Spee (Adelsgeschlecht)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stammwappen derer von Spee
Altenhof (bei Kaldenkirchen, 1356 bis 1833 in der Familie)
Schloss Heltorf in Düsseldorf-Angermund, seit 1662 in der Familie

Spee ist der Name eines alten rheinischen Adelsgeschlechts aus dem Erzbistum Köln.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als einer der ersten urkundlich gesicherten Angehörigen der Familie wurde Bruno Spede 1166[1] und 1177[2] als Ministerialer der Erzbischöfe von Köln erwähnt. Erst ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, mit Goedeart Spede van Langenvelt, auch schon Spee genannt, tritt der bis heute bekannte Hahn im Wappen des Geschlechts auf. Damit unterschieden sich die Herren von Spee von anderen rheinischen Adelsgeschlechtern gleichen Namens.

Zunächst gehörten sie noch zum regionalen Landadel. Im 14. und 15. Jahrhundert wurden vier Angehörige, als eine der wenigen rheinischen Adelsgeschlechter, Ritter im Deutschen Orden in Livland. Stammsitze der Familie waren Altenhof (bei Kaldenkirchen, seit 1356, verkauft 1833) und seit 1662 das von Friedrich Christian Freiherr von Spee von seinem Schwiegervater Johann Bertram von Scheid genannt Weschpfennig geerbte Schloss Heltorf in Düsseldorf-Angermund. 1672 ernannte ihn Herzog Philipp Wilhelm von Jülich-Berg zum Kriegskommissar der gesamten Bergischen Miliz. Im Laufe der Zeit konnte der Grundbesitz stetig erweitert werden, der Heltorfer Zweig erwarb bis 1945 mindestens 7000 ha. Die Herren von Spee erhielten hohe Ämter in den Landesverwaltungen und an den Höfen der rheinischen Fürsten. So konnte 1739 der Reichsgrafenstand erworben werden. Durch Einheirat in die Grafenfamilie von Hillesheim fiel deren Gesamtbesitz, darunter Schloss Ahrenthal am Mittelrhein, beim Aussterben (1785 bzw. 1807), an die Grafen von Spee. Die Grafen Spee gehören der 1837 gegründeten Rheinischen Ritterschaft an.

Das Geschlecht hat bedeutende Angehörige hervorgebracht. Friedrich Spee von Langenfeld (1591–1635), Professor für Theologie und Schriftsteller, trat als einer der ersten gegen Hexenwahn und Folter auf. Franz von Spee (1781–1839) brachte das Kunststück fertig, als hoher Beamter in Düsseldorf nacheinander der bayerischen, französischen und preußischen Regierung genehm zu sein. Maximilian Graf von Spee (1861–1914), kaiserlicher Vizeadmiral und Geschwaderchef des deutschen Flottenverbandes in dem Seegefecht bei Coronel und in dem Seegefecht bei den Falklandinseln, fiel an Bord seines Flaggschiffes, der S.M.S. Scharnhorst. Auch seine beiden Söhne fanden in diesem Kampf als Leutnants zur See auf der S.M.S. Nürnberg bzw. der S.M.S. Gneisenau den Tod.

Bis in das 17. Jahrhundert hinein existierten die Linien Haus Langenfeld (in Wachtendonk), Aldenhof (Altenhof bei Kaldenkirchen), Haus Velde und Pöhlland. Alle heute lebenden Grafen von Spee stammen aus der Linie Aldenhof. Derzeit ist Wilhelm Graf von Spee (* 1963) Chef auf Heltorf. Er folgte als ältester Sohn seinem Vater Maximilian Graf von Spee (1928–2009).[3][4] Weitere Familienzweige leben unter anderem auf Schloss Ahrenthal in Sinzig (seit 1804), auf Schloss Linnep in Ratingen (von 1855 bis 2008, seither von Ketteler), auf Schloss Ahausen in Finnentrop (seit 1958), auf Haus Fürth in Korschenbroich, und auf Burg Untermaubach in Kreuzau-Untermaubach (seit 1874). Zum Stammhaus Heltorf gehören u. a. die Rittergüter Kesselsberg (seit 1802) und Remberg (seit 1856) in Duisburg-Huckingen, das Gut Gervershagen in Marienheide (seit 1870), das Schloss Alme, das Haus Niederalme mit Haus Tinne und Haus Bruch (seit 1912) in Brilon. Das Haus Böckum in Duisburg-Huckingen wurde 2012 an einen Investor verkauft. Es war seit 1856 im Familienbesitz. Das Vermögen der Familie wird auf mindestens eine Milliarde Euro geschätzt.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Silber einen gold gekrönten, roten Hahn. Auf dem Helm ist der gekrönte Hahn wachsend mit ausgebreiteten Flügeln dargestellt, jeder mit dem Schild belegt. Die Helmdecke ist rot-silbern. Der rote Hahn (Speevogel) im silbernen Felde ist ein redendes Wappenzeichen.

Namensträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Spee von Langenfeld (1591–1635), Jesuit und Kirchengelehrter
Maximilian Graf von Spee (1861–1914), Vizeadmiral

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allianz-Wappen derer von Spee und von Loë am Schloss Heltorf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Urkunde des Kölner Erzbischofs Rainald von Dassel.
  2. Anton Fahne: Urkundenbuch des Geschlechts der Spede, jetzt Spee, Köln 1874.
  3. Maximilian Graf Spee gestorben RP online, 2. September 2009.
  4. Maximilian Graf von Spee beigesetzt RP online, 10. September 2009.
  5. Grafenhaus liefert sich Erbschlacht um Millionen Spiegel Online, 6. März 2006.