Spee (Adelsgeschlecht)

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Stammwappen derer von Spee
Altenhof (bei Kaldenkirchen, 1356 bis 1833 in der Familie)
Schloss Heltorf in Düsseldorf-Angermund, seit 1662 in der Familie

Spee ist der Name eines alten rheinischen Adelsgeschlechts aus dem Erzbistum Köln.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als einer der ersten urkundlich gesicherten Angehörigen der Familie wurde Bruno Spede 1166[1] und 1177[2] als Ministerialer der Erzbischöfe von Köln erwähnt. Erst ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, mit Goedeart Spede van Langenvelt, auch schon Spee genannt, tritt der bis heute bekannte Hahn im Wappen des Geschlechts auf. Damit unterschieden sich die Herren von Spee von anderen rheinischen Adelsgeschlechtern gleichen Namens.

Die Familie gehörte zunächst zum regionalen Landadel am Niederrhein. Stammsitze waren Altenhof (bei Kaldenkirchen, seit 1356, verkauft 1833) und das Haus Langenfeld in Wachtendonk-Wankum (seit 1348, vererbt 1532 an Gaert von Erp genannt Warrenberg). Im 14. und 15. Jahrhundert wurden vier Angehörige der Familie, als einer von wenigen rheinischen Adelsgeschlechtern, Ritter im Deutschen Orden in Livland.

1662 erbte Friedrich Christian Freiherr von Spee von seinem Schwiegervater Johann Bertram von Scheid genannt Weschpfennig das Schloss Heltorf in Düsseldorf-Angermund. 1672 ernannte ihn Herzog Philipp Wilhelm von Jülich-Berg zum Kriegskommissar der gesamten Bergischen Miliz. Im Laufe der Zeit konnte der Grundbesitz stetig erweitert werden, der Heltorfer Zweig erwarb bis 1945 mindestens 7000 ha. Die Herren von Spee erhielten hohe Ämter in den Landesverwaltungen und an den Höfen der rheinischen Fürsten. So konnte 1739 der Reichsgrafenstand erworben werden. Durch Einheirat in die Familie der Grafen von Hillesheim fiel deren Gesamtbesitz, darunter Schloss Ahrenthal am Mittelrhein, beim Aussterben (1785 bzw. 1807), an die Grafen von Spee. Die Grafen Spee gehören der 1837 gegründeten Rheinischen Ritterschaft an.

Das Geschlecht hat bedeutende Angehörige hervorgebracht. Friedrich Spee von Langenfeld (1591–1635), Professor für Theologie und Schriftsteller, trat als einer der ersten gegen Hexenwahn und Folter auf. Franz von Spee (1781–1839) brachte das Kunststück fertig, als hoher Beamter in Düsseldorf nacheinander der bayerischen, französischen und preußischen Regierung genehm zu sein. Maximilian Graf von Spee (1861–1914), kaiserlicher Vizeadmiral und Geschwaderchef des deutschen Flottenverbandes in dem Seegefecht bei Coronel und in dem Seegefecht bei den Falklandinseln, fiel an Bord seines Flaggschiffes, der S.M.S. Scharnhorst. Auch seine beiden Söhne fanden in diesem Kampf als Leutnants zur See auf der S.M.S. Nürnberg bzw. der S.M.S. Gneisenau den Tod.

Bis in das 17. Jahrhundert hinein existierten die Linien Aldenhof (Altenhof bei Kaldenkirchen), Haus Langenfeld (in Wachtendonk-Wankum), Haus Velde und Pöhlland. Alle heute lebenden Grafen von Spee stammen aus der Linie Aldenhof.

Derzeit ist Wilhelm Graf von Spee (* 1963) Chef auf Heltorf. Er folgte als ältester Sohn seinem Vater Maximilian Graf von Spee (1928–2009).[3][4] Zum Hauptsitz Heltorf in Düsseldorf gehören u. a. die Rittergüter Kesselsberg (seit 1802) und Remberg (seit 1856) in Duisburg-Huckingen, das Forstgut Gervershagen in Marienheide (seit 1870) und im Sauerland das Schloss Alme mit Haus Tinne und Haus Bruch sowie Haus Almerfeld in Brilon (alle seit 1912). Das Haus Böckum in Duisburg-Huckingen war seit 1856 im Familienbesitz und wurde 2012 an einen Investor verkauft. Der ehemalige Familienfideikommiss der Heltorfer Linie, gebündelt in der Gräflich von Spee'schen Zentralverwaltung, wird mit Fabriken, einer Ziegelei, Kiesgruben, Wohnungsbau- und Finanzgesellschaften auf mindestens eine Milliarde Euro geschätzt.[5]

Weitere Familienzweige leben unter anderem auf Haus Fürth in Korschenbroich, auf Schloss Ahrenthal in Sinzig (seit 1804), auf Schloss Linnep in Ratingen (von 1855 bis 2008, seither von Ketteler), auf Burg Untermaubach in Kreuzau-Untermaubach (seit 1874), auf Gut Ihorst (seit 1882) und auf Schloss Ahausen in Finnentrop (seit 1958).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Silber einen gold gekrönten, roten Hahn. Auf dem Helm ist der gekrönte Hahn wachsend mit ausgebreiteten Flügeln dargestellt, jeder mit dem Schild belegt. Die Helmdecke ist rot-silbern. Der rote Hahn (Speevogel) im silbernen Felde ist ein redendes Wappenzeichen.

Namensträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Spee von Langenfeld (1591–1635), Jesuit und Kirchengelehrter
Maximilian Graf von Spee (1861–1914), Vizeadmiral

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allianz-Wappen derer von Spee und von Loë am Schloss Heltorf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Urkunde des Kölner Erzbischofs Rainald von Dassel.
  2. Anton Fahne: Urkundenbuch des Geschlechts der Spede, jetzt Spee, Köln 1874.
  3. Maximilian Graf Spee gestorben RP online, 2. September 2009.
  4. Maximilian Graf von Spee beigesetzt RP online, 10. September 2009.
  5. Grafenhaus liefert sich Erbschlacht um Millionen Spiegel Online, 6. März 2006.