Stéphane Brizé

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stéphane Brizé, 2013

Stéphane Brizé (* 18. Oktober 1966 in Rennes) ist ein französischer Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor.

Leben[Bearbeiten]

Stéphane Brizé studierte Elektronik und war zunächst als Bild- und Tontechniker beim Fernsehen tätig. Nach dem Besuch einer Schauspielschule in Paris strebte er eine Laufbahn beim Theater an. Er entschied sich letztlich für das Medium Film und konnte bereits mit seinem ersten Kurzfilm Bleu dommage aus dem Jahr 1994 einen Preis beim Cognac Festival du Film Policier gewinnen. Für sein Spielfilmdebüt Le Bleu des villes, das fünf Jahre später folgte, erhielt er weitere Preise. Unter der Regie von Laurent Bénégui war er 1995 in Hippolytes Fest an der Seite von Stéphane Audran und Michel Aumont in einer Nebenrolle zu sehen. Bei seinen eigenen Filmprojekten arbeitet er häufig mit der Drehbuchautorin Florence Vignon zusammen. Für ihre gemeinsame Adaption eines Romans von Éric Holder unter dem Titel Mademoiselle Chambon – einer Tragikomödie über einen verheirateten Maurer, der sich in eine Lehrerin verliebt – wurden Brizé und Vignon 2010 in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch mit dem César ausgezeichnet. Seine Herangehensweise beim Filmemachen beschrieb Brizé im selben Jahr in einem Interview mit der taz:

„Ich verwende meine Kamera in meinen Filmen eigentlich immer als Lupe, mit der ich bestimmte Momente und Gesten in voller Größe zeige und überhöhe. Bis die Kleinigkeiten, die man im Alltag nicht einmal bemerken würde, so zur Explosion gelangen. Darin liegen meine Höhepunkte, und darin liegt für mich auch die besondere Macht des Kinos.“

Stéphane Brizé, 2010[1]

Im Jahr 2013 war Brizé für das Filmdrama Quelques heures de printemps, in dem Vincent Lindon wie bereits in Mademoiselle Chambon die Hauptrolle spielte, in den Kategorien Bestes Originaldrehbuch und Beste Regie für den César nominiert, unterlag jedoch jeweils Michael Haneke und dessen Film Liebe.

2015 erhielt Brizé für La loi du marché seine erste Einladung in den Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Vincent Lindon wurde dort für die Hauptrolle eines Langzeitarbeitslosen mit dem Darstellerpreis ausgezeichnet.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Stéphane Brizé, 2010
Als Darsteller
Als Regisseur und Drehbuchautor
  • 1993: Bleu dommage (Kurzfilm)
  • 1996: L’œil qui traîne (Kurzfilm)
  • 1999: Le bleu des villes
  • 2005: Man muss mich nicht lieben (Je ne suis pas là pour être aimé)
  • 2006: Seitensprünge (Entre adultes)
  • 2009: Mademoiselle Chambon
  • 2012: Quelques heures de printemps
  • 2015: La loi du marché

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stéphane Brizé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Birgit Glombitza: „Wir sind Mangelwesen“. Interview mit Stéphane Brizé. In: die tageszeitung, 11. August 2010.