Sinfonieorchester Basel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Sinfonieorchester Basel

Das Sinfonieorchester Basel (SOB) ist eines der ältesten Orchester der Schweiz. Das rund hundertköpfige Berufsorchester spielt eigene Konzertreihen sowie Gastkonzerte im In- und Ausland und wirkt regelmässig an Ballett- und Opernproduktionen des Theater Basel mit. Chefdirigent ist seit der Saison 2016/2017 der Brite Ivor Bolton, 1. Gastdirigent ist Michał Nesterowicz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung des Orchesters geht auf das Jahr 1876 zurück. Sie fällt damit in das Baujahr des Musiksaals im Stadtcasino Basel, der auch heute noch die Spielstätte des Ensembles ist. Unter den Dirigenten, die dem Sinfonieorchester Basel eng verbunden waren oder es noch sind, finden sich Namen wie Johannes Brahms, Felix Weingartner, Gustav Mahler, Wilhelm Furtwängler, Antal Doráti, Gary Bertini, Walter Weller, Armin Jordan, Horst Stein, Otto Klemperer, Nello Santi, Pierre Boulez und Valery Gergiev. Eine ganze Reihe bedeutender Werke des 20. Jahrhunderts – unter anderem von Béla Bartók, Arthur Honegger und Bohuslav Martinů – wurden vom Sinfonieorchester Basel uraufgeführt.

1997 fusionierte das Basler Sinfonie-Orchester mit dem Radio Sinfonieorchester Basel. Dabei wurde für das Ensemble der heute gültige Name gefunden: Sinfonieorchester Basel. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Orchesters war 2012 die Ablösung von der langjährigen Veranstalterin AMG (Allgemeine Musikgesellschaft) und der gleichzeitige Aufbau einer eigenen Abonnement-Reihe.

Seit ein paar Jahren zeigt das Sinfonieorchester Basel vermehrt auch internationale Präsenz. So führte beispielsweise 2010 sowie 2015 eine Tournee das Sinfonieorchester Basel nach China und Südkorea, und im Herbst 2012 gab das Orchester zwei Gastspiele in St. Petersburg und Moskau. Im Frühling 2014 reiste das Orchester nach England, wo es in London, Cambridge, Basingstoke, Coventry und Cardiff auftrat. Aufgrund des grossen Erfolgs bereiste das Sinfonieorchester Basel auch im Herbst 2015 England und Irland und spielte fünf Konzerte in London, Cheltenham, Leeds und Dublin.

Chefdirigent Ivor Bolton

Chefdirigenten des Sinfonieorchesters Basel:

Die Konzertmeister der Saison 2016/17 sind Axel Schacher und Soyoung Yoon.

Das Repertoire des Sinfonieorchesters Basel reicht von der Wiener Klassik über die Romantik bis hin zu Kompositionen der jüngsten Moderne. Auch neue Konzertformen werden gesucht und Koproduktionen mit Jazz-, Rock- oder Techno-Acts realisiert. Unter Dennis Russell Davies wurde das Repertoire laufend ausgebaut. Schwerpunkte waren unter seinem Dirigat nebst Klassikern der Moderne auch Werke von schweizerischen und amerikanischen Komponisten. Das Sinfonieorchester Basel pflegt eine enge Zusammenarbeit mit der Basler Paul-Sacher-Stiftung. Zahlreiche CD-Produktionen dokumentieren das Schaffen des Sinfonieorchesters Basel. So widmete sich das Orchester unter Davies Gesamteinspielungen der Sinfonien von Franz Schubert und Arthur Honegger sowie den drei grossen Ballettmusiken von Igor Strawinsky.

Aktivitäten der Saison 2016/17[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sinfonieorchester Basel spielte in der Saison 2016/17 fünfzehn selbst veranstaltete Sinfoniekonzerte SOB mit acht unterschiedlichen Programmen. Es traten internationale Gastsolisten wie Pekka Kuusisto, Huw Morgan, Jean-Guihen Queyras, Igudesman & Joo, Alice Sara Ott, David Garrett oder Lars Vogt auf. Dirigiert wurde das Orchester nicht nur von Chefdirigent Ivor Bolton und dem 1. Gastdirigenten Michał Nesterowicz, sondern auch von Marek Janowski und Erik Nielsen sowie dem ehemaligen Chefdirigenten Dennis Russell Davies. Nebst den Sinfoniekonzerten, die als Aushängeschild fungieren, spielte das Sinfonieorchester drei Cocktailkonzerte im Ambiente des Salle Belle Epoque des Grand Hotel Les Trois Rois. Weitere Programmpunkte stellten die Museumskonzerte im Museum für Wohnkultur, Museum der Kulturen Basel und im Kunstmuseum Basel dar. Grosser Beliebtheit erfreuten sich die drei "En route"-Konzerte im Literaturhaus Basel. Für das junge und jüngste Publikum spielte das Sinfonieorchester Basel Familien- und mini.musik-Konzerte. Für Schulklassen bot das Sinfonieorchester zwei kommentierte Konzerte an.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufnahmen A different Schumann Vol. 1-3 erhielten den Diapason d’or im Mai 2004. Ebenfalls einen Diapason d'Or erhielt die Einspielung "Felix Weingartner: Sinfonische Werke I" im September 2005. Le Sacre du Printemps wurde mit dem Supersonic-Preis ausgezeichnet und für den International Classical Music Award (ICMA) 2015 nominiert. 2016 wurde Pétrouchka ebenfalls für den ICMA nominiert.

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tilman Seebass: 100 Jahre AMG – Die Allgemeine Musikgesellschaft Basel 1876–1976.
  • Rudolf Häusler: AMG – Allgemeine Musikgesellschaft Basel 1976–2001: Eine Festschrift zum 125-Jahr-Jubiläum.
  • Hans Ziegler: Geschichte der Basler Orchester-Gesellschaft 1922–1970. Verlag Krebs, Basel.
  • Sigfried Schibli: Geschichte der Basler Orchester-Gesellschaft 1971–2003. Verlag Krebs, Basel 2009.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]