Bad Tatzmannsdorf

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Bad Tatzmannsdorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Bad Tatzmannsdorf
Bad Tatzmannsdorf (Österreich)
Bad Tatzmannsdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberwart
Kfz-Kennzeichen: OW
Fläche: 11,61 km²
Koordinaten: 47° 20′ N, 16° 14′ OKoordinaten: 47° 20′ 4″ N, 16° 13′ 38″ O
Einwohner: 1.536 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 7431
Vorwahl: 03353
Gemeindekennziffer: 1 09 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Joseph-Haydn-Platz 1
7431 Bad Tatzmannsdorf
Website: www.bad-tatzmannsdorf.at
Politik
Bürgermeister: Gert Polster (SPÖ)
Gemeinderat: (2017)
(19 Mitglieder)
7
7
3
2
Insgesamt 19 Sitze
Lage der Gemeinde Bad Tatzmannsdorf im Bezirk Oberwart
Bad TatzmannsdorfBadersdorfBernsteinDeutsch Schützen-EisenbergGrafenschachenGroßpetersdorfHannersdorfJabingKemetenKohfidischLitzelsdorfLoipersdorf-KitzladenMariasdorfMarkt AllhauMarkt NeuhodisMischendorfNeustift an der LafnitzOberdorf im BurgenlandOberschützenOberwartPinkafeldRechnitzRiedlingsdorfRotenturm an der PinkaSchachendorfSchandorfStadtschlainingUnterkohlstättenUnterwartWeiden bei RechnitzWiesfleckWolfauBurgenlandLage der Gemeinde Bad Tatzmannsdorf im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Springbrunnen und Musikpavillon
Springbrunnen und Musikpavillon
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Bad Tatzmannsdorf (ungarisch Tarcsafürdő, kroatisch Tarča) ist eine Gemeinde mit 1536 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Burgenland im Bezirk Oberwart in Österreich und der größte Kurort des Burgenlandes.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Südburgenland im Bezirk Oberwart.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften bzw. gleichnamige Katastralgemeinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

Deutscher Ortsname Ungarischer Ortsname Kroatischer Ortsname
Bad Tatzmannsdorf Tarcsa Tarča
Jormannsdorf Gyimótfalva -
Sulzriegel Sóshegy -

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Bis 1750 war der Ort im Besitz verschiedener Kleinadelsfamilien und wurde in jenem Jahr von den Grafen Batthyány erworben, die ihn ihrer Herrschaft Bernstein anschlossen.

Unter den Batthyánys wurde der 1620 erstmals erwähnte Badebetrieb großzügig ausgebaut. Ab 1889 wurden zudem die Moor­vorkommen für Moorbäder genutzt, so dass Tatzmannsdorf als „ungarisches Franzensbad“ galt.

Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Tarcsafürdő verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). 1926 wurde dem Kurort der Titel „Bad“ verliehen.

1971 wurden die Gemeinden Jormannsdorf und Sulzriegel mit Bad Tatzmannsdorf zusammengelegt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2017
 %
50
40
30
20
10
0
37,75
(+4,32)
33,70
(-7,05)
17,39
(+5,82)
11,17
(-3,07)


Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 19 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[2] 2012[3] 2007[4] 2002[5] 1997[5]
Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M.
SPÖ 382 37,75 7 338 33,43 7 318 34,57 6 340 37,95 7 344 41,10 8
ÖVP 341 33,70 7 412 40,75 8 459 49,89 10 365 40,74 8 312 37,28 7
FPÖ 176 17,39 3 117 11,57 2 143 15,54 3 191 21,32 4 181 21,62 4
JETZT 113 11,17 2 144 14,24 2 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
Wahlberechtigte 1330 1239 1159 1106 1029
Wahlbeteiligung 82,63 % 87,09 % 84,99 % 87,61 % 88,14 %

Gemeindevorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Bürgermeister Gert Polster (SPÖ) und der Vizebürgermeisterin Barbara Baldasti (ÖVP) gehören weiters die geschäftsführenden Gemeinderäte Heinz Gyaky (ÖVP), Jakob Riser (SPÖ) und Dietrich Wertz (FPÖ) dem Gemeindevorstand an.[6]

Gemeindekassierin ist Amtsleiterin Silke Kurz.[7] Zum Umweltgemeinderat wurde Dietrich Wertz (FPÖ) gewählt.[8]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit der Wahl 2017 Gert Polster (SPÖ). Nachdem Ernst Karner (ÖVP), der der Gemeinde seit 2002 vorstand, bekannt gab, bei der Wahl nicht mehr anzutreten, war seine Nachfolge vakant. Bei der Bürgermeisterdirektwahl am 1. Oktober 2017 stellten alle vier im Gemeinderat vertretenen Parteien einen Kandidaten, von denen keiner im ersten Wahlgang eine qualifizierte Mehrheit erreichen konnte. Die Nase hatte Gert Polster (SPÖ) mit 41,30 % vor Barbara Baldasti (ÖVP) mit 29,26 % vorne. Diese beiden mussten in die zweite Runde, während Dietrich Wertz (FPÖ) mit 16,76 % und Petra Simon (Liste JETZT) mit 12,69 % ausschieden.[9] Bei der Stichwahl am 29. Oktober 2017 setzte sich abermals Polster mit 54,41 % durch und stand damit als neuer Bürgermeister von Bad Tatzmannsdorf fest. Baldasti musste sich mit 45,59 % geschlagen geben.[2] In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wurde Baldasti schließlich zur Vizebürgermeisterin gewählt.[6]

Die Leitung des Gemeindeamts hat Silke Kurz über.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Bad Tatzmannsdorf COA.png Das Gemeindewappen wurde am 6. Oktober 1992 von der burgenländischen Landesregierung verliehen.

Blasonierung: „In blauem Schild silbern unter einem allseits anstoßenden profilierten Brunnenbogen ein geflügelter doppelschwänziger Tritonknabe, ein wasserspeiendes Horn blasend.
Das Wappen nimmt in seiner Symbolik auf alle drei Ortsteile von Bad Tatzmannsdorf Bezug.[11]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Römisch-katholische Kirche - Innenbereich
Kur und Thermenhotel
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bad Tatzmannsdorf
  • Freilichtmuseum Bad Tatzmannsdorf Das Freilichtmuseum mit südburgenländischen Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert wurde 1972 eröffnet.
  • Das Kurmuseum gibt einen Überblick über die Entwicklung des Kurwesens in Bad Tatzmannsdorf, dem größten Kurort des Burgenlandes, von 1620 bis in die Gegenwart. Es wurde 1990 eröffnet.
  • Ein Brotmuseum befindet sich in der Kurkonditorei Gradwohl.
  • Die Eisenbahnlinie Oberwart – Bad Tatzmannsdorf – Oberschützen wird seit dem Sommer 2005 durch den gemeinnützigen Verein FROWOS – Freunde der Bahnlinie Oberwart-Oberschützen revitalisiert. 2012 wurde dem Verein die Betriebsbewilligung entzogen [12]
  • Die römisch-katholische Pfarrkirche zum Hl. Johannes dem Täufer ist in den Jahren 1967/68 an der Stelle einer älteren Kirche aus dem Jahr 1896 errichtet worden.
  • Die Friedenskirche der evangelischen Pfarrgemeinde A.B. wurde im Jahre 1968 nach den Plänen des Architekten G. Pfeiler erbaut.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Gemeinde Bad Tatzmannsdorf [14]

  • Ignaz Neiser (1892–1972), Verleihung 1972
  • Rudolf Grohotolsky (1922–2013), Landeshauptmann-Stellvertreter, Verleihung 1979
  • Theodor Kery (1918–2010), Landeshauptmann, Verleihung 1979
  • Wilhelm Simon (1932–1991), Bürgermeister, Verleihung: 1991
  • Walter Rehling (1932–2014), Verleihung 2001
  • Emmerich Zeichmeister (* 1934), Pfarrer Monsignore, Verleihung 2001
  • Rudolf Luipersbeck (* 1949), Verleihung 2015

Ehrenringträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Gemeinde Bad Tatzmannsdorf [14]

  • Emmerich Zeichmeister (* 1934), Verleihung 1986
  • Richard Jobst (1934–2000), Verleihung 1996
  • Josef Klein (1912–2008), Verleihung 1996
  • Rudolf Luipersbeck (* 1949), Verleihung 1996
  • Helmut Sillner (* 1931), Verleihung 1996
  • Hans Rehling (* 1945), Gemeinderat, Verleihung 2010

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael F. Bothar: Ein kurzer Beitrag zur Entstehungsgeschichte von Bad-Tatzmannsdorf- In: Burgenländische Heimatblätter. Nr. 11.1949. Eisenstadt 1949, S. 170–174.
  • Silvia Jungel: Bad Tatzmannsdorf. Die Entwicklung vom traditionellen Kurort zum Wellnesstourismus. Diplomarbeit, Universität Wien 2002.
  • Christine Käfer: Bad Tatzmannsdorf. Ein Kurort gestern und heute.. Diplomarbeit, Universität Wien 1998.

Historischer Bilderbogen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bad Tatzmannsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Bad Tatzmannsdorf 2017 (abgerufen am 5. Jänner 2018)
  3. Land Burgenland: Wahlergebnis Bad Tatzmannsdorf 2012 (abgerufen am 5. Jänner 2018)
  4. Land Burgenland: Wahlergebnis Bad Tatzmannsdorf 2007 (abgerufen am 5. Jänner 2018)
  5. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Bad Tatzmannsdorf 2002 (abgerufen am 5. Jänner 2018)
  6. a b Gemeinde Bad Tatzmannsdorf: Gemeindevorstand (abgerufen am 5. Jänner 2018)
  7. Gemeinde Bad Tatzmannsdorf: Gemeindekassier und Stv. (abgerufen am 5. Jänner 2018)
  8. Gemeinde Bad Tatzmannsdorf: Umweltgemeinderat (abgerufen am 5. Jänner 2018)
  9. Land Burgenland: Ergebnis Bürgermeisterwahl vom 1. Oktober 2017 (abgerufen am 5. Jänner 2018)
  10. Gemeinde Bad Tatzmannsdorf: Wir sind für Sie da ... (abgerufen am 5. Jänner 2018)
  11. Gemeinde Bad Tatzmannsdorf: Wappen der Gemeinde Bad Tatzmannsdorf (abgerufen am 5. Jänner 2017)
  12. Museumsbahn Oberwart - Oberschützen
  13. http://totenbuch.dora.de/names/details/letter/p/lang/de/page/3/person/7029/ref/names
  14. a b Gemeinde Bad Tatzmannsdorf: Ehrenbürger, Ehrenringträger (abgerufen am 5. Jänner 2017)