63,228 Mrd. Euro
Mitarbeiter 3.316
Leitung
Vorstand Stefan Unterlandstättner (Vorsitzender);
Rolf Mähliß, Patrick Wilden,
Tilo Hacke, Thomas Jebsen
Aufsichtsrat Johannes-Jörg Riegler (Vorsitzender)
Marketinglogo

Die Deutsche Kreditbank Aktiengesellschaft (DKB) mit Sitz in Berlin ist ein Kreditinstitut und hundertprozentige Tochtergesellschaft der Bayerischen Landesbank. Die Unternehmensstrategie beruht auf einer Infrastruktur mit wenigen Filialen sowie der Fokussierung auf ausgewählte Kundengruppen in den Bereichen Privatkunden, Firmenkunden und öffentliche Kunden. Das Privatkundengeschäft wird dabei überwiegend als Direktbank betrieben.

Mit einer Bilanzsumme von 76,5 Mrd. Euro stand die Deutsche Kreditbank Ende 2015 an 16. Stelle in der Liste der größten Banken in Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Kreditbank wurde nach der politischen Wende als erste private Bank der DDR am 19. März 1990 als Aktiengesellschaft gegründet. Mitbegründer war Edgar Most, der letzte Vizepräsident der Staatsbank der DDR.

Am 21. Juni 1990 wurden die Schuldposten der Staatsbank der DDR auf die Deutsche Kreditbank[3] und die Anteile, die die Staatsbank selbst an der Deutschen Kreditbank hatte, auf die Treuhandanstalt übertragen. In den folgenden Jahren erwarb die Treuhandanstalt nach und nach auch die restlichen Anteile der Gründungsaktionäre, bis sie Anfang 1993 alleiniger Eigentümer der Deutschen Kreditbank war.

Der größte Teil des Passivgeschäfts (insbesondere das Firmen- und Privatkundengeschäft) sowie zahlreiche Filialgebäude bzw. -standorte wurden mit der Währungsunion anteilig von der Dresdner Bank und der Deutschen Bank übernommen. Diese Bereiche firmierten bis Mitte 1991 unter Dresdner Bank Kreditbank AG und Deutsche Bank Kreditbank AG.

Laut Bericht des Bundesrechnungshofes erhielten die Käufer zu Vorzugspreisen Zugang zu Filialen, zum Kundenstamm und zu den Immobilien der DDR-Banken. So erwarb z. B. die Deutsche Bank Anteile der Deutschen Kreditbank samt 112 Niederlassungen für 310 Millionen Mark.[4] Für 41 Grundstücke mit Gebäuden aus früherem Besitz der Deutschen Kreditbank zahlte eine Tochter der Dresdner Bank 87,3 Millionen DM. Eine Tochter der Deutschen Bank erwarb 74 Grundstücke für 164,4 Millionen DM. Die Rechnungsprüfer des Bundesrechnungshofes bezeichneten das als einen „unangemessen niedrigen Kaufpreis“.[5]

Mit der Auflösung der Treuhandanstalt mit Ablauf des 31. Dezember 1994 ging die Deutsche Kreditbank zunächst für kurze Zeit direkt in das Vermögen des Bundesministeriums der Finanzen über und wurde kurz darauf am 31. Januar 1995 an die Bayerische Landesbank verkauft.

Filiale der DKB in Schwerin

Emittent[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DKB emittiert regelmäßig eigene Wertpapiere am Kapitalmarkt. Das Volumen der am Markt befindlichen Anleihen belief sich 2016 auf rund 10 Mrd. Euro.[6] Die Ratingagentur Moody's bewertet Pfandbriefe der DKB mit Aaa und ungedeckte Anleihen mit A2. 2016 hat die DKB ihren ersten sogenannten Green Bond mit einem Volumen von 500 Mio. Euro emittiert.[7] Dieser wurde von der Nachhaltigkeitsratingagentur oekom research positiv bewertet (Second Party Opinion). Ferner erhielt der DKB Green Bond das Zertifizierungslabel der Climate Bond Initiative (CBI).

Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bank unterhält deutschlandweit 26 Standorte. Die Immobilientochter DKB Grund GmbH ist davon an 15 Standorten vertreten.[8]

Zum 1. Januar 2008 übernahm die Deutsche Kreditbank die bisher von der Bayerischen Landesbank in Kooperation mit der Lufthansa herausgegebene Miles & More-Kreditkarte.[9]

Die DKB Immobilien AG wurde Ende März 2012 an die TAG Immobilien AG verkauft.[10]

Seit dem 14. Juli 2015 ist die SKG Bank keine eigenständige Aktiengesellschaft mehr, sondern eine Niederlassung und reine Marke der DKB.

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DKB soll in den Jahren 2008/2009 Eigentumswohnungen zu überhöhten Kaufpreisen finanziert haben und musste in mindestens einem Fall Schadensersatz an eine betroffene Käuferin zahlen.[11][12][13]

Bekanntestes Produkt ist das Girokonto DKB Cash. Daneben hat die DKB private Immobilienfinanzierungen, Brokerage, Ratenkredite und Sparprodukte im Angebot.

Die Bank betreibt nur wenige eigene Geldautomaten[14], ermöglicht dafür aber eine gebührenfreie Nutzung von Fremdautomaten mit der zum Girokonto gehörenden VISA-Karte. Seit Juni 2016 werden jedoch Zusatzgebühren, die von einigen Geldautomatenbetreibern in Ländern außerhalb des Geltungsbereichs der EU-Preisverordnung (Euroraum sowie Schweden und Rumänien) erhoben werden, nicht mehr von der DKB erstattet.[15]

Seit Juni 2014 kooperiert die DKB mit dem Zahlungsdienstleister PayPal und ermöglicht Kunden die Einsicht aller PayPal-Transaktionen im Online-Banking.[16]

DKB legt einen Schwerpunkt auf die Digitalisierung des Bankgeschäfts. Seit 2013 arbeitet sie mit entsprechenden Dienstleistern und FinTechs zusammen. Dazu gehören die Berliner FinTechs FinReach für den Kontowechselservice, Cringle für P2P-Überweisungen per Smartphone-App und WebID Solutions für das Video-Ident-Verfahren. Die der DKB-Banking-App zugrunde liegende Technik, mit der Kunden Rechnungen abfotografieren und begleichen können, stammt von der Firma Gini.

Seit dem 8. Dezember 2014 bietet die DKB für Bestandskunden mit pushTAN und chipTAN zwei alternative Optionen zum bisherigen iTAN-Verfahren an.[17]

Kennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2005 stellt die DKB einen Konzernabschluss auf. Seit 2006 erfolgt die Konzernrechnungslegung nach IFRS (International Financial Reporting Standards).[18]

Jahresbericht Rechnungslegung
nach
Bilanzsumme
in Mio. €
Ergebnis-
vor Steuern in Mio. €
Privatkunden Privatkunden-
zuwachs
Mitarbeiter
2006 IFRS 35.514 165[19] 375.000 83 % 1.232
2007 IFRS 40.610 625[19] 700.000 87 % 1.252
2008 IFRS 48.119 -21[20] 1.520.000 117 % 1.267
2009 IFRS 50.832 113[21] 1.828.000 20 % 1.738
2010 IFRS 55.183 165[22] 2.101.000 15 % 1.558
2011 IFRS 60.756 150[23] 2.312.000 10 % 1.780
2012 IFRS 66.761 223,4 2.589.729 12 % 1.713
2013 IFRS 68.722 156,8 2.849.933 10 % 1.748
2014 IFRS 71.587 150,5 3.071.434 8 % 2.832
2015 IFRS 73.428 236,0 3.250.968 6 % 2.937
2016 IFRS 76.522 331,2[24] 3.518.055 8 % 3.016

Aufsichtsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aufsichtsrat besteht derzeit aus 16 Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern:[25]

Anteilseignervertreter

  • Johannes-Jörg Riegler (Vorsitzender)
  • Bernd Fröhlich
  • Stefan Höck
  • Michael Huber
  • Marcus Kramer
  • Walter Pache
  • Markus Wiegelmann
  • Edgar Zoller

Arbeitnehmervertreter

  • Bianca Häsen (Stellvertretende Vorsitzende)
  • Michaela Bergholz (Gewerkschaftsvertreterin)
  • Christine Enz (Gewerkschaftsvertreterin)
  • Jörg Feyerabend
  • Jens Hübler
  • Frank Radtke
  • Frank Siegfried
  • Gunter Wolf

Persönlichkeiten mit Bezug zur Deutschen Kreditbank[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die ehemals ein Mandat im Konzern innehatten, sind:[26]

  • Gerhard Gribkowsky, Aufsichtsratsmitglied vom 3. April 2007 bis 10. April 2008
  • Michael Kemmer, Aufsichtsratsvorsitzender vom 1. März 2008 bis 14. Dezember 2009, davor Mitglied vom 3. April 2007
  • Siegfried Naser, Aufsichtsratsmitglied vom 9. März 2007 bis 30. Juni 2009
  • Franz Josef Pschierer, Aufsichtsratsmitglied vom 24. Februar 2009 bis 24. März 2009
  • Werner Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzender vom 8. März 2006 bis 1. März 2008, davor stellvertretender Vorsitzender
  • Günther Troppmann, Vorsitzender des Vorstands vom 1. März 1996 bis 31. Dezember 2012, davor (seit 1. März 1995) ordentliches Mitglied des Vorstandes

Sponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sponsoring beim Biathlon: Tatsumi Kasahara

Zur Bündelung ihrer gesellschaftlichen Aktivitäten gründete die DKB im Oktober 2004 die DKB Stiftung für gesellschaftliches Engagement. Die Stiftung betreibt denkmalgeschützte Anlagen wie das Schloss Liebenberg.[27] Seit 2002 unterstützt die Bank deutsche Spitzensportler, Sportvereine und -verbände. Athleten aus Wintersport und Leichtathletik bilden das DKB-Team. In Berlin ist die DKB Sponsoringpartner der Sportmannschaften von Hertha BSC, Alba Berlin, den Eisbären, Füchse Berlin und den Berlin Recycling Volleys.

Vom 2. Juli 2007 bis Mai 2015 war die Deutsche Kreditbank Namensgeber des Rostocker Ostseestadions sowie seit Ende 2007 des Oberhofer Biathlonstadions DKB-Ski-Arena. Die DKB war bis 2009 Namens- und Hauptsponsor des ISTAF Berlin (Leichtathletik) und ist Titelsponsor der Riders Tour als DKB-Riders Tour (Springreiten).

Ab der Saison 2012/2013 ist die DKB auch Namenssponsor der Handball-Bundesliga der Männer sowie der Frauenfußballmannschaft des 1. FFC Turbine Potsdam.

Die DKB hat im Januar 2017 die exklusiven Live-Übertragungsrechte für Deutschland der Handball-Weltmeisterschaft der Männer 2017 vom Rechteinhaber beIN Media Group gekauft, nachdem verschiedene Verhandlungen von TV-Sendern und Internetanbietern mit der beIN Media Group gescheitert waren. Die WM-Spiele der deutschen Nationalmannschaft und weitere Partien wurden im Internet in Echtzeit übertragen.[28] Somit wurde erstmals in Deutschland eine sportliche Großveranstaltung einzig von einem Sponsor übertragen.[28] Im gesamten Turnierverlauf wurden über 6 Mio. Aufrufe generiert, allein während des Achtelfinals zwischen Deutschland und Katar konnte sogar die Marke von einer Million zeitgleichen Zugriffen überschritten werden.[29]

Darüber hinaus werden zahlreiche Vereine sowie individuelle Sportler verschiedener Disziplinen unterstützt. [30]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deutsche Kreditbank – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Geschäftsbericht 2016
  3. Deutscher Bundestag: Drucksache 13/5064 vom 26.06.1996
  4. RotFuchs 198 – Juli 2014 Wie das BRD-Bankkapital den Super-Bluff inszenierte
  5. RotFuchs 198 – Juli 2014 Wie das BRD-Bankkapital den Super-Bluff inszenierte
  6. Investor Relations. In: Website der DKB. Deutsche Kreditbank, abgerufen am 6. April 2017.
  7. Green-Bond-Programm. In: Website der DKB. Deutsche Kreditbank, abgerufen am 23. Juni 2016.
  8. Immobilienhunter DKB Grundbesitzvermittlung GmbH. In: Website der Deutschen Kreditbank AG. Archiviert vom Original am 14. Februar 2008, abgerufen am 28. März 2011: „"Berlin Chemnitz Cottbus Dresden Erfurt Frankfurt (Oder) Gera Halle Leipzig Magdeburg Neubrandenburg Potsdam Rostock Schwerin Suhl"“
  9. Die neue Generation der Lufthansa Miles & More Credit Card. In: Website der Deutsche Lufthansa AG. 22. November 2007, archiviert vom Original am 27. März 2008, abgerufen am 28. März 2011.
  10. TAG Immobilien AG erhält Zuschlag zum Erwerb der DKB Immobilien AG : TAG Immobilien AG. In: www.tag-ag.com. 23. März 2012, abgerufen am 25. August 2016.
  11. Karl Hinterleitner und Michael Haselrieder: Zocken auf Bayerisch Das Desaster einer Landesbank. In: 3sat. ZWEITES DEUTSCHES FERNSEHEN, 18. Februar 2011, abgerufen am 2. April 2011.
  12. Neuer Ärger bei der BayernLB DKB soll überteuerte „Schrottimmobilien“ finanziert haben. In: Capital Online. 20. Oktober 2010, abgerufen am 2. April 2011.
  13. Schrottimmobilien: DKB zu Schadenersatz verurteilt. In: test.de. 23. Dezember 2013, abgerufen am 12. Februar 2015.
  14. DKB Bargeld einzahlen (gebührenfrei) | Liste mit Automaten. In: www.deutscheskonto.org. Abgerufen am 26. August 2016.
  15. Preis- und Leistungsverzeichnis DKB Visa ab Juni 2016. Abgerufen am 21. Mai 2016.
  16. Deutsche Kreditbank kooperiert mit PayPal. Abgerufen am 3. Juni 2014.
  17. Aenderung der Tan-Verfahren. Abgerufen am 18. November 2014.
  18. Geschäftsberichte nach HGB und IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 1. April 2011.
  19. a b DKB: Konzernüberschuss im Jahr 2007, Geschäftsbericht 2007 der Deutsche Kreditbank AG nach IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 1. April 2011 (PDF, 1.17 MB)., S. 69.
  20. DKB: Konzernüberschuss im Jahr 2008, Geschäftsbericht 2008 der Deutsche Kreditbank AG nach IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 1. April 2011 (PDF, 1.35 MB)., S. 62.
  21. DKB: Konzernüberschuss im Jahr 2009, Geschäftsbericht 2009 nach IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 1. April 2011 (PDF, 2.60 MB). S. 83.
  22. DKB: Konzernüberschuss im Jahr 2010, Geschäftsbericht 2010 nach IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 6. April 2011 (PDF, 3.60 MB). S. 81.
  23. DKB: Konzernüberschuss im Jahr 2011, Geschäftsbericht 2011 nach IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 31. Mai 2013 (PDF, 596 kB). S. 29.
  24. DKB: Konzernüberschuss im Jahr 2016, Geschäftsbericht 2016 nach IFRS. In: Website der Deutsche Kreditbank AG. Abgerufen am 6. April 2017 (PDF, 3.061 kB). S. 67.
  25. Bekanntmachung der Mitglieder des Aufsichtsrates nach § 19 MitbestG im eBundesanzeiger am 4. April 2017
  26. Suche im elektronischen Bundesanzeiger Deutsche Kreditbank Konzernabschlüsse
  27. Website der DKB Stiftung für gesellschaftliches Engagement. Abgerufen am 28. März 2011.
  28. a b Sponsor der deutschen Mannschaft zeigt Spiele live im Internet. focus.de. Vom 5. Januar 2017
  29. DKB gewinnt Deutschen Preis für Onlinekommunikation Zweitewelle, 9. Juni 2017.
  30. Deutsche Kreditbank AG: Sport | DKB AG. Abgerufen am 11. Juli 2017 (deutsch).

Koordinaten: 52° 30′ 46″ N, 13° 23′ 17″ O