Spaden

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Spaden
Gemeinde Schiffdorf
Wappen von Spaden
Koordinaten: 53° 34′ 20″ N, 8° 38′ 0″ O
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 11,06 km²[1]
Einwohner: 4627 (30. Jun. 2020)[2]
Bevölkerungsdichte: 418 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 27619
Vorwahl: 0471
Spaden (Niedersachsen)
Spaden

Lage von Spaden in Niedersachsen

Spaden in der Gemeinde Schiffdorf
Spaden in der Gemeinde Schiffdorf
Spaden neben dem See

Spaden (niederdeutsch Spaden) ist eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Schiffdorf im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarorte
Wehden
Stadt Bremerhaven
(Freie Hansestadt Bremen)
Nachbargemeinden Laven
Schiffdorf (Kernort) Bramel

(Quelle:[3])

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname Spaden wird gemäß Nachforschungen bei den Pfarrämtern Debstedt, Bederkesa, Lehe und beim Kloster Neuenwalde aus dem altenglischen Wort spot (spoot, spood) hergeleitet, welche so viel wie Fleck, Platz oder Höhe, also einer Landschaft, die sich durch andere Beschaffenheit von der Umgebung abhebt, bedeuten.[4] Die wahrscheinlich erste Besiedlung von Spaden könnte im 8. Jahrhundert stattgefunden haben. Die Ortschaft wurde im Jahr 1267 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Gegen 1300 hatte Spaden mehr als 150 Einwohner. 1490 brannte fast der gesamte Ort in einer Feuersbrunst nieder. An der Stelle der alten hölzernen Kapelle wurde nun eine aus Ziegeln errichtet, in der örtlichen Mundart „Klus“ genannt. In der Mitte des 16. Jahrhunderts brachten Walfänger und Hafenarbeiter aus Amsterdam eine Glocke für die Klus mit, für die ein Glockenturm gebaut wurde. Wahrscheinlich begründeten die Holländer Spadens besondere Geltung in der Ausbildung von Kapitänen in der Grönlandfahrt.[5]

1716 gab es ein zweites großes Feuer. Aber das Dorf wuchs und wurde 1753 neben Sievern der größte Ort der Börde Debstedt. 1829 wurde eine neue Schule an der Leher Straße gebaut und die alte Schule an der Tötje abgerissen. Die Klus wurde 1894 wegen Baufälligkeit renoviert. Die dritte große Katastrophe in der Geschichte des Dorfes passierte 1894, ein gewaltiger Sturm deckte alle Dächer im Dorf ab und verteilte das Stroh und die Ziegel in der Ortschaft. 1899 wurde an der Wehdener Straße eine Holländische Windmühle gebaut.

Das Strohdach der alten Klus wurde 1900 durch ein Ziegeldach ersetzt. 1903 wurde ein Schießstand gebaut. Die Holländische Windmühle ging 1910 in Flammen auf und wurde später abgerissen. 1913 überschritt die Bevölkerungszahl 1000 Einwohner. Seit 1920 hat Spaden eine elektrische Stromversorgung. Im achten Jahr nach dem Ersten Weltkrieg, 1927, wurde ein Kriegerdenkmal eingeweiht. Der Spadener Friedhof bekam 1949 eine Kapelle. Beim Bau der Bundesautobahn Bundesautobahn 27 Ende der 1960er Jahre entstand der Spadener See. 1977 wurde am Spadener See eine Freizeitanlage eröffnet.

Der Ortsheimatpfleger ist Werner Kamjunke.[6]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, verlor Spaden seine politische Selbständigkeit und wurde ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Schiffdorf.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1300 00150 +
1910 0956 [8]
1913 01000 +
1925 1122 [9]
1933 1322 [9]
1939 1385 [9]
1950 2091 [10]
Jahr Einwohner Quelle
1956 2300 [10]
1973 3149 [1]
2007 4428 [11]
2014 4477 [12]
2017 4631 [13]
2020 4627 [2]
0 0 0

+ Überschreitung der Angabe (laut Geschichte)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Spaden setzt sich aus zwei Ratsfrauen und acht Ratsherren folgender Parteien zusammen:[14]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister von Spaden ist Wolfgang Kothe (SPD). Seine Stellvertreter sind Hartmut Drechsler (SPD) und Hans Peter Fahlbusch (SPD).[14]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Kommunalwappens von Spaden stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der im Landkreis Cuxhaven an die 80 Wappen entworfen hat.[15]

Wappen von Spaden
Blasonierung: „In Gold ein schwarzer Schräglinksbalken, belegt mit einem silbernen Spaten am goldenen Stiel.“[15]
Wappenbegründung: Der Spaten in Form eines Torfspatens deutet auf die Ableitung des Ortsnamens vom mittelniederdeutschen Wort „Spade“ hin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alte Klus
Spadens Kirche
Das Kriegerdenkmal

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die alte Klus ist eine kleine Kapelle, die früher von vielen Ortschaften genutzt wurde, heute wird sie nicht mehr oft verwendet. Früher jedoch wurde sie auch als Gefängnis benutzt.
  • Die neue Kirche ist die heutige Spadener Kirche
  • Das Kriegerdenkmal wurde einst im Gedenken an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus Spaden gebaut, später wurden am unteren Sockel die Namen der im Zweiten Weltkrieg Gefallenen hinzugefügt. Auf dem Denkmal sieht man die Namen der Gefallenen. Am oberen Ende ist die Inschrift „STARBEN FÜR HEIMAT / UND VATERLAND“ zu sehen. Auf der Vorderseite sieht man einen Soldatenhelm auf einem Kranz. Links und rechts davon die Jahreszahlen der Kriege.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Spadener See ist durch den Bau der A 27 entstanden. Der unter dem ehemaligen Moorgelände befindliche Sand wurde mittels Saugbaggern zur Autobahn gespült und dort als Unterbaumaterial verwandt. Beim Wasser handelt es sich um Moorwasser. Bis 2004 war die Benutzung des Sees kostenlos. Inzwischen gehört das rundherum eingezäunte Gelände einem privaten Investor.

Vereine und Verbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Akkordeonorchester Bremerhaven-Spaden
  • Angelsportverein Spaden e. V.
  • Arbeiterwohlfahrt Spaden
  • Box-Club Spaden
  • Bürger- und Heimatverein Spaden e. V.
  • DRK – Ortsverein Spaden
  • Förderkreis für den SC Lehe-Spaden
  • Förderverein der Grundschule Spaden e. V.
  • Gewerbering Spaden e. V.
  • Jagdgenossenschaft Spaden
  • Kinderchor Spaden
  • Kleingärtnerverein Spaden e. V.
  • Landjugend Spaden
  • Reitverein Spaden und Umgegend e. V.
  • SC Lehe-Spaden e. V.
  • Schützenverein Spaden e. V.
  • Shanty-Chor Spaden e. V.
  • Singgemeinschaft Spaden
  • TV Gut Heil Spaden e. V.
  • Verein der Freunde und Förderer des Handballsports in Spaden
  • Windsurfing-Club Wesermünde e. V.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Autobahn-Anschlussstelle 6 „Bremerhaven-Überseehäfen“ der A 27 wurde auf Spadener Gebiet, in den 1970er Jahren, mit einem Apollo Markt (heute real,-) der Grundstein für ein großes Einkaufsareal gelegt. Dieses Gelände wurde stetig ausgebaut. Es finden sich heute real,-, Rossmann, Media Markt, Adler und Röther Modemarkt, Optimal Möbel, Funkelhaus Lampen, Lidl, Aldi, Hammer-Einrichtungshaus, Wehrmann-Rindenhof, Sonderpostenmarkt, Deichmann, ein China-Restaurant sowie ein Autohaus auf dem Gelände.

In Spaden gibt es außerdem eine Fleischwaren-Manufaktur, die Fleisch- und Wurstwaren produziert.[16] Von dort werden seit 1908 Wurst und Fleisch (heute) in den ganzen Landkreis Cuxhaven geliefert. Der Großvater und der Urgroßvater der heutigen Inhaberin Britta Mühlenbeck-Buck sind als „Hein Mück“ über viele Jahre zur See gefahren.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spaden liegt an der Bundesautobahn 27 östlich und nordöstlich von Bremerhaven. Zum Stadtteil Bremerhaven-Lehe führt die Leher Straße.

1931 wurde Spaden mit einer Autobuslinie angebunden;[17] von 1984 bis 1995 durchgehend mit der Linie 8 bis nach Bremerhaven-Stadtmitte.[18] Heute lässt sich der Ort mit der BremerhavenBus-Linie 507 erreichen.[19]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Freitag (* 1946), Schwimmer, mehrfacher Deutscher Meister und Olympia-Teilnehmer 1964 und 1968, von 1998 bis 2018 Präsident des Hessischen Schwimmverbandes

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Kuhr (1914–2000), Bootsbauer, Werfterrichter in Wesermünde/Bremerhaven (Nachkriegszeit), baute die ersten geschlossenen und unsinkbaren Rettungsboote, fand in einer Spadener Gaststätte eine neue Produktionsstätte
  • Harro Heinz Theodor Fromme (1921–2008), Opernsänger (Bassbariton), Filmdirektor und Maler, lebte bis zu seinem Tod in Spaden
  • Dirk Behrens (* 1954), zeitgenössischer Maler und Grafiker, verbrachte seine Kindheit in Spaden

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Zwerge im Löhberg[20]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 19 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB; abgerufen am 23. Oktober 2019]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Spaden – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 48, Landkreis Wesermünde (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 29. Mai 2020]).
  2. a b Geschichte von Spaden. In: Webseite Gemeinde Schiffdorf. 30. Juni 2020, abgerufen am 21. Juli 2020.
  3. Übersichtskarte Landkreis Cuxhaven. In: cuxland-gis.landkreis-cuxhaven.de. November 2016, abgerufen am 21. Juli 2020.
  4. Spaden im Spiegel der Zeit. Chronik anlässlich des 75jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr. Spaden 1977, S. 6.
  5. Holger Kuhne: Grönlandfahrer von der Oste. (Nicht mehr online verfügbar.) In: niederelbe.de. Archiviert vom Original am 9. Oktober 2016; abgerufen am 14. März 2018.
  6. Ortsheimatpflegerinnen und Ortsheimatpfleger. In: Webseite Gemeinde Schiffdorf. Abgerufen am 21. Juli 2020.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 249.
  8. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Lehe. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, abgerufen am 5. September 2020.
  9. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wesermünde. (Siehe unter: Nr. 78; Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  10. a b Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 193 (Digitalisat).
  11. Informationen für Bürger und Gäste der Gemeinde Schiffdorf. (PDF; 5,2 MB) In: total-lokal.de. 31. März 2007, S. 10, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  12. Einwohnerzahl der Ortschaft Spaden. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite Gemeinde Schiffdorf. 30. November 2014, archiviert vom Original am 1. Januar 2015; abgerufen am 21. Juli 2020.
  13. Einwohnerzahl der Ortschaft Spaden. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite Gemeinde Schiffdorf. 31. Juli 2017, archiviert vom Original am 24. August 2017; abgerufen am 21. Juli 2020.
  14. a b Ortsrat Spaden. In: Webseite Gemeinde Schiffdorf. Abgerufen am 28. Oktober 2017.
  15. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-9800318-0-2.
  16. Mühlenbeck Fleischwaren GmbH. In: muehlenbeck-fleischwaren.de. Abgerufen am 14. März 2018.
  17. Paul Homann: Bremerhavens Streckennetze (ÖPNV) vom 26. Juni 1881 bis 27. August 2020. (PDF; 2,7 MB) In: Webseite BremerhavenBus. S. 21 (Lesezeichen 15. Mai 1931), abgerufen am 5. September 2020.
  18. Paul Homann: Was tat sich vor 33 Jahren bei der VGB? In: Webseite BremerhavenBus-Blog. Abgerufen am 15. Oktober 2017.
  19. Liniennetzplan. (PDF; 1,5 MB) In: Webseite BremerhavenBus. 13. Dezember 2015, abgerufen am 21. Juli 2020.
  20. Eberhard Michael Iba, Heide Gräfing-Refinger: Hake Betken siene Duven. Das große Sagenbuch aus dem Land an Elb- und Wesermündung. Hrsg.: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen des Heimatbundes der Männer vom Morgenstern. Band 16). 3. Auflage. Eigenverlag, Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4, S. 178–180.