Skonto

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Skonto (Begriffsklärung) aufgeführt.
Sconto ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum Möbelhaus siehe Sconto Möbel.

Der oder das Skonto (von italienisch sconto, zu scontare, „abziehen, abrechnen“) ist ein Preisnachlass auf den Rechnungsbetrag (ohne Frachtkosten etc.) bei Zahlung innerhalb einer bestimmten Zeit. Der Kunde bekommt für eine frühzeitige Bezahlung der Rechnung einen Rabatt (z.B. 2 % Skonto für eine Zahlung innerhalb von 14 Tagen). Ein nicht gezogenes Skonto ist eine Form der Bezahlung (Zins) für den Lieferantenkredit. Ein Kunde bezahlt einen Skonto von z.B. 2 %, damit er den Rechnungsbetrag 16 Tage später zahlen kann. Die Zahlungsbedingung würde für das Beispiel lauten: "Zahlung 14 Tage 2% Skonto, 30 Tage netto".

Bei Zahlung unter Abzug von Skonto erhält der Kunde vom Lieferanten eine gewisse Kreditleistung in Form einer Valuta- und/oder Skontofrist. Der Kunde zahlt bei Ziehen eines Skontos keinen Aufpreis (Zins) für den Lieferantenkredit.

Bemessungsgrundlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bemessungsgrundlage des Skontos ist meistens der Umsatz zu Zielverkaufspreisen einschließlich Umsatzsteuer, das heißt der Brutto-Umsatz. Gelegentlich wird das Skonto auch nach dem Netto-Umsatz (ohne Umsatzsteuer) bemessen. Die Netto-Skontierung ist unter sonst gleichen Bedingungen für den Lieferanten günstiger als die Brutto-Skontierung, weil dadurch der Erlös steigt (vgl. Lauer, S. 97–103, insbesondere S. 101). Die Skontobasis ist nicht immer der gesamte Rechnungsbetrag, sondern – speziell im Handwerk – oft nur der Materialkostenanteil. Fertigungskosten sind Lohnarbeit und „dürfen“ wie Wartungsrechnungen nicht skontiert werden, was allerdings nur ein Brauch ist und keine gesetzliche Grundlage hat. Die Bemessungsgrundlage ist grundsätzlich frei verhandelbar. Sie sollte im Angebot und auf der Rechnung ausgewiesen werden.

Skontosatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Skontosatz wird das in Prozent der Bemessungsgrundlage angegebene Skonto bezeichnet. Der Skontosatz beträgt üblicherweise zwei bis drei Prozent, er kann konstant oder zeitlich gestaffelt sein. Bei einer zeitbezogenen Skontostaffel ist der Skontosatz umso höher, je kürzer die Skontofrist ist. Ein Beispiel dafür bieten die Zahlungsbedingungen der deutschen Textilindustrie, in der ein Konditionenkartell besteht. Danach sind die Rechnungen wie folgt zahlbar: innerhalb von zehn Tagen mit vier Prozent Skonto oder ab 11. bis 30. Tag mit 2,25 Prozent Skonto oder ab 31. bis 60. Tag netto.

Zahlungsbedingung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahlungsbedingung „innerhalb von vierzehn Tagen abzüglich zwei Prozent Skonto, innerhalb von 30 Tagen netto“ bedeutet: Bei Begleichung der Rechnung innerhalb der Skontofrist von vierzehn Tagen darf der Zahlungspflichtige zwei Prozent von der Bemessungsgrundlage abziehen. Erfolgt die Bezahlung nach Ablauf der Skontofrist, ist der volle Rechnungsbetrag fällig. Lässt sich der Schuldner mehr als 30 Tage Zeit, sind Verzugszinsen und eventuell Mahnkosten zu zahlen. Wenn er nach Ablauf der Skontofrist skontiert, liegt ein erzwungener Rabatt vor, den der Lieferant vom Schuldner zurückfordern kann.

Beispiel: Skontieren oder Zahlungsziel ausnutzen?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestellt ein Kunde bei einem Lieferanten Waren im Wert von 1.000 Euro mit einem Zahlungsziel von 30 Tagen, entspricht das einem Kredit von 1.000 Euro mit einer Laufzeit von 30 Tagen. Dieses Darlehen wird häufig auch Lieferantenkredit genannt.[1]:110 Stellt der Lieferant dem Kunden eine Rechnung mit der Zahlungsbedingung "14 Tage (Skontofrist) 2% Skonto (Skontosatz), 30 Tage (Zahlungsziel) netto", kann der Kunde die Rechnung innerhalb von 14 Tagen mit einem Abschlag von 2 % bezahlen.

Alternativ kann er die Rechnung nach der Skontofrist innerhalb der Skontobezugsspanne (Zahlungsziel – Skontofrist), also von Tag 15 bis Tag 30 zahlen; dadurch entstehen Zinskosten in Höhe des entgangenen Skontos. Der Lieferantenkredit ist in der Regel sehr teuer. Rechnet man den Skontoabzug im Vergleich zur Zeit, ergibt sich ein sehr hoher Zinssatz pro Jahr. Dieser Zinssatz berechnet sich näherungsweise wie folgt:

.

Im oben genannten Beispiel beträgt der Zinssatz p.a.:

. Der Lieferantenkredit entspricht in dem Beispiel einem Bankdarlehen mit einem Zinssatz von 45 %.[1]:110 Im Regelfall sollte ein Schuldner daher skontieren.

Zur genauen Berechnung des Zinssatzes siehe Lauer, Konditionen-Management, 1998, S. 61 ff.

Für Rechnungsempfänger kann es von Vorteil sein, ein fremdfinanziertes Darlehen z.B. bei einer Bank aufzunehmen, um das Skonto auszunutzen. Voraussetzung ist dabei, dass zum Zeitpunkt der Rechnungsfälligkeit liquide Mittel zur Verfügung stehen.

Skontokalkulation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Skonto ist Bestandteil der Einstandspreiskalkulation. Der Preis vor Skontoabzug ist der Zielverkaufspreis, der Preis nach Skontoabzug ist der Barverkaufspreis:

Beispiel: Zielpreis = 100,00 €/ME; Skontosatz = 3 % = 0,03

Skontomodifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Skontosätze werden in der Praxis nur selten modifiziert. Gründe:

  • Die Senkung einmal gewährter Skontosätze ist gegenüber den Kunden schwer durchzusetzen
  • Die Erhöhung der Skontosätze wird von den Lieferanten unterlassen, weil sie schwer rückgängig zu machen ist.

Allerdings ist anzumerken, dass Skonto ein mitigierendes Werkzeug bezüglich des Risikos von Forderungsausfällen darstellt. Kunden, die ein erhöhtes Ausfallrisiko aufweisen, jedoch ausreichend liquide Mittel besitzen, werden von Lieferanten bevorzugt auf kürzere Zahlungsziele mit Skonto angesprochen. Das Kreditmanagement im Unternehmen ist darauf auszurichten.

Skonto als Verzugszinsabschlag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rechnungsbetrag enthält Zinsen, die der Kunde bei Zahlung innerhalb der Skontofrist abziehen darf. Das Skonto kann man demnach als Verzugszinserlass auffassen.

Beispiel: Bei der Zahlungsbedingung „innerhalb von 8 Tagen abzüglich 2 Prozent Skonto, innerhalb von 30 Tagen netto“ gilt:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Reinhard Bleiber: Kaufmännisches Wissen für Selbstständige. 1. Auflage. Haufe, Freiburg, München 2014, ISBN 978-3-648-04936-5.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Lauer: Konditionen-Management, Zahlungsbedingungen optimal gestalten und durchsetzen. Verlag Wirtschaft und Finanzen, Düsseldorf 1998, ISBN 3-87881-124-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Skonto – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen