Michael Linden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Michael Linden im Juni 2010

Michael Linden (* 30. Juli 1948 in Simmern/Hunsrück in Rheinland-Pfalz) ist ein deutscher Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Psychologischer Psychotherapeut.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Linden ist 1948 im rheinlandpfälzischen Simmern/Hunsrück als Sohn des Arztes Franz Linden geboren. 1967 legte er am Staatlichen Gymnasium am Kurfürstlichen Schloss in Mainz sein Abitur ab. Er studierte von 1967 bis 1973 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und an der Freien Universität Berlin Humanmedizin und von 1970 bis 1975 auch Psychologie. Von 1976 bis 1981 war er als wissenschaftlicher Assistent an der Psychiatrischen und Neurologischen Klinik der Freien Universität Berlin tätig. Er promovierte über das Thema Das autogene Training: eine lerntheoretische Darstellung auf der Grundlage von Experimenten zum Verhalten des Kreislaufs und der Atmung.[1] Später erwarb er den Facharzt für Neurologie und Psychiatrie sowie den Facharzt für Psychosomatische und Psychotherapeutische Medizin. Außerdem erhielt er die Approbation als Psychologischer Psychotherapeut. Seine Habilitation erfolgte 1986 im Fach Psychiatrie an der Freien Universität mit der Habilitationsschrift Phase-IV-Forschung in Nervenarztpraxen. Untersuchungen zur Therapie mit Antidepressiva. Am 7. März 1994 wurde er zum Professor für Psychiatrie an der Freien Universität Berlin ernannt.

1982 wurde er Oberarzt an der Psychiatrischen Klinik und Poliklinik der Freien Universität Berlin und war von 1997 bis 1998 leitender Oberarzt der Klinik. Seit 1998 ist er Leiter der Abteilung Verhaltenstherapie und Psychosomatik und ist als Arzt im Rehabilitationszentrums Seehof an der BfA-Klinik Seehof in Teltow bei Berlin tätig. Momentan ist er Leiter der Forschungsgruppe Psychosomatische Rehabilitation an der Charité Universitätsmedizin Berlin.[2]

Michael Linden ist der Erstbeschreiber der posttraumatischen Verbitterungsstörung.[3][4][5] Nach dem zurzeit aktuellen Diagnoseschlüssel, der ICD 10, handelt es sich allerdings nicht um eine anerkannte Diagnose. Als Psychotherapie der Verbitterung entwickelte er die Weisheitstherapie.[6][7]

Er ist seit 1981 mit Evelyn Linden verheiratet und Vater von zwei Söhnen und einer Tochter. Er ist römisch-katholisch und war von 2009 bis 2014 Stiftungsrat der Stiftung Mater Dolorosa Berlin-Lankwitz.[8]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Linden ist Mitglied, Gründungspräsident und langjähriger Vorsitzender des Deutschen Fachverbandes für Verhaltenstherapie. Er ist beratendes Mitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie der Bundesregierung.

Er ist Sprecher des Referats Psychotherapie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde und ärztlicher Vorsitzender des Ausschusses der Ausbildungsinstitute des Deutschen Fachverbandes für Verhaltenstherapie.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Risiken und Nebenwirkungen von Psychotherapie, Linden/Strauß (Herausgeber), Berlin: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2012, ISBN 978-3-94146-864-1
  • Embitterment: Societal, psychological, and clinical perspectives, Linden/Maercker (Herausgeber), Wien: Springer, 2010, ISBN 978-3-211-99740-6
  • Salutotherapie in Prävention und Rehabilitation, Linden/Weig (Herausgeber), Deutscher Ärzte-Verlag, 2009, ISBN 978-3-7691-0555-1
  • Weisheitskompetenzen und Weisheitstherapie: die Bewältigung von Lebensbelastungen und Anpassungsstörungen, mit Kai Baumann, Verlag Lengerich, 2008, ISBN 978-3-89967-490-3 (weitgehend Textgleich mit der Dissertationsschrift von Kai Baumann[9])
  • Verhaltenstherapiemanual, Linden/Hautzinger (Herausgeber), Springer-Verlag, 2008, ISBN 978-3-540-75739-9
  • Rehabilitations-Psychopharmakotherapie: Arzneimittelbehandlung chronifizierender und chronifizierter psychischer Syndrome, Linden/Müller (Herausgeber), Deutscher Ärzte-Verlag, 2005, ISBN 3-7691-0473-0
  • Pharmakotherapie, Linden (Gastherausgeber), Karger-Verlag, 2001, ISBN 3-8055-7283-2
  • Ärztliche Gesprächsführung. Ein Leitfaden für die Praxis. Hoechst Aktiengesellschaft, München 1983
  • Phase-IV-Forschung: Antidepressiva in der Nervenarztpraxis, Springer-Verlag, 1987, ISBN 3-540-18216-0
  • The Posttraumatic Embitterment Disorder, Linden, M., Rotter, M., Baumann, K., Lieberei, B. (Herausgeber), Hogrefe & Huber-Verlag, 2007. ISBN 978-0-88937-344-0
  • Herausgeber der Zeitschrift Verhaltenstherapie und Mitherausgeber weiterer Zeitschriften, wie zum Beispiel Der Nervenarzt, Münchener Medizinische Wochenschrift, Psychopharmakotherapie, Pharmacopsychiatry, The Journal of Cognitive Psychotherapy, Primary Care Psychiatry, Rehabilitation, sowie Rezensent mehrerer weiterer Zeitschriften.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dissertation im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  2. Forschungsgruppe Psychosomatische Rehabilitation
  3. Linden, M. (2003). Posttraumatic Embitterment Disorder. Psychotherapy and Psychosomatics, 72, 195 – 202.
  4. Linden, M., Schippan, B., Baumann, K., Spielberg, R.(2004). Die posttraumatische Verbitterungsstörung (PTED). Abgrenzung einer spezifischen Form der Anpassungsstörungen. Der Nervenarzt, 75, 51–57.
  5. Linden, M., Rotter, M., Baumann, K., Lieberei, B. (2007). The Posttraumatic Embitterment Disorder. Toronto: Hogrefe & Huber.
  6. Baumann/Linden: Weisheitstherapie, Springer Verlag
  7. Michael Linden: Weisheitstherapie
  8. Mitglieder des Stiftungsrats, abgerufen am 18. März 2015
  9. Kai Baumann: Dissertation 2007

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]