Sigi Bergmann

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Sigi Bergmann (2013)

Sigismund „Sigi“ Bergmann[1][2] (* 3. Jänner 1938 in Vorau, Steiermark) ist ein österreichischer Boxexperte sowie ORF- und ATV-Sportmoderator.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Besuch der Lehrerbildungsanstalt arbeitete Bergmann zwei Jahre lang als Volksschullehrer. Er begann Geschichte, Germanistik und Philosophie zu studieren und ist seit 1964 promovierter Historiker. Seine Dissertation schrieb er über Die Religionspolitik und die kirchlichen Reformversuche Ferdinands I. Auch ein Gesangsstudium schloss er ab. Einige Jahre war er Solist im Domchor von St. Stephan.[3]

Bereits während des Studiums interessierte sich Bergmann für den Boxsport und begann selber zu boxen.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine journalistische Karriere begann er in den frühen 1960er-Jahren beim Volksblatt der ÖVP zu schreiben und wechselte 1968 als angestellter Redakteur zum Österreichischen Rundfunk (ORF).[4] Für den Sender präsentierte er von 1969 bis 1974 das Sportmosaik.[3]

Anfang 1975 wurde Bergmann vom damaligen Sportchef Teddy Podgorsky mit der Moderation der ORF-Sendung Sport am Montag beauftragt. Diese moderierte er dann vom 3. Februar 1975 bis zum 23. März 1992, 819 Mal und 17 Jahre lang.[4] Um zu zeigen, dass sich Kunst und Sport nicht gegenseitig ausschließen, sondern viele gemeinsame Verbindungen haben, holte der kulturinteressierte Bergmann Persönlichkeiten wie Peter Ustinov, Helmut Lohner, Otto Schenk und auch Plácido Domingo und José Carreras in seine Sendung.

2008, 2012 und 2016 wurde er vom ORF als Boxkommentator zu den Olympischen Sommerspielen geschickt, um diese zu kommentieren.

In seiner Zeit beim ORF moderierte und kommentierte er an die 3500 Boxkämpfe,[5] mehr als jeder andere im deutschsprachigen Raum, wobei er alle großen Kämpfe von Muhammad Ali kommentierte, dessen Fan er war. 40 Jahre war Bergmann in der ORF-Sportredaktion tätig. Er gilt als Boxexperte mit Kultstatus[6] und als „Heinz Prüller des Boxens“.[5]

Seit etwa 1967 verbindet Bergmann eine tief verbundene Freundschaft mit Hans Orsolics, dem er als Förderer und Mentor zurück ins normale Leben verhalf, als dieser nach seiner Karriere finanziell und sozial abstürzte. Er schrieb über seinen Freund die Biografie Orsolics Hansi K.o. – Triumphe und Leiden eines Boxers.[6] Bergmann „drehte Filme mit ihm, versteckte ihn vor der Polizei, besuchte ihn im Gefängnis und verhalf ihm zu einer geregelten Existenz.“[7]

In der Folge Schwergewicht der Fernsehreihe Trautmann spielte er sich selbst als Boxkommentator.[3] Ebenfalls trat darin auch Hans Orsolics als er selbst auf.[8]

Seit 2010 arbeitet Bergmann mit seinem guten Freund Ferdinand Macek an diversen Sport-Dokumentationen, die auf ORF Sport+ ausgestrahlt werden, z.B. Joe Tiger Pachler im Auge des Tigers, Sepp Puschnig der Karawankenbär sowie Karl Schnabl und das Olympia-Überflieger-Team. 2011 drehte Ferdinand Macek (Regisseur und Autor) mit Sigi Bergmann den Film Heilwasser für den Großwesir.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergmann ist inzwischen in Pension und mehrfacher Großvater, aber nach wie vor aktiv. Der Boxexperte ist seit mehr als 40 Jahren mit Ingeborg Bergmann verheiratet,[2] mit der er zwei Töchter und fünf Enkelkinder hat. Seine Tochter Elisabeth ist Journalistin und seine Tochter Eva Ärztin. Seit er in Pension ist, hat er mehr Zeit für die Musik, sodass er mindestens einmal in der Woche in die Oper geht. Er sitzt auch im Kuratorium der Opernfestspiele von Sankt Margarethen.[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sigi Bergmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Sigismund Bergmanns Dissertation in der Google Buchsuche. (Anmerkung: Sigismund Bergmann wird oft auch fälschlich als Sigmund Bergmann benannt.)
  2. a b Das Paradies vor der Haustüre. (PDF; 1 S.; 967 kB) In: www.woche.at,. Regionalteil Wolfsberg & Lavanttal. 6. Juli 2011, S. 14–15. Abgerufen am 27. Oktober 2011.
  3. a b c Die ORF-Legende Sigi Bergmann. (PDF; 30 kB) In: Kurzbeschreibung für die Gala der Menschlichkeit 2010 am 4. September 2010 zugunsten der SOS-Kinderdörfer. Abgerufen am 27. Oktober 2011.
  4. a b c Sportstaatssekretär Lopatka ehrt Sportjournalisten Dr. Sigi Bergmann. Dr. Sigmund Bergmann erhält Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. In: Pressemeldung des Staatssekretariat für Sport. 19. Februar 2008. Abgerufen am 27. Oktober 2011.
  5. a b Wolfgang Kralicek: Ich denke an Tanz. Sommerinterview mit Sigi Bergmann. In: Falter. Ausgabe 33/2002, 14. August 2002 (Memento vom 3. April 2008 im Internet Archive)
  6. a b Christian Hackl: Hans Orsolics: "I bin no immer ned tot". Interview mit Hans Orsolics und Sigi Bergmann. In: Der Standard, Printausgabe, 26. April 2007. Abgerufen am 27. Oktober 2011.
  7. Buchbeschreibung des Verlags Seifert. Abgerufen am 27. Oktober 2011.
  8. "Trautmann" Schwergewicht (2004). Internet Movie Database, abgerufen am 22. Mai 2015 (englisch).
  9. City! Magazin 72 vom Mai 2008.