Schiffdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schiffdorf
Schiffdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schiffdorf hervorgehoben
Koordinaten: 53° 32′ N, 8° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cuxhaven
Höhe: 6 m ü. NHN
Fläche: 113,55 km²
Einwohner: 13.833 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 122 Einwohner je km²
Postleitzahl: 27619
Vorwahlen: 04703, 04704, 04706, 0471, 04749
Kfz-Kennzeichen: CUX
Gemeindeschlüssel: 03 3 52 050
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Brameler Straße 13
27619 Schiffdorf
Webpräsenz: www.schiffdorf.de
Bürgermeister: Klaus Wirth (parteilos)
Lage der Gemeinde Schiffdorf im Landkreis Cuxhaven
Nordsee Schleswig-Holstein Bremerhaven Landkreis Osterholz Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Stade Landkreis Wesermarsch Armstorf Armstorf Belum Beverstedt Bülkau Cadenberge Cuxhaven Geestland Geversdorf Hagen im Bremischen Hechthausen Hemmoor Hollnseth Ihlienworth Lamstedt Loxstedt Mittelstenahe Neuenkirchen (Land Hadeln) Neuhaus (Oste) Nordleda Oberndorf (Oste) Odisheim Osten (Oste) Osterbruch Otterndorf Schiffdorf Steinau (Niedersachsen) Stinstedt Stinstedt Wanna Wingst Wurster NordseeküsteKarte
Über dieses Bild

Schiffdorf (plattdeutsch Schippdörp) ist eine Einheitsgemeinde im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht neben der Ortschaft Schiffdorf aus acht weiteren Ortschaften. Die größte Ortschaft ist Spaden am nordöstlichen Rand Bremerhavens. Weitere Ortschaften sind Bramel, Laven und Wehden sowie Sellstedt, Wehdel, Altluneberg und Geestenseth.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiffdorf grenzt im Norden an die Stadt Geestland, im Osten und Südosten an die Gemeinde Beverstedt, im Südwesten an die Gemeinde Loxstedt und im Westen an die Stadt Bremerhaven.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Neubildung der Kommune im Jahr 1974 führte im größeren Spaden zu heftigen Protesten, insbesondere wegen der mangelnden Direktverbindung und der trennenden Geeste. Von 1971 bis 1974 waren bereits Bramel, Schiffdorf und Sellstedt als selbständige Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Geesteort enger miteinander verbunden. Ursprünglich war geplant, dass Wehdel und Geestenseth nicht zur Einheitsgemeinde Schiffdorf gehören sollten. Stattdessen war eine gemeinsame Samtgemeinde mit Köhlen (heute eine Ortschaft der Stadt Geestland), Frelsdorf und Wollingst (heute beides Ortsteile der Gemeinde Beverstedt) geplant, die aber wegen des mangelnden örtlichen Interesses nicht gebildet wurde. Altluneberg war dagegen bereits 1967 nach Wehdel eingemeindet worden. Zu Schiffdorf gehörte früher auch Schiffdorferdamm. Aufgrund der städtischen Verdichtung in Schiffdorferdamm sollte die damalige Gemeinde Schiffdorf 1927 komplett nach Wesermünde eingemeindet werden. Der Ortsteil Schiffdorf durfte jedoch nach einer Ortsbegehung selbständig bleiben, da das Dorf noch als ländlich eingestuft wurde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Bramel, Geestenseth, Laven, Sellstedt, Spaden, Wehdel und Wehden eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1961 1970 1987 1992 1997 2002 2007 2008 2009 2010 2011
Einwohner 8631 9287 11.278 11.859 12.962 14.038 13.981 14.029 14.018 14.008 14.001

(1961 am 6. Juni, 1970 am 27. Mai, jeweils Volkszählungsergebnisse einschließlich der später eingemeindeten Orte[2]; ab 1987 jeweils am 31. Dezember[3])

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat der Gemeinde Schiffdorf besteht aus 30 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 12.001 und 15.000 Einwohnern.[4] Die 30 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Klaus Wirth (parteilos).

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2011 führte zu folgender Sitzverteilung:

CDU: 10 Sitze
SPD: 10 Sitze
Grüne: 6 Sitze
Freie Bürger (FB): 2 Sitze
Parteilos: 2 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Schiffdorf ist Klaus Wirth (parteilos). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde er als Amtsinhaber ohne Gegenkandidaten mit 85,7 % der Stimmen wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,7 %.[5] Wirth trat seine weitere Amtszeit am 1. November 2014 an.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde zeigt eine goldene Kogge mit silbernen Segeln auf blauem Grund, die durch ein silbernes Gewässer segelt. Auf der heraldisch linken Seite findet sich eine nach oben weisende goldene Gerstenähre mit neun Körnern, die für die neun Ortschaften der Gemeinde stehen. Das Wappen entlehnt sich vom Wappen der Ortschaft Schiffdorf, das eine ähnliche Ähre mit 11 Körnern auch auf der heraldisch rechten Seite trägt.

Wappen der Gemeinde Wappen der neun Ortschaften
Schiffdorf
Schiffdorf (Gemeinde)
Schiffdorf (Ortschaft)
Schiffdorf
Spaden
Spaden
Bramel
Bramel
Laven
Laven
Wehden
Wehden
Sellstedt
Sellstedt
Wehdel
Wehdel
Altluneberg
Altluneberg
Geestenseth
Geestenseth

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martinskirche Schiffdorf
Schiffdorfer Windmühle

In der Liste der Baudenkmale in Schiffdorf stehen die in der Denkmalliste des Landeskreises Cuxhaven eingetragenen Baudenkmale.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt direkt an der Bundesautobahn 27 östlich und nordöstlich von Bremerhaven. Ferner besteht ein Bahnanschluss mit Haltestellen in Sellstedt, Wehdel und Geestenseth an der von den Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser betriebenen Bahnstrecke Bremerhaven–Buxtehude.

Bundeswehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SeniorenZentrum Osterfeld GmbH, früher 4./FlaRakGrp 36

Von 1971 bis 1994 war Schiffdorf Garnison der Luftwaffe. Die 4. Batterie der Flugabwehrraketengruppe 36 lag in einer neu erbauten Kaserne im Nordosten der Gemeinde. Die teilweise umgebauten Gebäude in der Heinrich-Mahler-Straße werden heute als privates Seniorenzentrum genutzt.

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Friesengrab[6]
  • Wie der große Bogen der Geeste entstanden ist[6]
  • Der Werwolf[6]
  • Die genarrten Schatzsucher[6]
  • Die Zwerge im Löhberg[6]
  • Maria von Bramel[6]
  • Die dummen Brameler[6]
  • Die Brameler bauen eine Kirche[6]
  • Die Glockenkuhle in Bramel[6]
  • Die Brameler wollen ihre Kirchenglocke retten[6]
  • Vom reichen Bramel[6]
  • Die Brameler graben einen Brunnen[6]
  • Wie die Brameler einen Soot ausmaßen[6]
  • Das kluge Mädchen[6]
  • Der Steinberg bei Bramel[6]
  • Ein seltsames Erlebnis[6]
  • Das Irrlicht im Moor[6]
  • Das Sündermal oder die Sünderkuhle bei Bramel[6]
  • Der Hirskejäger[6]
  • Die Sense hat genug gemäht[6]
  • Die Letzten von der Lieth[6]
  • Unrecht Gut gedeihet nicht[6]
  • Wie der Silbersee entstanden ist[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Männer vom Morgenstern (Hg.): Flurnamensammlung Wesermünde. Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Bremerhaven 1995. ISBN 3-931771-27-X.
  • Jürgen H. Th. Prieß: Landkreis Wesermünde. Kommunalpolitik + Wirtschaft, Oldenburg 1973.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schiffdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 249.
  3. LSKN-Online
  4. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 17. November 2014
  5. Einzelergebnisse der Direktwahlen am 25. Mai 2014 in Niedersachsen, abgerufen am 14. November 2014
  6. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w Männer vom Morgenstern: „Hake Betken siene Duven“. Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung. Bremerhaven 1999. ISBN 3-931771-16-4