Sigrid Engelbrecht

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Sigrid Engelbrecht (2022)

Sigrid Engelbrecht (* 7. September 1954 in Bayreuth als Sigrid Luise Kaiser) ist eine deutsche Autorin, Malerin und Designerin, die auch als Dozentin und Coach in der Erwachsenenbildung tätig ist. Von 1986 bis 2009 war sie als Kommunalpolitikerin[1] (Bündnis 90/Die Grünen) in Bayreuth aktiv, darunter als Bezirksrätin sowie als Stadträtin und Fraktionsvorsitzende ihrer Partei im Stadtrat von Bayreuth.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sigrid Engelbrecht wuchs in Bischofsgrün im Fichtelgebirge auf, wo sie im Jahr 1961 auch eingeschult wurde. Von 1967 bis 1974 besuchte sie das Wirtschaftswissenschaftliche Gymnasium in Bayreuth. Nach dem Abitur studierte sie an der Freien Universität Berlin Germanistik, Publizistik und Volkswirtschaft.

Nach ihrer Heirat mit dem Grafik-Designer und späteren Stadtheimatpfleger von Bayreuth, Wilfried Engelbrecht, kehrte sie nach Bayreuth zurück. Das Paar hat eine gemeinsame Tochter, Eva Ariadne Engelbrecht (geboren 1985).

Seit 2010 lebt Sigrid Engelbrecht in Berlin.[2] Hier absolvierte sie von 2012 bis 2015 berufsbegleitend den Studiengang Biografisches und Kreatives Schreiben an der Alice Salomon Hochschule Berlin, den sie mit einem Master of Arts abschloss.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bayreuth studierte Sigrid Engelbrecht von 1976 bis 1980 Textildesign an der Fachhochschule Coburg, Abt. Münchberg (Oberfranken),[3] der Fachbereich gehört heute als Campus Münchberg zur Hochschule Hof. Nach ihrem Diplom als Designerin arbeitete sie für verschiedene Unternehmen in der Textilbranche. Parallel dazu absolvierte sie ein Fernstudium im Fach Werbegrafik an der damaligen Neuen Kunstschule Zürich. Von 1982 bis 1985 war sie Inhaberin des Einzelhandelsgeschäfts Kiddi Kinderlädchen in Bayreuth.[4] 1989 machte sich Sigrid Engelbrecht mit einem Grafikbüro selbständig, ab 1992 mit einem Atelier in der Bayreuther Innenstadt.[5] Im Jahr 1999 feierte sie, nunmehr ansässig im Bayreuther Ortsteil Altstadt, ihr zehnjähriges Firmenjubiläum.[6]

Verschiedene Arbeiten im Bereich Grafik und Malerei stellte sie von 1988 bis 2014 in Deutschland, Frankreich, Österreich und Tschechien aus, in Deutschland häufig begleitet durch Lesungen aus ihren lyrischen Texten.

In den Jahren zwischen 2002 und 2008 veränderte Engelbrecht die Schwerpunkte ihrer beruflichen Tätigkeit. Nach Abschluss der Ausbildungen zur Mental- und Wellness-Trainerin 2002–2004 beim Institut Conzendo, Hamburg und beim Institut für Sport und Tourismus, Düsseldorf,[7] sowie zum Mentalcoach 2008 beim NLP & Coaching Institut, Berlin begann sie als Trainerin und Coach in der Erwachsenenbildung zu arbeiten.

Neben lyrischen Texten schrieb sie ab diesem Zeitpunkt Kurzgeschichten und beteiligte sich an Gedichtsammlungen und Anthologien.[8][9] 2005 war sie mit der Kurzgeschichte Tristram’s Stone Preisträgerin beim Literaturwettbewerb der Festspiel-Nachrichten, die vom Verlag Lorenz Ellwanger in Bayreuth herausgegeben werden.[10] Seit 2006 ist sie als Sachbuchautorin tätig.

Politische Aktivitäten und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1986 bis 2009 war Sigrid Engelbrecht kommunalpolitisch in Bayreuth aktiv.[11] Als Bezirksrätin für Bündnis 90/Die Grünen gehörte sie dem Bezirkstag Oberfranken von 1986 bis 1994 an,[12][13] von 1990 bis 2010 war sie Stadträtin in Bayreuth,[14][15] von 1991 bis 2008 dort auch Fraktionsvorsitzende.[16]

Für ihr kommunalpolitisches Wirken wurde sie mit der Bayerischen Kommunalen Verdienstmedaille, der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Bayreuth[17] und dem Goldenen Ehrenring der Stadt Bayreuth ausgezeichnet.[1]

Auf Parteiebene war sie zwischen 1986 und 2007 in verschiedenen Funktionen tätig: sie war im Jahr 1989 Mitglied im fünfköpfigen Kommissarischen Bundesvorstand der Grünen,[18] Mitglied im damaligen Bundeshauptausschuss (heute: Länderrat), Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Frauenpolitik (heute: Bundesfrauenrat),[19] sowie Vorstandsmitglied der kommunalpolitischen Vereinigung Gribs (Grüne und Alternative in den Räten Bayerns) bis 2007[20] und Mitglied im Parteirat des bayerischen Landesverbands der Grünen.[21]

Buchveröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lyrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindheit. In: Bibliothek deutschsprachiger Gedichte. Ausgewählte Werke VI. Die Anthologie des Wettbewerbsjahres 2003. Realis Verlag, Gräfelfing 2003, ISBN 3-930048-44-2.

Roman[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nach Einbruch der Dunkelheit – Ein Roman über Grenzen. Edition Winterwork, Borsdorf 2019, ISBN 978-3-96014-608-7.

Sachbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinschafts- und Gruppenausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992: Reise ins Mondlicht, mit Daniel Sharaf[30]
  • 1992: Beteiligung im Rahmen von Kunstszene Bayreuth, Neues Rathaus Bayreuth[31]
  • 1993: Tausend Nächte bis zum Ende der Zeit, mit Daniel Sharaf[32]
  • 1994: Sigrid Engelbrecht – Karin Horosz – Ute Tobisch, Maingauhalle Kleinostheim[33]
  • 1995: GrenzGang, mit Karin Horosz, Galerie im Alten Bahnhof, Weidenberg[34]
  • 1997: Geheimnisvolle Zeichen, Doppelausstellung mit Constantia Rosendorfer, Stadtschloss Lichtenfels[35]
  • 1997: 20 Jahre B. A. T., Casino-Galerie Bayreuth[36]
  • 2000: Sigrid Engelbrecht (Acryl und Aquarell/Tusche) und Wilfried Engelbrecht (Bilder und Objekte), Galerie Quellenhof, Bad Tatzmannsdorf[37]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eine junge Altstadträtin: Sigrid Engelbrecht erhielt Goldenen Ehrenring der Stadt. In: kurier.de – Nordbayerischer Kurier. 22. Februar 2011, abgerufen am 19. Mai 2022.
  2. Peter Engelbrecht: Berufliche Gründe: Grüne Stadträtin Sigrid Engelbrecht gibt Mandat auf. In: kurier.de – Nordbayerischer Kurier. 8. Dezember 2010, abgerufen am 19. Mai 2022.
  3. Gesamttextil (Hrsg.): Klarer Kurs – Informationen über Berufe in der Textilindustrie, Ausgabe 1980. 1980, S. 15.
  4. Kiddi Kinderlädchen – neu in Bayreuth. In: Neue Bayreuther. Nr. 4, 11. Februar 1982.
  5. Grafik-Werkstatt in neuen Räumen. In: Nordbayerischer Kurier. 23. März 1992, S. 8.
  6. 10 Jahre Engelbrecht Design + Werbung. In: Nordbayerischer Kurier. 30. November 1999, S. 8.
  7. IST-Wellnesstrainerin und -beraterin (IHK) Sigrid Engelbrecht: Umfangreiches Know-how für professionelle Beratung. In: ist.de. IST-Studieninstitut GmbH, 10. August 2008, abgerufen am 18. April 2022.
  8. Eric Waha: Über die ‚Eckala‘ in einem selbst – Sigrid Engelbrecht gab im Auktionshaus Boltz Kostproben eigener (giftiger) Lyrik. In: Nordbayerischer Kurier. 13. Oktober 1993.
  9. Gegen den Strom und für das Leben – Lyrik im Maislabyrinth. In: Nordbayerischer Kurier. 23. August 2002.
  10. Ute Eschenbacher: Liebeslust und Liebesfrust – Lesung der Preisträger des dritten Literaturwettbewerbs der „Festspiel-Nachrichten“. In: Nordbayerischer Kurier. Bayreuth 15. August 2005, S. 9.
  11. Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und Unabhängigen (Memento vom 6. Dezember 2010 im Internet Archive)
  12. Bezirk Oberfranken (Hrsg.): Der Bezirk Oberfranken. Kommunale Selbstverwaltung 1986–1990. Bayreuth 1990.
  13. Bezirk Oberfranken (Hrsg.): Der Bezirk Oberfranken. Kommunale Selbstverwaltung 1990–1994. Bayreuth 1994.
  14. Werner Wirth: Hoffen und Bangen bis zum frühen Morgen. In: Nordbayerischer Kurier. Bayreuth 20. März 1990.
  15. Werner Reuschel: Dreizehn Neulinge unter den 44 gewählten Stadträten. In: Nordbayerischer Kurier. Bayreuth 21. März 1990.
  16. Frank Schmälzle: Ein positives Signal für Frauen setzen – Sigrid Engelbrecht Fraktionsvorsitzenden der Grünen. In: Nordbayerischer Kurier. Bayreuth 25. April 1991.
  17. Im Einsatz für das Wohl der Stadt. (Memento vom 2. Januar 2011 im Internet Archive) (PDF; 3,3 MB). In: Stadtnachrichten. Amtsblatt der Stadt Bayreuth. Nr. 8, 11. Juni 2010, S. 3.
  18. Dieter Feustel: Zwischen Realos und Fundis – Bayreutherin Sigrid Engelbrecht im Übergangsvorstand der Grünen. In: Fränkischer Tag. Bamberg 13. Dezember 1988.
  19. Wahl zur Sprecherin. In: Nordbayerischer Kurier. Bayreuth 30. März 1990.
  20. Claudia Bosse: GRIBS-Kongress 2007: Würdigungen langjähriger MandatsträgerInnen. Grüne & Alternative in den Räten Bayerns, abgerufen am 24. April 2022.
  21. Wahl des Parteirats des bayerischen Landesverbands. In: Bündnis 90/Die Grünen, Landesverband Bayern (Hrsg.): Basisbrief Mitgliederinfo für Bündnis 90/Die Grünen in Bayern. München 1. Dezember 2000.
  22. Imaginäre Welten(t)räume - Ausstellung von Sigrid Engelbrecht. In: Nordbayerischer Kurier. Bayreuth 11. April 1990, S. 12.
  23. Sigrid Engelbrecht – Echanges culturels. Berrias-Casteljau 27. August 1992, S. 30.
  24. Expressive Farbigkeit: Aquarelle und Ölbilder. In: Mittelbayerische Zeitung. Regensburg 3. September 1993.
  25. Grenzen überschreiten – Bayreuther Künstlerin Sigrid Engelbrecht präsentiert Ausstellung „Anderswelten“. In: Bayerische Rundschau. Kulmbach 22. Mai 2000, S. 4.
  26. Martin Gerlach: Sigrid Engelbrecht lässt farbige Bilder erzählen – Neue Ausstellung in Rudolstädter KulTourDiele. In: Ostthüringer Zeitung. Rudolstadt 13. März 2001.
  27. Reise in andere Welten. In: Der Rissener. Hamburg 8. Oktober 2003, S. 7.
  28. Eva Bartylla: Voll starker Emotion und satter Farbigkeit – Künstlerin Sigrid Engelbrecht stellt im Klinikum aus. In: Nordbayerischer Kurier. Bayreuth 21. Januar 2008.
  29. Sigrid Engelbrecht: Impressionen von der Vernissage „Neun – Zahlen-Sinn“ in der Kenfactory Berlin. In: engelbrecht-media.de. Sigrid Engelbrecht, 20. April 2012, abgerufen am 25. April 2022.
  30. Herbert Mackert: Orient und Okzident romantisch: Reise ins Mondlicht – Bilder von Sigrid Engelbrecht und Daniel Sharaf. In: Nordbayerischer Kurier. Bayreuth 8. April 1992.
  31. Kunstszene Bayreuth. In: Nordbayerischer Kurier. Bayreuth 3. Dezember 1992.
  32. Ursula Leibinger-Hasibether: Symbolisches, Mythisches – Gemeinsame Ausstellung von Sigrid Engelbrecht und Daniel Sharaf. In: Nordbayerischer Kurier. Bayreuth 12. März 1993.
  33. Manuela Klebing: Die intensiv farbige Suche im Innern – Sigrid Engelbrecht, Karin Horosz und Ute Tobisch stellen in der Maingauhalle aus. In: Main-Echo. Aschaffenburg 22. März 1994.
  34. Eva Bartylla: Zwei Welten wachsen zusammen – Zwei Frauen begegnen sich beim ‚Grenz-Gang‘. In: Nordbayerischer Kurier. Bayreuth 26. September 1995, S. 14.
  35. Ursula Leibinger-Hasibether: Geheimnisvolle Zeichen – Doppelausstellung Sigrid Engelbrecht und Constantia Rosendorfer. In: Nordbayerischer Kurier. Bayreuth 19. März 1997, S. 16.
  36. Stephan H. Fuchs: Kein hehrer Tempel der Kunst. In: Frankenpost. Kulmbach 26. April 1997.
  37. Zwei Bayreuther in Bad Tatzmannsdorf. In: Nordbayerischer Kurier. Bayreuth 7. September 2000.