Spaden

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Spaden
Gemeinde Schiffdorf
Wappen von Spaden
Koordinaten: 53° 34′ 32″ N, 8° 37′ 56″ O
Höhe: 7 m ü. NHN
Fläche: 10,9 km²
Einwohner: 4617 (31. Jan. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 424 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 27619
Vorwahl: 0471
Spaden (Niedersachsen)
Spaden

Lage von Spaden in Niedersachsen

Spaden in der Gemeinde Schiffdorf
Spaden in der Gemeinde Schiffdorf
Spaden neben dem See

Spaden (niederdeutsch Spaden) ist eine Ortschaft in der Gemeinde Schiffdorf im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen (Deutschland).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname Spaden wird gemäß Nachforschungen bei den Pfarrämtern Debstedt, Bederkesa, Lehe und beim Kloster Neuenwalde aus dem altenglischen Wort spot (spoot, spood) hergeleitet, welche so viel wie Fleck, Platz oder Höhe, also einer Landschaft, die sich durch andere Beschaffenheit von der Umgebung abhebt, bedeuten.[2] Die wahrscheinlich erste Besiedlung von Spaden könnte im 8. Jahrhundert stattgefunden haben. Die Ortschaft wurde im Jahr 1267 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Gegen 1300 hatte Spaden mehr als 150 Einwohner. 1490 brannte fast der gesamte Ort in einer Feuersbrunst nieder. An der Stelle der alten hölzernen Kapelle wurde nun ein aus Ziegeln errichtet, in der örtlichen Mundart „Klus“ genannt. In der Mitte des 16. Jahrhunderts brachten Walfänger und Hafenarbeiter aus Amsterdam eine Glocke für die Klus mit, für die ein Glockenturm gebaut wurde. Wahrscheinlich begründeten die Holländer Spadens besondere Geltung in der Ausbildung von Kapitänen in der Grönlandfahrt.[3]

1716 gab es ein zweites großes Feuer. Aber das Dorf wuchs und wurde 1753 neben Sievern der größte Ort der Börde Debstedt. 1829 wurde eine neue Schule an der Leher Straße gebaut und die alte Schule an der Tötje abgerissen. Die Klus wurde 1894 wegen Baufälligkeit renoviert. Die dritte große Katastrophe in der Geschichte des Dorfes passierte 1894, ein gewaltiger Sturm deckte alle Dächer im Dorf ab und verteilte das Stroh und die Ziegel in der Ortschaft. 1899 wurde an der Wehdener Straße eine Holländische Windmühle gebaut.

Das Strohdach der alten Klus wurde 1900 durch ein Ziegeldach ersetzt. 1903 wurde ein Schießstand gebaut. Die Holländische Windmühle ging 1910 in Flammen auf und wurde später abgerissen. 1913 überschritt die Bevölkerungszahl 1000 Einwohner. Seit 1920 hat Spaden eine elektrische Stromversorgung. Im achten Jahr nach dem Ersten Weltkrieg, 1927, wurde ein Kriegerdenkmal eingeweiht. Seit 1931 führt eine Omnibuslinie der Straßenbahn Bremerhaven-Wesermünde A.-G. von Lehe nach Spaden.[4] Der Spadener Friedhof bekam 1949 eine Kapelle. Beim Bau der A27 Ende der 1960er Jahre entstand der Spadener See. Am 1. März 1974 verlor Spaden die Selbstständigkeit und wird ein Ortsteil der Gemeinde Schiffdorf.[5] 1977 wurde am Spadener See eine Freizeitanlage eröffnet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Spaden setzt sich aus zwei Ratsfrauen und acht Ratsherren folgender Parteien zusammen:[6]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister von Spaden ist Wolfgang Kothe (SPD). Seine Stellvertreter sind Hartmut Drechsler (SPD) und Hans Peter Fahlbusch (SPD).[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Spadener Wappens stammt von dem in Belgien geborenen und später in Otterndorf lebenden Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der auch schon die Wappen von Hetthorn, Holte-Spangen, Wanhöden und vielen anderen Ortschaften im Landkreis Cuxhaven entworfen hat.[7]

Wappen von Spaden
Blasonierung: „In Gold ein schwarzer Schräglinksbalken, belegt mit einem silbernen Spaten am goldenen Stiel.“[7]
Wappenbegründung: Der Spaten in Form eines Torfspatens deutet auf die Ableitung des Ortsnamens vom mittelniederdeutschen Wort „Spade“ hin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alte Klus
Spadens Kirche
Das Kriegerdenkmal

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die alte Klus ist eine kleine Kapelle, die früher von vielen Ortschaften genutzt wurde, heute wird sie nicht mehr oft verwendet. Früher jedoch wurde sie auch als Gefängnis benutzt.
  • Die neue Kirche ist die heutige Spadener Kirche

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Kriegerdenkmal wurde einst im Gedenken an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus Spaden gebaut, später wurden am unteren Sockel die Namen der im Zweiten Weltkrieg Gefallenen hinzugefügt.
Auf dem Denkmal sieht man die Namen der Gefallenen. Am oberen Ende ist die Inschrift „STARBEN FÜR HEIMAT / UND VATERLAND“ zu sehen. Auf der Vorderseite sieht man einen Soldatenhelm auf einem Kranz. Links und rechts davon die Jahreszahlen der Kriege.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Spadener See ist durch den Bau der A27 entstanden. Der unter dem ehemaligen Moorgelände befindliche Sand wurde mittels Saugbaggern zur Autobahn gespült und dort als Unterbaumaterial verwandt. Beim Wasser handelt es sich um Moorwasser. Bis 2004 war die Benutzung des Sees kostenlos. Inzwischen gehört das rundherum eingezäunte Gelände einem privaten Investor.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spaden liegt an der A 27 östlich und nordöstlich von Bremerhaven. Der Ort lässt sich mit der BremerhavenBus-Linie 507 erreichen;[8] von 1984 bis 1995 durchgehend mit der Linie 8 bis nach Bremerhaven-Stadtmitte – Surheide.[9]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Autobahnabfahrt „Bremerhaven-Überseehäfen“ der BAB 27 wurde auf Spadener Gebiet in den 70er mit einem Apollo Markt (heute real,-) der Grundstein für ein großes Einkaufsareal gelegt. Dieses Gelände wurde stetig ausgebaut. Es finden sich heute real-Kauf, Rossmann, Media Markt, Adler Modemarkt, Optimal Möbel, Funkelhaus Lampen, Lidl, Aldi, Netto, Wehrmann-Rindenhof, Sonderpostenmarkt, Tchibo Prozente, Deichmann, ein China-Restaurant sowie ein Autohaus auf dem Gelände.

In Spaden gibt es außerdem eine Fleischwaren-Manufaktur, die Fleisch- und Wurstwaren produziert.[10] Von dort werden seit 1908 Wurst und Fleisch (heute) in den ganzen Landkreis Cuxhaven geliefert. Der Großvater und der Urgroßvater der heutigen Inhaberin Britta Mühlenbeck-Buck sind als „Hein Mück“ über viele Jahre zur See gefahren.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen
  • Gustav Kuhr (1914–2000), Bootsbauer, Werfterrichter in Wesermünde/Bremerhaven (Nachkriegszeit), baute die ersten geschlossenen und unsinkbaren Rettungsboote, fand in einer Spadener Gaststätte eine neue Produktionsstätte
  • Harro Heinz Theodor Fromme (1921–2008), Opernsänger (Bassbariton), Filmdirektor und Maler, lebte bis zu seinem Tod in Spaden
  • Dirk Behrens (* 1954), zeitgenössischer Maler und Grafiker, verbrachte seine Kindheit in Spaden

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Spaden – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen der Gemeinde Schiffdorf. In: Internetseite der Gemeinde Schiffdorf. 31. Januar 2018, abgerufen am 14. März 2018.
  2. Spaden im Spiegel der Zeit. Chronik anlässlich des 75jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr. Spaden 1977, S. 6.
  3. Holger Kuhne: Grönlandfahrer von der Oste. In: www.niederelbe.de. Abgerufen am 14. März 2018.
  4. Chronik der Bremerhavener Streckennetze. Abgerufen am 14. März 2018 (PDF; 2,1 MB).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 249.
  6. a b Ortsrat Spaden. In: Internetseite der Gemeinde Schiffdorf. Abgerufen am 28. Oktober 2017.
  7. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-9800318-0-2.
  8. Liniennetzplan. In: Internetseite BremerhavenBus. Abgerufen am 14. März 2018 (PDF; 1,5 MB).
  9. Paul Homann: Was tat sich vor 33 Jahren bei der VGB? In: Bremerhaven Bus-Blog. Abgerufen am 15. Oktober 2017.
  10. Internet-Repräsentation der Mühlenbeck Fleischwaren GmbH. Abgerufen am 14. März 2018.