Social Beat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Social Beat war eine Literaturszene der 1990er Jahre. Der Begriff wurde 1993 als Schlagwort des Berliner Literaturfestivals „Töte den Affen“ von Thomas Nöske und Jörg A. Dahlmeyer, angelehnt an die amerikanische Beat Generation, Charles Bukowski und moderne französische Autoren geschaffen. Quer durch Deutschland fanden Lesungen und Festivals statt, an denen sowohl bekannte Autoren als auch Hobbyliteraten teilnahmen. Die Bewegung ging dann in der sich parallel entwickelnden Slam-Poetry-Szene auf und flaute Ende der 1990er wieder ab.

Die ersten Zeitschriften dieser Art, auch so genannte Lit-Fanzines, waren die Mitte der 1980er gegründeten Ikarus (Mainz), Kopfzerschmettern (Hanau) und Produkt (Duisburg). Ende der 1980er und Anfang der 1990er erschienen weitere Zeitschriften und Magazine, vor allem: Der Störer (Braunschweig/Berlin), Cocksucker (Riedstadt), HOKAHE (Göttingen), Krachkultur (Lintig-Meckelstedt/München), Ratriot (Essen), Härter (Leipzig) und SUBH (Cottbus und Braunschweig). Gegen Ende der 1990er Jahre flaute der Trend ab, so dass nur wenige Projekte überlebt haben. Als Verlage sind heute vor allem noch dabei der Ariel-Verlag, Po Em Press, Rodneys Underground Press, Verlag Andreas Reiffer und Killroy Media. Des Weiteren erscheinen noch regelmäßig Ratriot und Krachkultur. Daneben veröffentlichen neugegründete Magazine wie MAULhURE (Essen) und Superbastard (Augsburg) die aktuelle Szene.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hadayatullah Hübsch (Hrsg.): Social beat D. Edition Druckhaus Galrev, Berlin 1995, ISBN 3-910161-60-X (online: Wie, was social beat ist und warum und warum nicht. Einführung von Hadayatullah Hübsch; auf: www.planetlyrik.de).
  • Michael Schönauer, Joachim Schönauer (Hrsg.): Social Beat. Slam! Poetry / Band 1. Die ausserliterarische Opposition meldet sich zu Wort. Killroy Media, Asperg 1997, ISBN 3-931140-11-3 (deutsch/englisch).
  • Michael Schönauer, Boris Kerenski (Hrsg.): Was ist Social beat? Publikation zur Mailart-Aktion von Boris Kerenski. Killroy Media, Asperg 1998, ISBN 3-931140-32-6.
  • Boris Kerenski: Stimmen aus dem Untergrund. Social Beat & Slam Poetry. In: Marvin Chlada, Gerd Dembowski, Deniz Ünlü (Hrsg.): Alles Pop? Kapitalismus & Subversion. Alibri Verlag, Aschaffenburg 2003, ISBN 3-932710-48-7, S. 134–155.
  • Johannes Ullmaier: "Von Acid nach Adlon und zurück. Eine Reise durch die deutschsprachige Popliteratur." Ventil, Mainz 2006, ISBN 3930559838
  • Thomas Ernst: "Literatur und Subversion: Politisches Schreiben in der Gegenwart." Transcript, Bielefeld 2014, ISBN 3837614840

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]