Simone Barrientos

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Simone Barrientos Krauss (* 5. Oktober 1963 in Eisleben) ist eine deutsche Politikerin (Die Linke) und Verlegerin. Im Zuge der Bundestagswahl 2017 zog sie über die Bayerische Landesliste der Linken als Abgeordnete in den 19. Deutschen Bundestag ein. Barrientos ist Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag für Kulturpolitik.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barrientos wuchs in Neustrelitz als Kind einer alleinerziehenden Mutter auf. Sie hat eine Ausbildung zur Betriebselektrikerin und zur Gebrauchswerberin absolviert.[1] In Barrientos Stasi-Akte ist eingangs vermerkt: „negativ denkende Jugendliche“ und „Sympathisant Pazifismus.“[2]

Von 1990 bis 2008 war sie freiberuflich als Bauzeichnerin, Dolmetscherin (Spanisch), Mitinhaberin eines Übersetzungsbüros und in der Filmproduktion tätig.[3] Von 2008 bis 2017 leitete sie als Verlegerin den Verlag Kulturmaschinen und gab dort u. a. Bücher von Hermann Kant, Linde Salber und das belletristische Prosawerk von Franz Josef Degenhardt heraus.[4] Außerdem arbeitete sie in dieser Zeit als Sängerin, Sprecherin und Moderatorin.[5]

Seit 2014 wohnt Barrientos in Ochsenfurt. Sie hat einen Sohn.[6]

Politisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barrientos gehört seit 2014 dem Landesvorstand Bayern der Linken an. Seit der Kommunalwahl 2020 ist sie Kreisrätin im Landkreis Würzburg.[7] Zusammen mit Dominik Kuzmek ist sie seit 2020 Kreissprecherin der Linken in Würzburg.[8]

Barrientos war jahrelang ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv. Sie leitete bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) die Flüchtlingsarbeit und engagierte sich beim „Helferkreis Ochsenfurt“ für unbegleitete minderjährige Geflüchtete.[9][10]

Als Mitherausgeberin gibt sie in der Reihe „Edition Mezopotamya“ Bücher des verbotenen kurdischen Verlags Mezopotamien heraus.[11]

Barrientos ist regelmäßig als Kolumnistin für die Plattform „Die Freiheitsliebe“ tätig.[12]

Sie ist Mitglied bei ver.di.

Abgeordnete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bundestagswahl 2017 wurde Barrientos über die Landesliste Bayern in den Deutschen Bundestag gewählt. Sie ist kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion und Obfrau im Ausschuss für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag. Zudem gehört sie dem Finanzausschuss als stellvertretendes Mitglied an.[13]

Im Vorfeld ihrer Nominierung hatte sich Barrientos in einer Kampfabstimmung gegen drei Mitbewerberinnen durchgesetzt.[14] Zu ihrer Kandidatur motivierten sie der Kampf für Frauenrechte und gegen Rassismus und Ausgrenzung.[15]

Zu ihren politischen Zielen gehören:

  • Kultur: Stärkung von Frauen im Kunst- und Kulturbetrieb, Unterstützung von Solo-Selbständigen, soziale Absicherung für Kunst- und Kulturschaffende
  • Gleichstellung: Feministische Politik, Rechte von LGBTI
  • Anti-Rassismus und Solidarität mit internationalen linken Kämpfen, z. B. für ein Ende der Blockade in Kuba

Als die AfD forderte, Deutsch als Landessprache im Grundgesetz zu verankern, konterte Barrientos mit einem Redebeitrag auf Spanisch.[16]

Barrientos ist stellvertretende Vorsitzende der Parlamentariergruppe Anden-Staaten.[17]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Simone Barrientos: Entscheidung in Freiheit. In: junge welt, 6. März 2019

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Profil. Fraktion DIE LINKE im Bundestag, abgerufen am 31. August 2020.
  2. Ende der Stasi-Unterlagen-Behörde rückt näher. In: MDR.DE. Abgerufen am 31. August 2020.
  3. Simone Barrientos. Deutscher Bundestag, abgerufen am 31. August 2020.
  4. Bayerische LINKE wählt Verlegerin Simone Barrientos auf Listenplatz fünf. In: BuchMarkt. Abgerufen am 31. August 2020 (deutsch).
  5. Simone Barrientos. Deutscher Bundestag, abgerufen am 31. August 2020.
  6. Kandidaten-Tour: Erst mal hören, wo der Schuh drückt. 5. Februar 2020, abgerufen am 31. August 2020.
  7. Das sind die neuen Kreisräte für den Landkreis Würzburg. 4. Mai 2020, abgerufen am 31. August 2020.
  8. Neue Doppelspitze bei der Linken: Barrientos und Kuzmek. 28. Juli 2020, abgerufen am 31. August 2020.
  9. Wegen der Flüchtlinge in den Bundestag. Deutsche Welle, 31. August 2018, abgerufen am 31. August 2020 (deutsch).
  10. Peter Maxwill: Axt-Angriff: Ochsenfurt - Die Jetzt-erst-recht-Stadt. In: Spiegel Online - Politik. Abgerufen am 31. August 2020.
  11. Linke Abgeordnete Mitherausgeberin der Edition Mezopotamya. Abgerufen am 31. August 2020.
  12. Die Freiheitsliebe. Abgerufen am 31. August 2020.
  13. Simone Barrientos. Deutscher Bundestag, abgerufen am 31. August 2020.
  14. Linke: Klaus Ernst führt Liste für Bayern an. 19. März 2017, abgerufen am 31. August 2020.
  15. Wegen der Flüchtlinge in den Bundestag. Deutsche Welle, 31. August 2018, abgerufen am 31. August 2020 (deutsch).
  16. Deutsch als verpflichtende Landessprache? CDU und SPD führen AfD vor. In: FOCUS Online. Abgerufen am 31. August 2020.
  17. Simone Barrientos. Deutscher Bundestag, abgerufen am 31. August 2020.